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Leipzig hat gezeigt, dass LEGIDA gescheitert ist

2000 Demonstranten der LEGIDA-Bewegung, dem Leipziger Ableger von PEGIDA, liefen durch Leipzig. Und ihnen wurde gezeigt, was Leipzig ausmacht. 2000 vorgeblich friedlich und schweigend laufende besorgte Bürger liefen durch das Waldstraßen-Viertel in der Nähe der Red Bull Arena. Und Leipzig hat gezeigt, dass LEGIDA nicht das Volk ist. Ich muss gestehen, dass ich nicht dabei war. Aber die Wort- und Bildmeldungen in den sozialen Medien sagen alles aus.

Ja, es waren 2000, wie man so hört. Sie waren auch weitgehend friedlich unterwegs. Natürlich wurden die bekannten Parolen gerufen, die überall kritisiert wurden. Insofern dürfte sich LEGIDA nicht von PEGIDA unterschieden haben. Ein Gros der Teilnehmer wollte wahrscheinlich wirklich auf Missstände aufmerksam machen, die es in der Tat auch in Leipzig gibt. Und am Rande flogen die Böller und wer weiß, was sonst noch.

Die 2000 LEGIDA-Demonstranten sahen sich aber einer gewaltigen Gegenbewegung gegenüber, die sich NOLEGIDA nennt. Unterm Strich sollen es auf der Gegenseite (wenn man sie denn so nennen will) um die 35000 gewesen sein. Die kamen aus der Innenstadt, aus den westlichen Stadtteilen, von überall her. Red Bull und Co. haben auch mitgemacht, denn das Stadion war finster. Keine Strahlkraft für krude Gedanken, die wohl auch bei LEGIDA verbreitet wurden. Neben aller berechtigter Kritik an Legislative, Exekutive und Judikative.

Oberbürgermeister Burkhard Jung wies in einer energischen Rede darauf hin, dass Leipzig in diesem Jahr keine 1000 Jahre feiern würde, wenn man sich eingeigelt hätte. Leipzig war immer weltoffen. Das muss auch eine Stadt sein, die als eine der größten und einflussreichsten Handelsplätze galt und auch wieder gelten will. Araber, Afrikaner, Skandinavier, Westeuropäer – all das wird wohl immer schon zum Straßenbild gehört haben. Das lag nicht nur am florierenden Handel, sondern auch an einer weltweit renommierten Universität.

Nein, in Leipzig gehört es einfach dazu, bunt zu sein. Man darf gegen das Establishment wettern. Man darf nicht mit „denen da oben“ einverstanden sein. Dagegen darf man auch demonstrieren. Das ist legitim. Aber gegen eine faktisch nicht existente Islamisierung gerade in Sachsen ist es Unsinn, eine Demonstration ins Leben zu rufen. Am Ende kommt so etwa dabei heraus wie beim Bau der Ahmadiyya-Moschee in Leipzig Gohlis.

Sehenswerte Impressionen hat die Leipziger Internetzeitung zusammengetragen. Interessant auch, was die Leipziger Volkszeitung getickert hat. Es zeigt, dass Leipzig mal wieder gezeigt hat, wie stolz die Stadt ist. Und man hat sich seine Weltoffenheit bewahrt. Das verdient allerhöchste Anerkennung. Klar, die Defizite der Stadt sind nicht kleiner geworden. Aber Leipzig bleibt weiterhin bunt. An den Problemen wird dann ab morgen gearbeitet. Versprochen, Oberbürgermeister Burkhard Jung?

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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