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Huch, der Rubel ist zusammengerutscht?

Russland ist am Ende. Der Rubel verfällt. Wir werden alle sterben. Rette sich wer kann. Der Himmel stehe uns bei. So in etwa hört es sich an, was man da derzeit hört. Fast kommt man sich in das kleine gallische Dorf von Asterix, Obelix und Majestix zurückversetzt, in dem die Einwohner am meisten Angst davor hatten, dass ihnen der Himmel auf den Kopf fällt.

Nein, die Russische Föderation ist nicht am Ende. Aber sie hat Probleme. Natürlich ist es eine andere Kategorie, wenn die russische Währung in Turbulenzen gerät, als wenn es meinetwegen die bhutanische Währung Ngultrum wäre. Natürlich muss man da mit den Flügeln schlagen, wenn es zu einem regelrechten Kursrutsch des Rubels an den Devisenmärkten kommt. Aber kann es sein, dass es dafür eine einfache Erklärung gibt?

Ich vermute ja, dass die Sanktionen gegen Russland greifen. Im Zuge der russischen Belagerung der Ukraine hatte man sich ja auf Seiten der EU und der USA dazu entschlossen, Sanktionen gegenüber Russland auszusprechen. Solche Dinge greifen ja nie von jetzt auf gleich. Es kann ja theoretisch sein, dass Investoren und Spekulanten nun die Meinung haben, dass man besser erst einmal nicht in Russland investieren sollte. Und wenn man da seine Dinge loswerden will, muss man ja erstmal jemanden finden, der dafür ordentlich Geld bezahlt. Und das ist wohl derzeit schwierig. Es scheint zumindest so.

Bei der „Konjunktion“ lese ich, dass sich die Lage dramatisch zuspitzt und sich die Welt auf ein globales Finale zubewegen würde. Man schreibt in der Pressewelt von einem Sturzflug, von einem gewollten Absturz, von einem dramatischen Verfall. Und irgendwie könnte das Alles damit zusammenhängen, dass man Russland als Aggressor sieht. Das hat wohl, wenn man sich so umschaut, gewaltigen Einfluss auf die russische Volkswirtschaft. Es belastet sie. Aber warum passiert das ausgerechnet jetzt?

Wenn man sich jetzt eine Verlaufsgrafik anschaut, wie sich der Rubel gegenüber dem Euro geschlagen hat, dann fällt in der Tat ein gewaltiger Sturz auf. Und wenn man Wladimir Putin fragt, was da passiert ist, dann sagt der, dass der Westen gar die Existenz Russlands gefährden würde. Also doch: Wir werden alle sterben. Aber verschlimmert man damit nicht alles noch ein wenig mehr?

Nun ja, der Ölpreis soll es sein, liest man allenthalben. Der ist zusammengerutscht. Da Russland ein gigantischer Erdöllieferant ist, kann das natürlich damit zusammenhängen. Und dann sind es auch seit Wochen andauernde verbale Scharmützel zwischen Washington, Brüssel und Moskau. General Motors will gar vorerst keine Autos mehr nach Russland liefern. Und so hatte Putin heute seine Pressekonferenz abgehalten und von einer schweren Wirtschaftskrise in Russland geredet, von der man sich wohl erst in zwei Jahren erholt haben werde.

Aber natürlich ist der böse weiße Mann der Westen an der misslichen Lage schuld. Klar, wer sonst? Putin sieht sicher kein Stück die Schuld bei Russland. Man hat nicht etwa ohne wirkliche Not das Militär aufgerüstet, man hat nicht etwa verpennt, Reformen durchzuführen, man hat nicht etwa einen teuren Kampf in der Ukraine vom Zaun gebrochen, der Unmassen an Geld verschlingt. Aber der Westen ist schuld. Sicher.

Ich nehme an, dass es bald zu recht irrationalen Handlungen in Moskau kommen wird. Denn der Rubel hat wirklich große Probleme. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass Russland am Ende ist. Irgendwann musste es sich rächen, dass man sich so hingestellt hat, als wäre Russland der Nabel der Welt. Nun darf man ein wenig Demut zeigen und sollte seinen Kram in Ordnung bringen. Oder wie sehen Sie das?

Bildquelle: Herstellung von Rubel-Banknoten – RIA Novosti archive, image #978876 / Alexey Kudenko / CC-BY-SA 3.0 [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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