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Köln - (C) Taken CC0 via Pixabay.de Köln - (C) Taken CC0 via Pixabay.de

Köln – Eine Armlänge Schwachsinn

An Silvester kam es in Köln und vermutlich auch in Stuttgart und Hamburg zu Übergriffen auf Frauen. Beschuldigt wird eine diffuse Menge. Die Täter sollen „nordafrikanisch oder arabisch“ ausgesehen haben. Und irgendwie drängt sich mir der Verdacht auf, dass hier eine ziemlich eigenartige Komödie gespielt wird. Moment, nicht gleich schimpfen, ich werde das erklären. Warten Sie mal ab.

Über den Vorfall in Köln wird erzählt, dass an Silvester eine große Menschenmenge vor dem Hauptbahnhof feierte. Es war eine aufgeladene Stimmung. Neben Unmengen von Alkohol waren Unmassen von Böllern im Spiel. Es heißt, dass Böller auf Menschen geschossen wurden. Es heißt, dass sonstwas passierte. Und vor allem heißt es, dass viele dort feiernde Frauen sexuell genötigt wurden und wohl auch obszön berührt wurden und all das. Jetzt müssen wir vorsichtig sein, was wir hier behaupten. Denn die Nachrichtenlage dazu ist chaotisch.

Erst wurde ja so gut wie gar nichts dazu erzählt, dann platzten die sozialen Netzwerke aus allen Nähten, und jede Menge Nachrichten von den Medien wurden veröffentlicht. Und alle Welt fragt sich, warum die Medien nicht schon eher etwas berichtet haben. Und es wird mit unzähligen Fingern auf die Polizei gezeigt, weil die erst behauptet hatte, dass die Situation am Ort des Geschehens ruhig und kontrolliert war. Oder so etwas in der Art. Aber es scheint erst einmal so zu sein, dass tatsächlich Griffe unter fremde Röcke oder so erfolgt sein müssen. Das redet niemand klein.

Ich möchte mal den Mann sehen, dem es gefallen würde, wenn ihm auf offener Straße von fremden Leuten in die Hose gepackt werden würde. Und kommen Sie mir nicht damit, dass das ja so etwas von geil wäre. Am Ende würden sich bei solchen Taten auch Männer schmutzig und benutzt vorkommen. Und wer weiß, was da an Silvester sonst noch vorgefallen war. Deshalb ist ja mein Reden, dass man das keineswegs klein reden darf.

Was ich aber merkwürdig fand, war die Tatsache, dass Anzeigen bei der Polizei in Köln eingingen, dass „nordafrikanisch oder arabisch aussehende Männer“ die Frauen bedrängt hätten. Bei um die 1000 Menschen am Hauptbahnhof waren es ausgerechnet „diese Ausländer“ oder „diese Flüchtlinge“ oder so, die diese Schande da fabriziert haben. Ausgerechnet. Es konnte ja auch nicht anders sein, oder? Ich meine, wenn es wirklich so war, okay. Wie gesagt, ich habe nicht das Recht, das anzuzweifeln. Aber sind wir denn sicher, dass es so war?

Nein, ich war nicht dabei, kann mir also kein wirkliches Urteil erlauben. Aber ich habe da ja doch ein paar Zweifel. Ich will nicht grundlos jemanden in Schutz nehmen. Ebenso wenig will ich jemanden vorverurteilen. Und im Prinzip kann ich mir das Alles auch schenken. Aber ich kann nun einmal nicht aus meiner Haut. Ich habe ein wenig Bauchschmerzen, wenn ausgerechnet in der angespannten Zeit mit den vielen Flüchtlingen Männer, die wie beschrieben ausgesehen haben sollen, diese schändlichen Taten gemacht haben sollen.

Ich habe darüber mit meiner Freundin gesprochen. Ich war eigentlich der Meinung, dass der muslimische Glaube übermäßigen Alkoholkonsum (der zweifellos eine gewichtige Rolle in der bewussten Nacht gespielt haben muss) verbieten würde. Aufgrund ihrer eigenen Vergangenheit konnte sie mir aber bestätigen, dass dies nur in den Heimatländern so gelebt werden würde und Menschen arabischer Herkunft gern anderswo in Sachen Alkohol über die Stränge schlagen. Insofern kann das Alles stimmen. Vielleicht waren das auch Menschen irgendeiner Herkunft, aber nicht unbedingt Flüchtlinge.

Aus diesem Grund sollte man vorsichtig sein, was da behauptet wird. Ich bin sehr vorsichtig geworden, was Behauptungen zu den Themen Flüchtlinge, Migration und so etwas betrifft. Ich würde vorschlagen, dass hier erst einmal alle Fakten geprüft werden sollen, bevor hier weiter irgendwelche Behauptungen und Beschuldigungen die Runde machen. Wie gesagt, was über die Silvesternacht am Kölner Hauptbahnhof behauptet wurde, glaube ich erst einmal. Was aber dahinter steckt, möchte ich da doch lieber erst einmal abwarten.

Abwarten konnte es aber nicht die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker. Denn die Frau, die selbst kürzlich Opfer eines versuchten Attentats wurde, war sich nicht zu fein zu behaupten, dass Frauen doch lieber selbst aufpassen sollen und lieber „Eine Armlänge“ als Distanz wahren sollen. Dass hier die Menschenwürde und die Gesundheit von Menschen geschützt werden müssen, fiel ihr vermutlich nicht auf. Sie kassierte dementsprechend viel Spott in den sozialen Netzwerken ein.

Meine Meinung ist, dass da viel falsch gelaufen ist. Es ist erst einmal nicht zu ignorieren, was da vorfiel. Wer dafür verantwortlich war, muss genau geprüft werden. Und so lang sollte sich vermutlich jeder einmal zurückhalten, irgendwelche Nutzlos-Tipps zu verlautbaren. Keine Frage, das muss aufgeklärt werden. Und so lang nichts aufgeklärt ist, darf man nicht einfach so etwas behaupten. Aber was weiß ich denn schon? Ich bin doch nur der dumme Blogger, der zum Zeitpunkt nicht vor Ort war. Und noch schlimmer: Ich bin ein Mann, wie kann ich dazu überhaupt etwas sagen?

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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