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Interconnex "Hanse-Express" Rostock–Leipzig - Armin Emde CC 2.5 via Wikimedia Commons Interconnex "Hanse-Express" Rostock–Leipzig - Armin Emde CC 2.5 via Wikimedia Commons

Aus für Interconnex

Der Interconnex ist eine Marke der „Ostseeland Verkehr GmbH“. Und die wiederum ist eine Tochter der Firma Veolia. Es fahren täglich Züge zwischen Rostock / Warnemünde und Leipzig hin und her. Der Interconnex ist einer der ersten privatwirtschaftlichen Fernzüge in Deutschland. Aber die Zeiten neigen sich dem Ende entgegen. Zum 13. Dezember wird der Betrieb eingestellt.

Es wurde viel gefaselt in den letzten Jahren. Von der Liberalisierung des Schienenverkehrs war die Rede. Dafür wurde das Personenbeförderungsgesetz extra geändert. Und das Verbot von Fernbuslinien wurde aufgehoben. Das nämlich sollte die Deutsche Bahn vor Billig-Konkurrenz schützen. Und jetzt passiert genau das, was passieren musste: Der erste Konkurrent der Deutschen Bahn gibt auf. Der Interconnex ist das erste Opfer der Liberalisierungswut.

Der Grund für diesen Schritt sieht der Betreiber Veolia Verkehr GmbH in der Konkurrenz der parallel verkehrenden Fernbuslinien. Einerseits müssten wohl die Fernbusse keine Maut zahlen und können somit Preise anbieten, bei denen Interconnex einfach nicht mithalten kann. Und andererseits würden wohl die Gebühren für die Streckennutzung an die Deutsche Bahn immer weiter steigen. Und drittens gibt es für den Interconnex keine öffentliche Förderung wie für den öffentlich geförderten Schienennahverkehr. Das trieb die Linie in dauerhaft rote Zahlen, und deshalb geben sie auf.

Jetzt muss man sich einfach mal vorstellen, dass Umweltschutz-Vorreiter Deutschland einen vergleichsweise umweltfreundlichen Bahnbetreiber zugunsten von dieselverbrennenden Busbetreibern opfert. Die Liberalisierung des Fernverkehrs durch Fernbusse – so positiv das vielleicht zu sehen ist – ist eine Büchse der Pandora, die letztes Jahr geöffnet wurde. Die Busse bezahlen ja keine Streckensanierung, also den Autobahnbau oder sonstwas. Das sind ja eigentlich Steuerkosten. Und damit haben Fernbuslinien nun einmal einen Kostenpunkt weniger zu tragen als jeder Betreiber einer Bahnlinie.

Was meinen Sie, wie Preise Leipzig – Rostock für 15 € zustande kommen? Das kann keine Bahn der Welt schaffen, da eben auch immense Kosten für Instandsetzungsmaßnahmen auflaufen. Aber man stellt eben auch fest, dass im Fernbusmarkt der Konkurrenzdruck wahnsinnig hoch ist, sodass eben auch eine Fernbuslinie aufgeben muss. Trotzdem ist es nicht nachvollziehbar, dass man Interconnex zum Wohle von stinkenden Fernbussen opfert. Oder verstehen Sie das?

Bildquelle: Interconnex „Hanse-Express“ Rostock–Leipzig – Armin Emde CC 2.5 via Wikimedia Commons

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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