Skip to main content
Kohlrabizirkus Leipzig - (C) detapo CC0 via Pixabay.de Kohlrabizirkus Leipzig - (C) detapo CC0 via Pixabay.de

Leipzig: Teure Flüchtlingsunterkunft am Kohlrabizirkus

Jetzt wird es teuer. In Leipzig soll am so genannten Kohlrabizirkus eine Flüchtlingsunterkunft entstehen. Die kostet eine halbe Million Euro mehr als gedacht. Die Flüchtlingsunterkunft soll „An den Tierkliniken“ heißen, weil die Straße dort so heißt, seitdem die Zwickauer Straße nicht mehr den früheren Streckenverlauf hat. Jedenfalls muss man nun für die Baukosten mehr Geld ausgeben. Ein Skandal ist das. Oder etwa nicht?

In der Nähe des alten HIT-Markts soll die Container-Flüchtlingsunterkunft „An den Tierkliniken“ entstehen. Und beim Bau dieser Containerburg ist man auf belasteten Bauschutt gestoßen. Nun kommt auf die Dezernate für Bauen und für Soziales eine eilige Freigabe-Forderung zu. Denn die Funde müssen ja entsorgt werden. Und das wird teuer. Es ist die Rede davon, dass allein das Entsorgen des kontaminierten Bauschutts um die 500000 Euro kosten soll. Nun sollen sich die Gesamtkosten auf 8 Millionen Euro belaufen.

Probleme gibt es neben der Entsorgung bei der Wiederherstellung des Baugrunds und bei der Regenwasser-Versickerung. Denn allein für letzteres müssen wohl deutlich mehr Flächen auf dem Gelände entsiegelt werden, damit bei Starkregen und so das Wasser auch abfließen kann. Aber es scheint schon jetzt ausgeschlossen, dass der Ersatz für die Notunterkünfte in den alten Messehallen nicht im Juli zur Verfügung stehen. Nun geht es darum, die zusätzliche halbe Million zu gewähren, da sonst die Bauarbeiten unterbrochen werden müssen.

Die Notunterkünfte sind das, was sie sind: notdürftige Unterbringungsmöglichkeiten für die vielen Flüchtlinge, die da gekommen sind. Die hygienischen Bedingungen sind teilweise unter aller Würde. Und bis zum Sommer sollte die neue Unterkunft fertig sein, damit der ehemalige Baumarkt im Leipziger Westen wieder friedlich vor sich hin rotten kann und die alten Messehallen auch wieder anderweitig genutzt werden können. Aber sie sollten vor allem fertig sein, damit die Flüchtlinge menschenwürdig untergebracht sind. Und dieses Ziel rückt in weite Ferne.

Jetzt heißt es Abwarten. Fraglich ist natürlich, ob denn wirklich nicht vorher bekannt war, dass der Boden belastet ist. Ich meine, das ist ein altes Industriegebiet. Es wäre ein Wunder, wenn dort der Boden sauber wäre. So recht glaube ich nicht daran, dass das niemand gewusst hat. Nur was haben die Entscheidungsträger davon? Wenn es einen Skandal gibt, dann den der unterlassenen Prüfung. Nicht, dass die Unterkunft teurer wird. Aber wer weiß, was da noch bekannt wird!

Verteilen Sie diese Erkenntnis doch einfach wie 4 andere auch

Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

2 Gedanken zu „Leipzig: Teure Flüchtlingsunterkunft am Kohlrabizirkus

  1. Die halbe Million, die nur für Entsorgung dazugekommen ist, ist sicher nur der Anfang da kommt noch etwas dazu. Es ist kein großer Skandal, es wurde sicher schon vor der Planung bekannt, dass der Untergrund in so einem Zustand ist. Da wollte jemand einfach mit Staatsgeld das Gebiet zur verkauf, bzw. für ein großes Projekt vorbereiten, wenn die Flüchtlinge weg sind, weil früher oder später werden die entweder zurückgeschickt oder bekommen normale Wohnungen. Da passiert sicher überhaupt nichts zufällig.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.