Skip to main content
Frauenbeine an einem Bentley - (C) Tummen CC0 via Pixabay.de Frauenbeine an einem Bentley - (C) Tummen CC0 via Pixabay.de

Die Frauen sollen sich mal nicht so haben

Was an Silvester in Köln und anderswo stattfand, war schlimm. Und deshalb verstehe ich Aussagen nicht, die meine Überschrift oben beinhalten. Ich habe in letzter Zeit die dollsten Dinge dazu gelesen, was diese Übergriffe auf Frauen betrifft. Das geht vom einen Extrem an Schwachsinnigkeiten zum anderen Extrem mit nicht weniger Schwachsinnigkeiten. Und deshalb muss ich mich nochmal dazu äußern.

Stellen Sie sich vor, dass die Übergriffe am Kölner Hauptbahnhof geplant gewesen sein sollen. Ich habe schon hier und da mal etwas davon erfahren, dass wohl an Silvester diese sexuelle Sauerei nicht nur im Rheinland stattfand. Die besten Beispiele sind wohl Hamburg und Stuttgart. Aber auch anderswo in Europa sollen Frauen um ihre Gesundheit und ihre intime Unversehrtheit gebangt haben. Aber deshalb von „geplant“ zu fabulieren, halte ich für sehr gewagt.

Glückwunsch, weltweit feierte man Silvester. Das findet überall am 31. Dezember statt. Und wenn sich da Leute an Silvester die Birne mit Alkohol zudröhnen, dann passiert das nun einmal an ein und demselben Tag. Und wenn es so war, dass da – völlig wertfrei – Migranten dabei waren, dann kann man denen das ja nicht verbieten. Was man allen verbieten kann, ist der beherzte und harte Griff unter fremde Röcke.

Und da sind wir schon dabei, was ich da in der Überschrift geschrieben habe. Nur erstmal zur Klarstellung: Nein, Frauen sollen sich natürlich zur Wehr setzen, sie sind ja schließlich kein Freiwild. Aber ich habe hier und da ernsthaft gelesen, dass die angegriffenen Frauen angeblich selbst dran schuld wären, weil sie so dumm waren und Minis anhatten, die kaum das Hinterteil bedeckt hätten. Und das halte ich für eine selten dämliche Behauptung.

Das würde sich ja mit der unsäglichen Äußerung von Kölns Oberbürgermeisterin Reker decken. Denn die hat Verhaltensempfehlungen für Frauen losgelassen. Die sollen sich gefälligst bedecken und so. Nein, das kann niemand irgendwem auferlegen. Wie man sich kleidet, ist jedem selbst überlassen. Ich halte so etwas für ausgemachten Schwachsinn. Eben solcher wie der Schutz von Flüchtlingen vor den Frauen durch die Polizei. Ja, das ist Satire. Und hier darf man gern übertreiben.

Übertreiben darf man aber ganz und gar nicht, was dieses sensible Thema an sich betrifft. Und man darf auch nicht mit Falschaussagen daher kommen. Ob es das Eine oder eher das Andere ist, was ich da gelesen habe, kann ich noch nicht sagen, aber es wird behauptet, dass Sebastian Krumbiegel (Die Prinzen) behauptet haben soll, dass so etwas, was da in Köln passiert ist, „völlig normal“ sei, wenn Männer zusammen etwas trinken, und man das Ganze nicht so aufbauschen sollte.

Das Problem an der Sache ist: Marco Delgardo, den ich da eben verlinkt habe, bezieht sich auf ein Fernseh-Interview, das ich beim besten Willen nicht finden kann. So kann man natürlich schnell mal irgendwas behaupten. Wer weiß, vielleicht findet sich das Interview noch an. Aber es hätte ja irgendwem in den sozialen Netzwerken auffallen müssen, oder? Wem das Interview bekannt ist, der gebe mir mal bitte Bescheid.

Nein, etwas wie „Die Frauen sollen sich mal nicht so haben“ oder gar „Die Weiber sind doch selber schuld“ kann man so nicht stehen lassen. Und jede Behauptung dazu macht die Sache noch falscher. Niemand hat das Recht, etwas derartiges mit einem anderen Menschen zu machen und dann auch noch die Schuld bei anderen zu suchen. Und wer auch immer solche Falschmeldungen immer verbreitet, hat es nicht anders verdient. Solchen Leuten muss der Vogel gezeigt werden. #Ausnahmslos.

Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *