Skip to main content
Kunstinstallation am Lindenauer Hafen in Leipzig - von Tnemtsoni (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons Kunstinstallation am Lindenauer Hafen in Leipzig - von Tnemtsoni (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Hafenfest am Lindenauer Hafen in Leipzig

Der Lindenauer Hafen am Elster-Saale-Kanal in Leipzig wird seit längerem umgebaut und endlich richtig kultiviert. Nun gibt es Neuigkeiten aus der Gegend dort. Etliche Millionen werden dafür verwendet. Und 2018 soll das Prunkstück Leipzigs im Westen der Stadt fertig sein. Das Ganze soll mit der Eröffnung eines ganzen neuen Wohngebiets einher gehen. So ist das nun einmal in Leipzig. Da wird alles immer groß gemacht. Ob man das braucht oder nicht, ist egal, es wäre dann erstmal da.

Der Elster-Saale-Kanal und eben auch der Lindenauer Hafen boten jahrzehntelang eine eigene Idylle. Wo geplante Industrie nie zur Wirklichkeit wurde, hat sich ein eigenes Biotop entwickelt. Und deshalb musste man den Hafen auch komplett umbauen. Es war den Stadtfürsten schon immer ein Dorn im Auge, dass man an einer fast fertig gestellten Wasserstraße eine Industriebrache hat, die niemand so richtig nutzen konnte. Bis auf die Kraftfuttermittel-Firma, die dort seit langem ihren Sitz hat.

Und deshalb gibt es ein gigantisches Hafenprojekt, was wohl bis Ende letzten Jahres um die 20 Millionen Euro verschlungen hat. Das ist zwar nicht ansatzweise so viel wie der jämmerliche Flughafen-Versuch in Berlin. Aber Geld können wir auch in Leipzig gut versenken. Die Pläne waren und sind ehrgeizig, das muss man sagen. Man baut nicht nur den Hafen aus und baggert den Kanal frei, sodass er schiffbar gemacht wird, nein: Es entsteht mit der Zeit ein neues Wohnviertel. Das Quartier heißt wohl wie der Hafen: Lindenauer Hafen.

Die Immobilienfirma, die auf dem Hafengelände das Sagen hatte, ist die Aschaffenburger Firma Eyemax. Und die hat nun das Projekt verkauft. An einen Investor, der es richten soll. Noch wurde für das Wohnquartier kein Handschlag gemacht, und schon steigt die Bauleitung aus, oder wie muss ich das verstehen? Wenigstens sollen im Herbst dann die Bauarbeiten für das Wohnquartier starten. Und sie sollen nur ein Jahr dauern. Das wirkt wie ein sehr ehrgeiziger Fahrplan. Ob das wirklich alles so kommt, kann man nur erahnen.

Jedenfalls findet am 18. Juni auf dem Hafengelände eine Art Volksfest statt. Man kann durch das Gelände geführt werden, es werden Pläne präsentiert, und Unterhaltung ist wohl auch geboten. Ich bin mal gespannt, wie gut das besucht sein wird. Immerhin gibt es außer Wegen und neuen Uferbefestigungen und dem Durchstich zum Karl-Heine-Kanal noch nicht viel zu sehen. Ich bin ja skeptisch, dass das Volksfest so ein großer Renner wird. Aber ich kann mich ja täuschen.

Über den Lindenauer Hafen wurde viel erzählt. Ich bin mir nach wie vor nicht sicher, wozu der gut sein soll. Ich meine, außer dass wir die AIDA-Flotte in Lindenau anlegen lassen. Schließlich will der Leipziger gleich vom Wohnzimmer aus in See stechen. Das Projekt ist ambitioniert und schafft vielleicht ein neues Flair für die jahrzehntelang sehr unschöne Ecke und all sowas. Aber der Nutzen ist mir nicht klar. Aber was weiß ich denn schon? Darum frage ich mal Sie: Können Sie sich einen richtigen Nutzen für das Wohnviertel und den Hafen vorstellen?

Klar, Leipzig braucht Wohnraum. Wenn so vieles herunter gewirtschaftet wird, aber die Stadt weiterhin rasant wächst, wird es irgendwann eng. Und man braucht sicherlich auch etwas exklusives. Das ist alles keine Frage. Aber ich bin mir nicht sicher, ob es so etwas wie ein High Society Viertel am neu gebauten Hafen braucht, das eingezwängt ist zwischen den Arbeitervierteln Grünau und Lindenau. Ja, mir ist klar, dass da noch andere Bezeichnungen kursieren. Ich meine ja nur. Und deshalb bin ich nach wie vor skeptisch. Und Sie?

Verteilen Sie diese Erkenntnis doch einfach wie 11 andere auch

Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.