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Leipzig: Lindenauer Hafen - (C) Joeb07 / CC 3.0 BY / Geolocations Leipzig: Lindenauer Hafen - (C) Joeb07 / CC 3.0 BY / Geolocations

Leipzig – Neues vom Lindenauer Hafen

Wer es von meinen Leipziger Lesern noch nicht mitbekommen hat: Am Lindenauer Hafen herrscht gewaltige Bautätigkeit. Dazu gibt es Neuigkeiten. Das Prestige-Projekt aus fiebrigen Träumen der Stadtverwaltung nimmt weiter Formen an. Und es gibt teilweise Entwarnung bezüglich der Kosten, die aus dem Ruder laufen. Nichtsdestotrotz ist der Hafen ein teures Spielzeug, was sich da die Stadt bauen lässt.

Nächstes Jahr wird der Hafen geflutet. Er bekommt Wasseranschluss. Nein, die „Queen Mary 2“ wird deshalb trotzdem nicht nach Leipzig kommen. Aber immerhin. Der Lindenauer Hafen wird an den Karl-Heine-Kanal angeschlossen. Es geht um ein Kanalstück von 665 m Länge. Das kostet 8 Millionen Euro. Das wäre auch billiger gegangen. Aber man hat eben eine Halbinsel gebaut und hatte mit den Altlasten aus Industrialisierung und DDR zu kämpfen. Und im Sommer nächsten Jahres soll das Alles dann übergeben werden.

Man hatte sich ja auch in der Stadtverwaltung daher geträumt, eine Marina im Hafengelände zu bauen. So mit Wassergrundstücken und Tankmöglichkeiten und Liegeplätze für die entsetzlich vielen Jachten, mit denen man die Ströme befahren kann, die sich durch Leipzig ziehen. Wer kennt nicht den tosenden Strom namens Pleiße oder gar die Luppe oder die Weiße Elster? Dafür müssen ja Liegeplätze zur Verfügung stehen. Wie auch immer – jedenfalls hat die Stadtverwaltung entschieden, dass man diese Marina weder bauen noch betreuen und erst recht nicht bezahlen will. Das ist wenigstens eine gute Nachricht.

Denn irgendwie war man ja als Bürger dieser Stadt der Meinung, dass die Stadtverwaltung wie die Besinnungslosen das Geld zum Fenster hinauswirft. Ich meine, mir ist nach wie vor nicht klar, wozu man den Hafen überhaupt saniert. Man wird keine Wasserfahrzeuge zwischen Hamburg und Leipzig hin und her fahren lassen, die der Wirtschaft dienlich sein werden. Man wird das Alles bestenfalls für Wasserwanderungen nutzen. Tourismus und so, das ist das Thema der Hafens. Aber diese ominöse Marina hätte dem Ganzen noch die Krone aufgesetzt. Bei all dem wäre es nochmal um 40 Millionen Euro gegangen. Geld, das die Stadt nicht hat.

Wie auch immer – Der Hafen ist teuer und der Nutzen nicht gänzlich geklärt. Aber man ist wenigstens nicht haltlos. Aber ernsthaft: Hätte man nicht das ganze Bauvorhaben rund um den Lindenauer Hafen und den Karl-Heine-Kanal und den Stadthafen an Investoren vergeben können und das damit frei gewordene Geld lieber für die Sanierung von Schulen und Kindergärten hernehmen sollen? Womit ich wieder dabei bin, dass sich mir der Sinn des Hafens nicht erschließt. Denn reißende Ströme, die nennenswerte Schiffe befahren können, gibt es hier nicht. Und für Tourismus wird da noch viel Image-Pflege betrieben werden. Die kostet Geld. Und die Schulen müssen warten.

Ich habe da so eine gespaltene Meinung dazu. Zumal ja weiter gebaut wird. Der Elster-Saale-Kanal soll ausgebaut werden. Dieses Mammut-Projekt wird dann wohl wieder riesige Löcher in Kommunal-, Landes- und Bundeshaushalte reißen. Und das Alles für Paddelboote? Kommen Sie, da muss doch mehr Zweck dahinter stehen. Ich denke ja immernoch an die „Queen Mary 2“.

Bildquelle: Leipzig: Lindenauer Hafen – (C) Joeb07 / CC 3.0 BY / Geolocations

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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