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Der Union Jack - (C) PeteLinforth CC0 via Pixabay.de Der Union Jack - (C) PeteLinforth CC0 via Pixabay.de

Er hat sich commited – Denglischer Blödsinn

Ich kann es langsam nicht mehr hören, wenn sich irgendwelche Leute in heißem Denglisch üben. Was versprechen sie sich denn eigentlich davon? Ist es denn völlig aus der Luft gegriffen, ein wenig Sprach-Hygiene zu betreiben? Muss man denn unbedingt diese Sprachpanscherei betreiben? Das wirkt an manchen Stellen nicht nur, als ob die- oder derjenige sich wichtig machen will. Manchmal wirkt es auch reichlich deplatziert. Ja, ich weiß, das klingt konservativ. Aber ich muss das einfach mal loswerden.

Er hat sich commited

Wenn wir einmal nach dem englischen Wort „to commit“ schauen, dann fallen uns folgende Übersetzungen auf: eine Straftat begehen, etwas verüben, etwas anvertrauen, etwas übergehen usw. Was irgendwer meint, wenn man „Er hat sich commited“ sagt, ist, dass sich derjenige, über den so etwas gesagt wird, sich zu diesem und jenem verpflichtet hat.

Wenn jemand „Er hat sich dazu commited, die Aufgabe bis Freitag zu erledigen“ sagt, kann man doch auch „Er hat sich dazu verpflichtet, die Aufgabe bis Freitag zu erledigen“ sagen, oder? Wieso muss man denn immer herum denglischen? Manchmal wirkt das auf mich so, als müsste sich der Sprecher regelrecht hinter irgendwelchen englischen Floskeln verstecken. Das ist ja aber in den meisten Fällen gar nicht notwendig.

Das macht Sinn

Ja, Leute, auch das ist Denglisch. Hätten Sie nicht gedacht, oder? Es gibt im Deutschen nichts, aber auch wirklich überhaupt gar nichts, was es rechtfertigen würde, dass man von einer Sinnmachung redet. Wer kommt denn auf solche Ideen? Wieso kann nicht einfach irgendwas Sinn ergeben? Oder gar – oh, ich Teufel – sinnvoll sein? Sinn kann doch nicht gemacht werden, oder hab ich irgendwas verpasst?

Wieso komme ich darauf, dass ausgerechnet das auch zum Denglisch gehört? Ganz einfach. Dieser dumme Satz ist die wortwörtliche Übersetzung des englischsprachigen Satzes „This makes sense“ ins Deutsche. Ich weiß auch gar nicht, woher diese wortwörtliche deutsche Übersetzung kommt. Aber sie gehört nun einmal zur Verdenglischung. Und wieso muss man das denn so auf-Teufel-komm-raus so machen?

Nicht falsch verstehen

Ich mag die englische Sprache. Das bringt einfach mein Beruf in der IT so mit sich. Und ich will auch nicht einfach irgendwas ausgrenzen. Aber wieso mischt man die Sprachen einfach so, wie es dem einen oder anderen Sprecher so in den Sinn kommt? Die beiden genannten Floskeln sind nur Beispiele. Es gibt noch unzählige weitere. Manchmal kommt es mir so vor, als würden Sprecher völlig sorglos mit Worten, Sprachen und Übersetzungen umgehen.

Ich halte nichts davon, nun irgendwie vorschnell irgendwas zu denken. Von mir aus darf doch jeder Worte und so benutzen, wie man will. Aber ich halte nichts davon, allzu sorglos mit Sprachen umzugehen. Wenn man in einem Schulaufsatz „Abends fuhren wir retour“ (Ja, die Französierung greift auch arg um sich) lesen muss oder irgendwer sagt, dass Daten von Speicherplatz A nach Speicherplatz B „rüber geshipt“ werden müssen, dann denke ich mir, dass man sich da doch eher mit etwas Sprach-Hygiene beschäftigen sollte. Oder sehe ich das völlig falsch?

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

2 Gedanken zu „Er hat sich commited – Denglischer Blödsinn

  1. „Sinn machen“ konnte etwas schon zu Goethes und Lessings Zeiten, man kann den vermehrten Gebrauch heutzutage wohl auf den Einfluss des Englischen zurückführen, die Floskel gab es jedoch schon vor über 250 Jahren im deutschen Schriftgebrauch, insofern eher viel Lärm um wenig in diesem Fall.

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