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Motel One - Logo vom Spittelmarkt Berlin - By Lotse (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons Motel One - Logo vom Spittelmarkt Berlin - By Lotse (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Leipzig: Noch’n Motel

In Leipzig steht am zentralen Augustusplatz, einem Prunkstück der Stadt, ein ziemlich unansehnliches Gebäude. Dafür soll es jetzt endlich eine Zukunft geben. Die Rede ist von der alten Hauptpost, für die es schon allerlei Verwendungspläne gab. Aber eigentlich rottet der Betonbunker seit Jahren vor sich hin. Allerdings gibt es nun ernsthafte Pläne für das Gebäude. Es soll ein drittes Haus der Motel One Gruppe in Leipzig entstehen. Ja, noch’n Hotel. Ist das nun gut oder schlecht?

Hauptpost Leipzig - By Mfgsu (Own work) [CC BY 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons
Hauptpost Leipzig – By Mfgsu (Own work) [CC BY 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons
Die Hauptpost ist ein ziemlicher Schandfleck im Zentrum Leipzigs. Was wurde nicht schon alles mit ihr veranstaltet. Der immer schon hässliche Bau am Augustusplatz steht seit 2011 endgültig leer. Da der Bunker aus Beton ist, kann man nicht unbedingt damit rechnen, dass das Gebäude einfach mal so in sich zusammenfällt. Und also steht das Ding da und verwittert vor sich hin. Ich habe mitbekommen, dass die Hauptpost vielen Leipzigern ein Dorn im Auge ist. Es müsste doch möglich sein, dass Ding umzugestalten und endlich mal etwas daraus zu machen. Und scheinbar ist es jetzt soweit. Jetzt traut sich jemand ran.

Nachdem das Haus immer wieder für TV-Produktionen oder irgendwelche absurde Partys genutzt wurde, soll es nun endlich umgebaut werden. Und so kam es, dass ein Projektentwickler aus dem süddeutschen Raum das Gebäude gekauft hat. Unterkommen sollen wohl ein Handel für Designer-Möbel, Studenten-Apartments, Büros, Gastronomie und das dritte Leipziger Haus der Hotelkette „Motel One“. Wenn Sie sich oben das Bild der Hauptpost ansehen, dann sehen Sie ein Auto an der Ampel. Das ist der Grimmaische Steinweg. Auf dieser Seite entsteht das Hotel. Das ist der noch hässlichere dunkle Bau, der inzwischen abgerissen wird:

Leipzig, Grimmaische Straße - links das alte Telegrafenamt im Komplex des Hauptpostamtes - By Geisler Martin (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons
Leipzig, Grimmaische Straße – links das alte Telegrafenamt im Komplex des Hauptpostamtes – By Geisler Martin (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons
Das ist wohl schon soweit unter Dach und Fach. Das riesige Areal der Hauptpost muss dringend saniert werden. Es wird auch teilweise abgerissen, wie eben das Telegrafenamt, an dessen Stelle das Motel One hingestellt wird. All das hat wohl eine Investitionssumme von mindestens 100 Millionen Euro. Aber so soll eben auch in Leipzig ein Konzept namens „Das lebendige Haus“ umgesetzt werden. Das gibt es schon in Dresden mit freiem Blick auf den Zwinger. Und in Leipzig soll es der freie Blick auf den Augustusplatz sein.

Die Stadt freut es, und für Leipzig ist der Deal wohl auch ein Glücksfall. Wenigstens hat man hier nicht so unsinnig lang gewartet wie bei der verfallenen Luxus-Herberge Astoria. Man kann darüber streiten, ob denn noch ein Haus der Motel One Kette sein muss. Ich mag diese Herbergen. Das ist alles einfach, funktionell und gut gemacht. Aber auch ein wenig seelenlos. Für Geschäftsreisen ist das ideal. Man erkennt ein Hotelzimmer der Kette sofort wieder. Wer aber eine – sagen wir mal – interessante Nacht hinter sich hat, könnte sich auch fragen, in welchem Hotel er aufwacht.

Wie dem auch sei, alles ist besser als ein weiterer Verfall. Und so können wir uns darüber freuen, dass aus dem hässlichen Schandfleck an Leipzigs berühmtester Straßenkreuzung etwas ansehnlicheres wird, was dann auch genutzt wird. Insofern ist das nicht so wirklich schlecht. Denken Sie nicht auch?

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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