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Dressing, Tomaten und alte Socken – die komischen Auswüchse der Medien

In meinem Blog gibt es nicht umsonst das Schlagwort Mediendesaster. Aus aktuellem Anlass muss ich mal Bezug nehmen auf das, was diverse Medien in Deutschland so veröffentlichen. Man kann da zeitweise nur mit dem Kopf schütteln.

Da gibt es nämlich zurzeit die Sache mit dem Salatdressing vom Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle, das derzeit die Runde macht. Das will nämlich Heribert Prantl, ehemaliger Richter und Staatsanwalt und nun Gerichtsexperte bei der Süddeutschen Zeitung, herausgefunden haben, muss jeder Gast, der bei Voßkuhles eingeladen ist, mit anrichten.

Nun kam heraus, dass a) Prantl nie bei Voßkuhles war und b) Voßkuhle Dressing hasst. Schon schreibt die Carta vom Prantl-Gate. Die Frankfurter Rundschau gar mutmaßt, dass Prantl nun aufgrund der Geschichte seinen Stammplatz bei der Süddeutschen verlieren könnte. Jedenfalls sieht man damit, dass unwahre Äußerungen unter der Flagge von Medien durchaus auch einen Schwall an Ärger nach sich ziehen kann.

Ein ähnliches Beispiel ist die damalige deutsche Berichterstattung zu den Anschlägen vom 11. September 2001. Da wurde von ängstlich hinter Gardinen in der Küche aus dem Fenster blickenden Amerikanern gefaselt, die ständig nach Terroristen Ausschau halten. Und das vor dem Hintergrund, dass in einer amerikanischen Verfilmung Küchenszenen kaum Gardinen zeigen und die Küchen meistens nach hinten oder zur Seite liegen. Man kann also keine Terroristen sehen, dafür aber die Tomaten im Garten.

Das ist doch eigentlich eine völlig verquer gelaufene Berichterstattung. Gerade zu einem solchen Ereignis auf den Rücken von unbekannten Bürgern herumzutrampeln, ist so ziemlich das Letzte.

Am schändlichsten ist aber meiner Ansicht nach die Berichterstattung rund um Ex-Bundespräsident Christian Wulff. Man kann von dem Mann halten, was man will, aber in alten Socken nach Verwertbarem zu wühlen, ist nicht standesgemäß für eine Presse, wie sie eigentlich Deutschland braucht.

Was wurde alles behauptet! Sogar ein geschenktes Bobby Car soll dabei gewesen sein. Warum haben die Medien nicht noch die Mülltonnen der Wulffs durchsucht? War man sich dafür nicht doch zu schade?

Diese drei Beispiele zeigen auf, dass man Medienberichte öfter mal nachprüfen sollte. Liest man eine Meldung, kann man gern die Suche mit Suchmaschinen durchführen und dort nach Blogs oder Foren zum gleichen Thema suchen. Bestätigt sich das, kann man die Meldung glauben. Alles andere zählt mehr und mehr zu den komischen Auswüchsen der Medien.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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