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Ein Gemüsekorb - (C) condesign CC0 via Pixabay.de

Essen mit Antioxidantien

Wissen wir eigentlich, was wir alles essen? Es ist doch einfacher, die Mahlzeit aus der Packung in die Mikrowelle zu packen. Statt kochen. Haben wir schon mal gelesen, was alles an Inhaltsstoffen in den hach-so gesunden Lebensmitteln ist? Natürlich ist es einfacher, wenn man Essen einfach nur aus der Tüte mit Wasser anrührt. Aber ist das wirklich noch Ernährung? Wenn in unserer Nahrung ein Haufen Antioxidantien enthalten ist und uns die gesunde Ernährung damit vorgemacht wird, ist es dann wirklich gutes Essen?

Ja, ich weiß, man macht es sich leicht, wenn man einfach mal Soßenpulver in Wasser einrührt, um daraus eine Soße herzustellen. Aber das ist eigentlich kein richtiges Kochen mehr. Das ist mir alles klar. Als ich mal geschrieben habe, dass man eine Bolognese natürlich auch mit Soßenpulver anrühren kann, wurde ich gefragt, was das denn sein soll. Und klar, das geht alles auch anders. Aber in unserer schnelllebigen Zeit muss das Alles einfach schneller gehen. Niemand hat mehr Zeit dafür, das Kochen und das darauf folgende Verzehren zu genießen.

Da werden Eierkuchen in der Flasche gekauft, haltbar gemachte Brötchen aus der Box gefischt oder eben Soßenpulver statt richtiger Zutaten hergenommen. Und mancher hat noch vage Erinnerungen an die eigene Kindheit, als noch Mehl, Zucker, Eier, Butter und Co. zu einem richtigen Teig zusammengerührt wurden, wenn man denn am Wochenende Kuchen essen wollte. Heutzutage ist das eben die Schachtel aus dem Regal, zu der es dann auch noch heißt, dass Backen mit Liebe zu tun hat.

Nein, ich rede hier niemandem ein schlechtes Gewissen ein. Ich mache das ja selbst so. Na klar, man kann eine Bolognese neben dem Fleisch auch mit Knoblauch, Möhren, Sellerie, Zwiebeln, Tomaten, Peperoni und Co. machen. Aber es ist viel einfacher, die Tüte Soßenpulver aufzureißen. Ich mache da ja niemandem einen Vorwurf. Gerade weil immerzu alles schnell gehen muss, lässt man sich zu so etwas hinreißen. Aber wenn man dann eine Mahlzeit ohne kryptisch anmutende Inhaltsstoffe genießen kann, weiß man, dass man es eigentlich anders machen muss.

Vielleicht sollte man es wirklich anders machen. Den Instant Food Herstellern mal den Mittelfinger zeigen. Es gibt so viele, die der Lebensmittel-Industrie vorwerfen, den Konsumenten mit ihren Fertig-Produkten eine gesunde Welt vorzugaukeln. Vielleicht muss man da einfach etwas dagegen tun. Wenn ich mir zum Beispiel die Tomaten heutzutage anschaue, die nur noch rote Wassersäcke sind, oder Erdbeeren, die mutmaßlicherweise mit dem Fön gereift wurden, dann wünsche ich mir schon manchmal meine Kindheit zurück. Als meine Mutter mit dem Angebot in der DDR über Tage eine Pasta Asciuta zauberte.

Vielleicht sollten wir einfach mal auf die Verpackungen schauen, die wir kaufen. Welche Inhaltsstoffe sind enthalten? Können wir alles zweifelsfrei zuordnen? Wenn ich lese, dass Antioxidantien nicht nur zur Haltbarmachung von Lebensmitteln, sondern auch zur Verbesserung der physischen Gebrauchseigenschaften von Kunststoffen hergenommen werden, frage ich mich wirklich, was wir da alles an Lebensmitteln zu kaufen bekommen.

Essen bedeutet heute viel die Auffüllung von Vorräten im Körper. Man genießt doch schon lang nicht mehr richtig, was man gekocht hat. Weil man noch etwas vorhat. Da kann ich verstehen, dass Blogger, die sich Rezepte ausdenken, so etwas nicht mehr wollen. Die Hoffnung stirbt zuletzt, dass das so genannte „Clean Eating“ die Fertigsoße aus der Tüte irgendwann mal wieder ersetzt. Es ging doch früher auch, oder?

Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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