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Ein Stapel Zeitungen der L.A. Times - By Daniel R. Blume from Orange County, California, USA (A stack of newspapers) [CC-BY-SA-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons Ein Stapel Zeitungen der L.A. Times - By Daniel R. Blume from Orange County, California, USA (A stack of newspapers) [CC-BY-SA-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons

Auf ein Wort zum Thema Lügenpresse, bitte

Lügenpresse! Lügenpresse! Lügenpresse! – Die Medien werden beschimpft. Derzeit von den PEGIDA-Leuten. Aber vor Jahren war das anders. Das Wort „Lügenpresse“ hat speziell in Deutschland einen ganz blöden Beigeschmack. Und das sollten sich alle, die damit um sich werfen, vor Augen führen. Ich schreibe nur mal ein paar Dinge dazu.

Das Wort „Lügenpresse“ wurde zum Unwort des Jahres gekürt. Der Grund war, dass dem Wort ein denkbar negativer Touch in Deutschland anhängt. Wann immer der herrschenden Riege die Medien im Weg waren, wurde das Wort geschmettert. Ob es kurz vor dem ersten Weltkrieg, während des zweiten Weltkriegs oder zu den Zeiten der deutsch-deutschen Teilung war – Gelegenheiten gab es viele, um die Medien zu diskreditieren. Aber ist es denn immer gerechtfertigt?

Man kann es nachvollziehen, dass die PEGIDA-Anhänger erzürnt reagieren, wenn man sie als „Nazis in Nadelstreifen“ bezeichnet. Es ist verständlich, dass man nicht pauschalisieren darf. Und wenn man die Bewegung als „islamfeindlich“ einstuft, geht man auch etwas weit. Es sind immer nur Teile der Bewegung, pauschale Urteile sind hier falsch.

Trotzdem ist es auch falsch, die gesamte Medienlandschaft als Lügenpresse zu beschimpfen. Es sind ja nicht alle so. Soweit ich weiß, haben die Medien den Auftrag, die Bürger umfassend zu informieren und Dinge zu kanalisieren und eben auch zu katalysieren. Es steht den Medien nicht zu, Unwahrheiten zu erzählen. Und das passiert auch nicht allen.

So ist das eben mit der Pauschalisierung. Bewirft man jemanden mit Dreck („Nazis in Nadelstreifen“), wirft der eben zurück („Lügenpresse“). Und so kann man das Spiel ewig weitertreiben. Nur hilft das irgendwem? Wird dadurch „besser“ berichtet? Was wäre denn, wenn die Medien entscheiden würden, alles unverblümt darzustellen? Abgetrennte Köpfe, zertretene Tiere in Massentierhaltung, Quellcode von Computerviren usw.? Wäre dadurch etwas gewonnen? Zumal sie das ja hier und da machen, nur eben nicht auf Seite 1 oder in der Hauptnachrichtensendung.

Es gibt ja auch jede Menge „Lügenblogs“, die einfach Behauptungen aufstellen, ohne sie mit Nachweisen zu stützen. Im Kopf der Blogs steht dann aber, dass sie unabhängig, ehrlich, unverblümt und „echte Nachrichten“ wären. Und dann wird behauptet, dass sich die Balken biegen. Werden die beschimpft? Nein, die werden den offiziellen Medien vorgezogen. Warum ist das so?

Ja, es gibt Medien, die man einfach nicht ernst nehmen kann. Aber es sind ganz sicher nicht alle so. Ich würde gar behaupten, dass der Anteil derer, die einfach mal Blödsinn erzählen, die Minderheit ist. So wie man auch behaupten kann, dass nur der geringste Teil der Demonstranten in eine tendenziöse Ecke passen. Hört auf, euch gegenseitig zu beschimpfen. Aber was rede ich denn eigentlich?

Bildquelle: Ein Stapel Zeitungen der L.A. Times – By Daniel R. Blume from Orange County, California, USA (A stack of newspapers) [CC-BY-SA-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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