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Satellit - (C) WikiImages CC0 via Pixabay.de Satellit - (C) WikiImages CC0 via Pixabay.de

Der Letzte räumt den Weltraum auf: Wenn Satelliten zu Schrott werden

Mehr als 5000 große Objekte und eine dreiviertel Million mehr oder weniger große Brocken kurven um die Erde. Der Orbit ist eine Müllhalde geworden. Das kommt davon, wenn man einfach mal nicht aufräumt. So befindet sich „da draußen“ ein Trümmerfeld aus aufgegebenen Satelliten und irgendwelchen Trümmern. Nun sagt aber allmählich mal jemand dem ganzen Müll den Kampf an. Man muss doch handeln, wenn Weltraum-Technik ihren Dienst quittiert. Man kann das doch nicht herumliegen lassen, oder?

Stellen Sie sich mal einen Umwelt-Satelliten vor, der vor fünf Jahren seinen Geist aufgab. Davor hatte er 10 Jahre lang die Aufgabe erfüllt, nämlich das Pflanzenwachstum, die Temperatur der Ozeane oder die Windgeschwindigkeiten zu messen, sowie Waldbrände und Umweltverschmutzung zu erkennen. Das sollte der Satellit zwischen 2002 und 2007 tun, aber die Mission wurde dann verlängert. Im März 2012 brach plötzlich der Kommunikationsverkehr zwischen Satellit und Kontrollzentrum ab, sodass der Satellit seitdem ohne Kontrolle um die Erde treibt.

So ist das mit anderen Objekten auch. Aber bei dem beschriebenen Satelliten mit Namen EnviSat platzte Entwicklern letztlich der Kragen. Es breitet sich allmählich das so genannte „Kessler-Syndrom“ aus, bei dem durch Kollisionen mit anderen Objekten Teile vom Satelliten abgesprengt werden und als Wolke nun auch noch um die Erde kreisen. So haben wir eine Nebelwolke aus Weltraumschrott. Und das geht nicht, wenn wir auf der Erde einen von Umweltschutz predigen wollen. Die europäische Raumfahrtagentur ESA reagiert nun.

Man schätzt, dass mehr als 7000 Tonnen an Trümmern und Objekten um die Erde rasen. Navigationssysteme, Missionen, Satelliten und all das können gestört werden, weitere Objekte können beschädigt werden und dann ebenfalls als Müll kreisen. Diese Spirale muss aufgehalten werden. Deshalb hat man nun diskutiert, wie das Alles beendet werden kann. Ideen hat man dabei viele, wie einen Aufräum-Satelliten. Der hat sogar schon einen Namen: e.Deorbit. Das Problem dabei ist, dass das niemand bezahlen will. Warum eigentlich nicht?

Ich meine, wenn man irgendwas herstellt, was dann irgendwann dann doch mal kaputt ist, dann muss man das dann eben auch mal wegwerfen. Und die Entsorgung dafür muss man bezahlen. Wieso kommt man eigentlich auf die Idee, dass Weltraumschrott nicht beseitigt und entsorgt und diese Entsorgung bezahlt werden muss? Andernfalls wird dieser Müll zur echten Gefahr. Stellen wir uns mal vor, der EnviSat würde mit einem Geo-Satelliten zusammenstoßen, der maßgeblich für die Navigation verantwortlich ist. Die Folgen wären unvorstellbar.

Na klar, Entsorgung kostet Geld. Jeder Hausbesitzer wird das wissen, dass die Müllabfuhr alles andere als ein Schnäppchen ist. So kostet eben auch die orbitale Müllabfuhr eine ganze Stange Geld. Aber hätte man sich eher und nachhaltiger ums Aufräumen gekümmert, wäre das Alles wesentlich günstige geworden. Aber so lang sich niemand, der Geld geben könnte, dafür zuständig fühlt, wird die Wolke aus tausenden von Müllobjekten weiter um die Erde kreisen. Wenn dann Navigation, Wettervorhersagen, Verteidigung und alles mögliche nicht mehr funktioniert, muss man nicht mehr reagieren. Dann ist es zu spät.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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