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Eine Zeitung vom "Leeuwarder Courant" - (C) Andrys CC0 via Pixabay.de Eine Zeitung vom "Leeuwarder Courant" - (C) Andrys CC0 via Pixabay.de

LEGIDA-Marsch am 23. Februar genehmigt – Und die „Lügenpresse“ dazu

Ich dachte, LEGIDA wäre aufgrund der Auflösungserscheinungen von PEGIDA auch beendet. Aber nein, sie gehen am Montag mal wieder spazieren. Ja, die Stadt Leipzig hat das Ganze genehmigt. Inwieweit genügend Leute zusammenkommen, damit das überhaupt ein nennenswertes Event wird, kann natürlich niemand sagen. Aber es wurde erst einmal eine Route bestimmt.

Der „Preußische Anzeiger“ erzählt darüber, dass LEGIDA am Montag den „Innenstadtring“ benutzen dürfe. Und dabei sei die Einschätzung der Polizei berücksichtigt worden. Und dann kommt eine Liste der Straßen, die LEGIDA am Montag benutzen darf. Ich zitiere hier mal das Original der Stadt Leipzig:

  • Augustusplatz/Opernseite (Sammlung & Auftakt)
  • Georgiring (Außenring)
  • Wintergartenstraße
  • Schützenstraße
  • Querstraße
  • Grimmaischer Steinweg
  • Augustusplatz / Opernseite (Abschluss & Beendigung).

Jetzt erinnern wir uns mal an den „Preußischen Anzeiger“. Die Passage aus dem Text lautet:

Die Stadt Leipzig hat LEGIDA für kommenden Montag erlaubt, den historisch bedeutsamen Innenstadtring in Leipzig zu benutzen. Bei der Entscheidung sei die Einschätzung der Polizei berücksichtigt worden.

Für nicht-ortskundige Leser: Vom Augustusplatz bis zur Wintergartenstraße ist Innenstadtring. Nämlich das nordöstliche Viertel. Die Wintergartenstraße ist eine beruhigte Zone mit Straßenbahnverkehr. Schützenstraße und Querstraße führen zu den östlichen Ausfallstraßen, die vom Augustusplatz den Grimmaischen Steinweg bilden.

Der Text ist also falsch. Richtig heißen müsste es: Die Stadt Leipzig hat dem LEGIDA-Bündnis erlaubt, Teile des Rings und Nebenstraßen zu benutzen. Verkehrstechnisch bedeutsam sind dabei Grimmaischer Steinweg – Augustusplatz – Georgiring.

Genehmigte Route der LEGIDA-Demo am 23.02.2015 - Ausschnitt Google Maps, Route skizziert
Genehmigte Route der LEGIDA-Demo am 23.02.2015 – Ausschnitt Google Maps, Route skizziert

Es ist beim „Preußischen Anzeiger“ keine Quelle angegeben, aber es wurde schamlos der Text der Stadt Leipzig kopiert. Das Gleiche ist auch bei einem dort verlinkten rechten Blog, den ich hier nicht aufführe, geschehen. Lediglich die Quelle wurde als Text, aber nicht als Link angegeben. Klar, wenn man davon erzählt, dass der Innenstadtring mit Segen der Stadt okkupiert werden kann, was nachweislich nur für einen Teil gilt.

Also wer ist nun die Lügenpresse? Die verschwörungstheoretischen oder rechten Blogs? Oder dann doch lieber Nachrichten, die auch so genannt werden können? Wer wirklich wissen will, wo sich der Augustusplatz am Innenstadtring befindet, dem empfehle ich einfach mal die Wikipedia. Was da bei den genannten Blogs veröffentlicht wurde, ist a) Schmarrn und b) eine Urheberrechtsverletzung.

Bildquelle Titelbild: Eine Zeitung – (C) Andrys CC0 via Pixabay.de

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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