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HoGeSa – Aufruhr in Köln

Nein, das hatte ich verdrängt, was da gestern in Köln anstand. Unter dem Motto „HoGeSa“ war eine Demonstration angekündigt, in der Hooligans gegen gewaltbereite Salafisten protestieren wollten. Das Ganze geriet gestern voll und ganz außer Kontrolle. Was mir da gestern bei Twitter in den Nachrichtenstrom gespült wurde, sah nach Krieg aus. Deutschland im Herbst – das ist großes Kino.

Ich weiß noch, wie die Hamburger Polizei explodierte, als Alternative gegen die Schließung des Treffs „Rote Flora“ demonstriert hatten. Was mir da an Bildern gewahr wurde, zeigte: Die Fans der „Roten Flora“ protestierten zwar lautstark aber friedlich gegen die fortschreitende Gentrifizierung Hamburgs. Es war laut, aber alles war in Ordnung. Und dann brach plötzlich ein Mob los. Nicht etwa von Alternativen, sondern von der Polizei. Man ging mit äußerster Gewalt gegen die friedlichen Demonstranten vor.

Ähnliches geschah ebenfalls in Hamburg mit der Wohnsiedlung „Esso-Häuser“ oder in Frankfurt mit „Occupy“. Wer da jetzt denkt, ich beschwichtige irgendwas, der soll eben einfach mal danach recherchieren. Die Bilder sollten alle verfügbar sein. Und gestern konnte man im Internet den Kontrast feststellen.

In Köln fand „HoGeSa“ statt. Das steht für „Hooligans gegen Salafisten“. Ja, man denkt da vornehmlich an die Vorfälle in Koubane bezüglich des „Islamischen Staates“. Die Medien verteilten die Information, dass nun sogar Hooligans gegen den Terror seien. Was man dem interessierten Leser oder Zuschauer vorenthielt, war die Tatsache, dass ein großer Teil der Demonstranten eindeutig im rechten Spektrum zuhause sind.

Es wurden schwarz-rot-weiße Symbole gezeigt, es wurde laut gegen Ausländer skandiert, es wurden Passanten bepöbelt und verletzt. Dinge gingen zu Bruch, Autos wurden zerstört. Ich habe Bilder gesehen, bei denen schwarz gekleidete Personen in Thor Steinar Sachen mit Armbinden mit den Farben Deutschlands prügelnd auf andere losgingen. Auch zeigten Bilder, dass die gleichen Personen ein Polizeiauto umkippten. Es wurden eindeutig rechte Parolen gebrüllt. Eine eindeutig rechts gerichtete Rockband spielte.

Und was tat die Polizei? Die sicherte die Demonstration ab. Die gab gegenüber den Medien kund, dass man einige gewaltbereite Personen unter den Fußballfans festgestellt hatte, die keinem eindeutigen Spektrum zuzuordnen sind. Ernsthaft? Soweit ich weiß war gestern „Ausländer raus“ in Köln noch das leichteste, was da gebrüllt wurde. Tja, und die Medien? Die erzählten einen davon, dass sich eben Fußballfans anschickten, blind drauflos zu randalieren. Ja, es war gestern Fußball. Aber das war das geringste Übel.

Der geringste Teil der Medien nannte das Kind beim Namen. Und bei Twitter hieß es, dass man doch bitte schön von einem Nazi-Mob reden soll, wenn es doch einer ist, und nicht von vereinzelten Randalierern unter friedlichen Fußballfans. Und wenn ich das alles so überblicke, scheinen Medien und Polizei tatsächlich einfach so zu beschwichtigen.

Das wirft natürlich ein böses Bild auf alles weitere. Man kann sagen, dass Köln überall in Deutschland sein kann. Wie sind denn dann Berichterstattungen zu anderen Demonstrationen zu bewerten? Wie ist das dann in Hamburg, in Frankfurt, in Leipzig und so weiter einzuordnen? Mir scheint, als ob man einfach nur beschwichtigt. Ich sehe mich weder im linken noch im rechten Spektrum. Ich bin auch nicht mit den Entwicklungen rund um die Salafisten – wie sie bekannt werden – einverstanden. Aber ich finde, Polizei und Medien sollen das Kind beim Namen nennen und insbesondere die Staatsgewalt energisch gegen solche Entwicklungen vorgehen. Sonst haben wir bald größere Probleme. Das ist Deutschland im Herbst – großes Kino.

Bildquelle: Hooligans – free picture via morguefile.com

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

One thought to “HoGeSa – Aufruhr in Köln”

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