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Griechenlands Staatsanleihen bieten keine Sicherheiten mehr

Es war ja nur eine Frage der Zeit. Die griechischen Staatsanleihen gelten für die EZB nicht mehr als Sicherheit. War doch irgendwie klar. Mir kommt das Ganze so vor, als würde die Europäische Zentralbank im Allgemeinen und deren Chef Mario Draghi im Besonderen mit Ministerpräsident Alexis Tsipras dumm tun würde. Und schon schießt Griechenland zurück.

Griechenland braucht auch künftig Kredite. Die sind notwendig, um dieses Land irgendwie noch am Leben zu erhalten. Viel zu viel wurde von Tsipras Vorgängern falsch gemacht. Und was da jetzt immer mal so die Runde macht, nämlich eine steigende Belastung für die Mittelschicht und eine gleichbleibend niedrige Belastung für die Oberschicht, ist genauso falsch.

Da stellen sich griechische Politiker hin und erzählen einen auf „Was sollen wir denn machen? Gebt uns doch einen Schuldenschnitt“. Nein, dann lernt man es in Griechenland nie. Das Land muss die Oberschicht stärker belasten, als es derzeit geschieht. Die Behörden müssen dafür sorgen, dass wenigstens mehr als jetzt von den Reichen und Superreichen – nach griechischen Maßstäben – ihre Steuern bezahlen. Der griechische Staat darf nicht einfach so einen auf Kumpel mit griechischen Milliardären machen und deren Steuerschuld unter den Tisch fallen lassen.

Der griechische Finanzminister Varoufakis kommt mir immer mal wieder so vor, als würde er entschuldigend die Schultern zucken. Aber unterm Strich dürfte der EZB einfach der Glaube an den guten Willen zu fehlen, dass mit der neuen griechischen Regierung irgendwas anders wird. Und schon wird im deutschen Fernsehen darüber diskutiert, wie lang die jetzige Regierung Griechenlands durchhalten wird.

Es scheint auch wirklich die Meinung umzugehen, dass Tsipras und Varoufakis so weiter wursteln wie bisher. Aber irgendwie wollen sie im Vergleich zu den letzten Regierungsversuchen die besseren Poker-Spieler sein. Nicht umsonst hatte Tsipras angekündigt, das Transatlantische Freihandelsabkommen TTIP zu unterschreiben. Das kommt mir alles wie ein „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ vor. Und so kommt doch niemand weiter.

Wer weiß, vielleicht knickt die EU ja doch noch gegenüber Griechenland ein, sodass es zu einer Umschuldung kommt. Das wäre aber ein bisschen blöd, weil dann die EZB keine Argumente mehr hat, griechische Anleihen mit mehr als 0% zu verzinsen. Und dann wird Griechenland erst recht keinen Schmerz mehr haben, irgendwas an den Staatsfinanzen zu ändern.

Tsipras und Varoufakis können der gesamten EU noch gefährlich werden. Im Moment sind sie wirklich großartige Pokerspieler. Es ist denkbar, dass man bei EZB und Europaparlament darüber nachdenkt, wie man diese griechische Führung wieder los wird. Nur wird es dann noch schwieriger, in absehbarer Zeit eine sinnvolle Entschuldung des Landes zu erreichen. Einen schönen Artikel habe ich dazu bei der „Konjunktion“ gefunden. Was das alles für den „deutschen Michel“ bedeutet, habe ich noch nicht herausgefunden.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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