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Die wunderbare Welt des TTIP

Das Transatlantische Freihandelsabkommen TTIP – oder eben TAFTA – beschert uns eine wunderbare Welt. Dies wollen uns die etablierten Politiker immer mal wieder wissen lassen. Dass das Ganze aber nicht wirklich so einfach wird, sollte jedem klar sein. Es gibt etliche Studien dazu, die eben genau das erzählen: TTIP nützt in Europa niemandem etwas. Aber wir bauen uns trotzdem diese Welt weiter, nicht wahr?

Durch dieses ominöse Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU – übrigens genauso wie das kanadische Pendant namens CETA – sollen Studien zufolge mehrere hunderttausend Arbeitsplätze in Europa wegfallen. Und die Arbeitsplätze, die dann noch vorhanden sein werden, werden weniger wert sein. Also werden die Arbeitnehmer zukünftig in Europa weniger Geld haben. Mal abgesehen von Chlorhühnchen und Genmais, aber solche Entwicklungen sind doch fatal, oder?

Man kann da jetzt mit Studien um sich werfen, wie man will. Die Politik wird immer abwiegeln. Und die Medien spielen dazu eine ziemlich ambivalente Rolle. Was macht dann also der normale Bürger in der Europäischen Union? Der denkt sich mit großer Sicherheit: Ach, das wird schon alles nicht so schlimm werden. Nein, Leute, das wird alles noch viel schlimmer.

Die Leipziger Internetzeitung hat sich jetzt mal auf die Organisation ATTAC und auf das Referat Ökonometrie im Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-Böckler-Stiftung berufen und sich mit Studien zum Freihandelsabkommen beschäftigt. Und da muss ich ehrlich sagen, dass mir schleierhaft ist, wieso man so gleichgültig sein kann. Ich spreche damit die Politik an.

Aber was will man von Politikern erwarten, die einfach mal Steuerspar-Tourismus amerikanischer und europäischer Weltkonzerne nicht aufhalten? Was will man von einem Wirtschaftsraum erwarten, dessen politische Führung schon lang kein Interesse mehr an der Bevölkerung hat? Lieber lässt man Amazon und Co. Briefkastenfirmen in Luxemburg errichten, damit die Millionen bis Milliarden an Steuern sparen, als dass man sich um die Abschwächung der Konsequenzen von solchen Dingen wie eben diesem ominösen Freihandelsabkommen schert.

Das ist die wunderbare Welt des TTIP. Gemeinsam mit allgegenwärtiger Überwachung werden wir alle bald nur noch Hamster in einem riesigen Rad sein. Das ist das Einzige, wofür der dumme Bürger noch gebraucht werden könnte. Irgendwer muss ja den Laden antreiben. Das Hamsterrad muss sich drehen, damit Strom erzeugt wird, um die Maschinerie anzutreiben.

In Deutschland hat sich die Meinung breit gemacht, dass die doch eh machen, was sie wollen. Und unter den Verschwörungstheoretikern hat sich die Meinung breit gemacht, dass die unsere Gedanken lesen und uns unser Geld wegnehmen. Und irgendwie habe ich das Gefühl, dass beide dies irgendwie zusammengehören. Dazu kommt noch, dass Politiker einfach mal keine Lust mehr auf Politik haben und nahtlos einen Management-Posten in Konzernen übernehmen.

Aber waschen wir nur weiter alle unsere Autos und gießen unsere Balkon-Pflanzen. Was soll schon passieren? Und irgendwie kann ich die Russen und Chinesen verstehen, dass sie eine „Eurasische Union“ planen sollen, wenn man so diverse Berichte liest. Welche Entwicklungen da noch weiter folgen, kann man derzeit nicht absehen. Aber man regt sich in Deutschland nicht darüber auf, sondern bekommt 200 Puls, weil die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft gegen Gibraltar „nur“ 4:0 gewonnen hat.

Ich habe neulich die Doppelsendung „HungerDurst“ von Claus Kleber für das ZDF gesehen. Irgendwie passt das eben auch mit da hinein. Da riskiert man, dass ganze Regionen aufgrund von Hunger und Durst entvölkert werden. Man entwickelt hocheffiziente Melk-Karussells für hunderte von industriell gezüchteten und gemästeten Kühe. Und irgendwie wirkt das Alles, als ob ein großer Ellenbogen-Krieg entstanden ist: Der Stärkere isst, der Schwächere hungert. Möglicherweise gehört ja auch bald Europa dazu?

Ach ja, und was Ebola betrifft, kann ich mir nach vielem Lesen durchaus vorstellen, dass man in Westafrika durchaus eine Biobombe gezündet hat. Mittlerweile hat sich da meine Meinung geändert. Warum sollte man da nicht der Meinung sein, wenn man Landstriche entvölkert, kann man die Erzeugnisse von dort besser in der „Ersten Welt“ verbraten. Und wenn da USA, Kanada und Europäische Union an einem Strang ziehen, dann sind doch alle glücklich, oder? OK, die Afrikaner nicht. Und viele andere auch nicht, da man da ja auch ähnlich vorgehen könnte. Aber der Europäer wäre satt.

Wie soll das denn nur weitergehen? Soll man sich denn das alles nur immer gefallen lassen? Ich weiß, allzu viel wird der einzelne Bürger nicht tun können. Aber man kann sich doch solche Entwicklungen nicht einfach so gefallen lassen. Verschwörungstheorien hin oder her. Aber wenn man das Alles so verfolgt, kann einem wirklich schlecht werden. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber irgendwie beschleicht mich die Sorge, was noch alles schief läuft in der Welt.

Bildquelle: World by Prawny via Morguefile.com

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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