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Leipzig – Ominöse Baustelle an der Paußnitzbrücke

Wer in Leipzig zwischen der Südvorstadt und Schleußig unterwegs ist, sieht derzeit eine Baustellenampel. Und viele fragen, was diese soll. Es soll sogar schon Leute gegeben haben, die vermutet haben, dass der Verkehr des vielbefahrenen Schleußiger Wegs in das Waldstück „Nonne“ geführt werden soll. Aber dann handelt es sich doch „nur“ um die Paußnitzbrücke. Mit ein paar Tagen Verspätung wird es da eine – nun ja – Änderung geben.

Wann immer ich nach Grünau fahre, fahre ich den Schleußiger Weg entlang. Das ist eben trotz allen Verkehrs immernoch die schnellste Verbindung für mich in den westlichen Stadtteil. Und seit ein paar Tagen – ich weiß nicht genau, seit wann – grinst mich da eine Baustellenampel an, wo der Weg in die Leipziger Nonne führt. Es war aber rundherum keine Bautätigkeit zu sehen, weshalb ich die Ampel auch nicht verstand. Das hat sich ja zum Glück geändert.

Die alte Paußnitzbrücke wird abgerissen. Die alte was? Leipziger werden den Namen auch bloß nicht in jedem Fall zuordnen können. Aber wenn man den Schleußiger Weg entlangfährt, fährt man praktisch mitten im Wald über zwei Brücken. Eine überquert die Pleiße, die so genannte Beipertbrücke, weil dort der Revierforst „Beipert“ ist. Und die zweite überquert das heutige Elsterflutbett, an dessen Stelle sich mal die frühere Paußnitz befindet, weshalb diese Brücke irgendwie immer schon Paußnitzbrücke hieß.

Als die erste Brücke gebaut wurde, verlief die Paußnitz auch noch dort. Das war 1887. 1912 wurde diese durch eine neuere Brücke ersetzt. Mit Gewölben und so überspannte sie die Paußnitz. Und dann wurde in den 1960er Jahren der Schleußiger Weg zu einer richtigen Verbindungsachse umgebaut und begradig, und eine neue Brücke musste gebaut werden. Die führt heute eben über das Elsterflutbett und nicht mehr über die Paußnitz, die sich irgendwo daneben befindet. Trotzdem wurde der Name beibehalten.

Aber die alte Brücke wurde nie abgerissen. Erst waren lange Zeit keine Kapazitäten dafür vorhanden. Und ich vermute, dann hat man es einfach irgendwann bleiben lassen. Das Problem ist aber, dass sich schon zur Zeit der Begradigung des Schleußiger Wegs Risse im alten Brückenbau gebildet haben. Und eigentlich ist es gefährlich, die Brücke bestehen zu lassen. Und deshalb wird das alte Bauwerk – 102 Jahre nach Fertigstellung und 50 Jahre nach Schließung – endlich abgerissen.

Großes Verkehrschaos ist wahrscheinlich nicht zu erwarten. Dafür soll die Baustellenampel sorgen. Denn die Baufahrzeuge fahren von der wichtigen Süd-West-Verbindung ab und auch wieder drauf, sie blockieren sie nicht. Trotzdem wird es zu Verzögerungen kommen. Denn der Verkehrsfluss wird einfach mal unterbrochen. Die Fußgängerampel an gleicher Stelle schaltet nun einmal zu kurz für die Baufahrzeuge. Und man denkt darüber nach, wenn man fertig ist mit dem Abriss, sich etwas mit den Ampelphasen einfallen zu lassen.

Jedenfalls hat die Leipziger Internetzeitung Licht ins Dunkel gebracht, was diese ominöse Ampel betrifft. Vielleicht hat sich ja heute auch schon einiges für den Verkehr im Bereich ergeben. Oben auf dem Bild sehen Sie ja, wo sich die Ampel befindet, nämlich ungefähr am grünen Pfeil von Google Maps. Und bei der Leipziger Internetzeitung sehen Sie auch, welche Brücke gemeint ist, denn dort sind auch Bilder zu sehen.

Im Übrigen ist die Paußnitz wichtig für den Südlichen Leipziger Auwald, wie ich bereits einmal aufgeschrieben hatte. Sie wird Jahr für Jahr dafür benutzt, um den Beipert und die Nonne und Co. zu fluten. Ich glaube, es war erst dieses Jahr, als es Stau auf dem Schleußiger Weg gab, weil man die Schieber-Analgen der Paußnitz saniert hatte. Also ist das augenscheinlich unwichtige Flüsschen trotzdem immer wieder in aller Munde.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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