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Im Namen von Allah – Was man aus Gesten lernt

Ja, ich habe einen provokanten Titel gewählt. Das war volle Absicht. Aber mich regt die Gutmensch-Bösmensch-Debatte rund um den Islam einfach mal auf. Natürlich ist es zu verachten, was da der IS-Terror anrichtet. Und natürlich sind nicht alle Muslime so. Aber nun bei irgendwem den schwarzen Peter zu suchen, das ist doch nun wirklich Blödsinn.

Der Islam ist nicht schlechter oder besser als jede andere Religion. Er ist naturgemäß anders. Das ist gut und richtig so. Es sind nicht alles Teufel, wie Muslime viel hingestellt werden. Was man aber anhand von Gesten ablesen kann, wenn andere über den Islam sprechen, das ist bemerkenswert. Ein solches Schauspiel fand gestern Abend in der ARD bei Günther Jauch statt.

Gestern Abend habe ich bei Günther Jauch reingeschaut. Eigentlich ist das nicht so meine Gewohnheit, und es war eigentlich auch nur Zufall. Aber dann habe ich den Talk unter dem Titel „Gewalt im Namen Allahs – wie denken unsere Muslime?“ verfolgt. Und was sah ich? Einen hyperventilierenden, wild gestikulierenden Imam namens Abdul Adhim Kamouss. Natürlich wurden ihm die Gewalt-Exzesse rund um den „Islamischen Staat“ um die Ohren gehauen, natürlich die Anwerbeversuche in deutschen Fußgänger-Zonen, natürlich seine eigenen Predigten.

Alles diskutierte der Mann weg. Sogar seine eigenen Reden, dass Frauen sich gefälligst dem Sex mit dem Ehemann hinzugeben haben, sonst würden irgendwelche Engel sie dazu zwingen, oder dass sie gefälligst nur nach ausdrücklicher Erlaubnis des Mannes das Haus zu verlassen haben, tat er als „falsch“ ab. Er war eben jung. Aber er war eben nicht mehr jung, als er mit einem konvertierten Rapper sprach und ein Video produzierte, als der sich eindeutig für den Dschihad und für den „Islamischen Staat“ bekannte und Kamouss ihm dabei gut zuredete.

Aber das war ja alles dummes Zeug. So kam mir die Argumentation des Imam zumindest vor. Entweder schwang er wild die Arme, sodass Teilnehmer der Runde Sorge um Gesichtspartien haben mussten. Oder er setzte sein feistes Grinsen auf, bei dem man unweigerlich an „Quatscht doch, was ihr wollt“ denken musste.

Die anderen Diskussionsteilnehmer kapitulierten ob der Präsenz des Predigers. Sogar Unionsbollwerk Wolfgang Bosbach war vergleichsweise kleinlaut. Das lag aber auch daran, weil den etablierten Politikern das Vermögen fehlt, Dinge klar beim Namen zu nennen. Natürlich ist Deutschland ein weltoffenes, tolerantes Land. Und das soll auch bitteschön so bleiben. Aber wo Hass gepredigt wird und ziellose Jugendliche für eine verheerende Sache herangezogen werden, muss man das Kind auch beim Namen nennen. Und das fehlte mir bei Bosbach.

Ich habe überhaupt nichts gegen Muslime. Ich kenne einige. Und die leben alle ein völlig normales Leben. Die finden das auch eher doof, was da im Nordirak und Syrien und Co. passiert. Und die finden das auch schrecklich, dass sich Leute so einfach auf die Religion, verlängert durch „ismus“ einlassen. Denn es ist einfach mal so, dass der Islam einfach mal so gar nichts mit Islamismus zu tun hat. Jeder klar denkende Moslem sieht das so.

Mit Diplomatie kommt man da nicht weiter. Diejenigen, die aus dem Islam eine Terror-Doktrin machen, sollten dann eben auch nicht als „Gefährder“ bezeichnet werden. Das sind nun einmal Islamisten. Und Islamisten haben mit dem Koran nicht so sehr viel am Hut. Mir kommen die Islamisten des „Islamischen Staates“ so vor wie die Kreuzritter im Mittelalter. Das hatte auch nichts mit Kirche zu tun. Nun aber im Diplomatendeutsch einen daher reden, führt nicht weiter.

Der ehemalige Leiter der „Wirtschaftswoche“ Roland Tichy schreibt in seinem Blogartikel zutreffend von einer feigen, schwachen Gesellschaft. Wenn ein Imam Hass predigt, darf der nicht noch hofiert werden. Das entspricht nicht den Vorstellungen einer friedlichen Gesellschaft, die Deutschland derzeit ist. Insofern wurde Kamouss mit seinen Bulldozer-Argumenten und die anderen Teilnehmer durch ihre Weichheit ganz klar identifiziert. Und deshalb muss ich auch Tichy Recht geben, wenn er sich bei Jauch für diese Entlarvung bedankt.

Noch einmal: Niemand hat etwas gegen irgendeine Religion. Ich habe ja auch nichts gegen den Islam. Aber an eine gesellschaftliche Ordnung muss man sich halten. Das wird auch nicht besser, wenn man seine Diskussionspartner vollbrüllt. Und damit ist sicher alles gesagt.

Bildquelle: Abdul Adhim Kamouss – via Huffington Post (http://i.huffpost.com/gen/2110866/thumbs/o-IMAM-facebook.jpg)

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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