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#CharlieHebdo wird immer weitergehen

Die mutmaßlichen Attentäter auf das Satiremagazin Charlie Hebdo sind zwar tot, trotzdem wird das, was da begann, immer weitergehen. Es wird also immer so weitergehen, dass es Anschläge gegen die Meinungs- und Pressefreiheit geben wird. Ob das nun ausgerechnet islamistische Taten sind oder nicht, weiß man nicht. Da kann sich ja auch niemand hinstellen und etwas derartiges behaupten. Genauso gut können Taten dieser Art von anderem Ursprung her kommen. Jedenfalls sollte die Welt gewarnt sein.

Viel ist an diesem Wochenende passiert. Erst wurden die mutmaßlichen Attentäter auf das Satiremagazin gestellt und getötet. Und dann wurde ein Brandanschlag auf die Hamburger Morgenpost bekannt. Die nämlich hatte neben anderen Blättern auch aus Solidarität die Karikaturen von Charlie Hebdo abgedruckt. Ob das miteinander zusammenhängt, würde ich jetzt nicht beschwören, aber es liegt sehr nahe.

Seit dem Anschlag auf Charlie Hebdo haben die Medien irgendwie Sorge. Die Nerven liegen blank. Es ist auch bei einigen Bloggern so, dass da die Nerven blank liegen. Im Gegensatz zu den großen Medien bekommen ja Blogger nicht wirklich Schutz von den Behörden. Wer da also über irgendwas zu kritisch erzählt, dem könnte auch das Eine oder Andere widerfahren. So wird es zumindest erzählt.

Werden sich die Medien und die Blogs nun unter Druck setzen lassen, möglichst wenig negatives über Dinge zu erzählen, die da falsch laufen? Ich meine, wenn die Macher von Charlie Hebdo die Art und Weise des extremistischen Islamismus kritisieren und dafür die Quittung in Form von Toten bekommen, könnte man durchaus darüber nachdenken, ob man möglichst wenig anecken will. Aber gerade als Blogger will man ja anecken. Zumindest, wenn man es richtig machen will.

Ich denke, dass es immer wieder Situationen wie die in der abgelaufenen Woche in Paris geben wird. So lang es solche extremistischen Organisationen gibt, wird die Gefahr selbstverständlich bestehen. Und es ist egal, ob das dann politisch, wirtschaftlich oder religiös motiviert ist. Aber als Schreiberling darf man sich davon nicht beeinflussen lassen.

Die ganze Woche hieß es seit dem Anschlag „Je suis Charlie“. Und wenn wir schon alle Charlie sind, dann sollte jeder Schreiberling auch so sein wie Charlie Hebdo: Mit klarer Kante anecken und nicht zu sehr biegsam sein. Und zwar egal, zu welchem Thema.

Ich werde weiterhin meine Kritik äußern, wenn ich mit etwas nicht einverstanden bin. Egal, ob es die Machenschaften von IS oder Boko Haram sind, ob es Abhörpraktiken der Geheimdienste sind, ob politische Ungerechtigkeiten sind oder einfach nur Schund, den diverse Hersteller produzieren. Charlie Hebdo hat auch nur kritisiert. Und sie haben niemanden beleidigt. Und deshalb darf man natürlich weiter kritisieren.

Insofern stimmt meine Aussage in der Überschrift: Medien inklusive Blogs werden immer kritisieren, wie es Charlie Hebdo gemacht hat. Und die Kritisierten werden immer versuchen, Mittel und Wege zu finden, um die Kritiker verstummen zu lassen. Insofern wird das immer so weitergehen. Aber soll man sich als Schreiberling denn den Stift verbieten lassen? Ich denke nein.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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