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Männchen-Menge - (C) Efraimstochter CC0 via Pixabay.de Männchen-Menge - (C) Efraimstochter CC0 via Pixabay.de

Menschen

Alle Menschen sind gleich. So steht es im Grundgesetz. Nicht nur so vor dem Gesetz. Sondern auch sonst darf niemand benachteiligt werden. Warum ist es aber dann trotzdem so, dass mancher Mensch gleicher ist als andere? Ob es der Porsche-Fahrer ist, auf den das Stereotyp des Machos passt, der sich seine eigenen Verkehrsregeln macht. Oder ob es Menschen unterschiedlichen Aussehens oder verschiedener Religion oder sexueller Orientierung betrifft. Die Beispiele sind endlos, dass eben doch nicht jeder die gleichen Chancen hat. Wieso muss das so sein?

Ich bin über einen tieftraurigen Artikel gestolpert. Auf einem Blog eines Mannes, der aufgrund seines Aussehens immer wieder von rechts her angefeindet wurde, schrieb eine Frau einen Gastartikel, die mit ähnlichen Repressalien zu kämpfen hat. Nur weil sie nicht „typisch deutsch“ aussehen, werden sie angefeindet und oftmals auch bedroht. Aber was ist denn „typisch deutsch“? Ist unsere Gesellschaft nicht bunt? Wie sieht denn der typische Deutsche aus? Sagen Sie es mir. Denn ich weiß es nicht.

Ich kenne genügend Leute, die nicht in das Bild des „typisch Deutschen“ passen. Deutsch-Araber, Deutsch-Asiaten, Deutsch-Afrikaner oder, oder, oder. Aber eigentlich ist ja diese Einstufung Blödsinn. Denn wer ordnet denn das ein? Und vor allem: Es hört ja nicht bei Äußerlichkeiten auf. Was ist mit unterschiedlichen politischen Ansichten, was mit Religion? Was ist mit hetero-, bi- und homosexuellen Menschen? Und was ist mit den Menschen, die mit einem anderen Identitätsgeschlecht leben? All das gibt es in Deutschland. Und das ist völlig normal und in Ordnung. Aber ist das „typisch deutsch“?

In meiner Familie allein gibt es Menschen mit nicht so wahnsinnig „typisch deutschem Aussehen“. Und ich weiß überhaupt nicht, was jemanden ausmacht, „typisch deutsch“ auszusehen. All jene, die in Deutschland geboren und / oder aufgewachsen sind, sind doch deutsche Menschen, oder? Was würden denn diejenigen zu entgegnen haben, die auf die „Nigger“, die „Fidschis“ und was weiß ich, auf wen alles schimpfen? Woher wollen die denn bitte wissen, dass das keine Deutschen sind? Und ist das nicht etwa in einer globalisierten Welt völlig egal, woher jemand kommt?

Den typischen Mitteleuropäer gibt es nicht mehr. Alle sind irgendwie bunt. Das ist völlig in Ordnung so und fördert die Vielfalt. Ich werde nicht verstehen, wieso es dann trotzdem solche Anfeindungen geben muss. Sagen Sie es mir. Ich meine, wenn Sie den verlinkten Artikel gelesen haben. Einerseits wollen wir „Multikulti“. Aber andererseits soll das sonstwo stattfinden, nur nicht nebenan. Das ist das ambivalente Verhalten am Deutschen, was ich so oft mitbekommen. Dabei sind es doch alles Menschen, egal wie sie aussehen, woran sie glauben, wie sie leben und lieben.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

5 Gedanken zu „Menschen

  1. Hi Henning,

    wenn alle gleich wären, gäbe es keine Frauenquote oder eine Behindertenquote.

    Selbst meine Verlobte sagt, dass eine Frauenquote totaler Nonsens ist. Man sollte wegen seiner Qualifikation eingestellt werden – nicht weil es ein Gesetz erfordert.

    Angenommen man arbeitet in einem großen Betrieb, wo es nötig wird, eine Frau wegen der Quote einzustellen. Was meinst, wie die dann behandelt wird bzw. ihr Ansehen ist? Null, weil sie wurde ja „nur“ eingestellt, weil man musste, nicht weil sie gut für diesen Job ist. Totaler Schwachsinn…

    1. Ja, das mit den Quoten, um irgendeine aufgesetzte Meinung zu erfüllen, ist auch irgendwie typisch deutsch. Solche Diktate sorgen doch eigentlich dafür, dass Meckerei entsteht. Klar ist das Unsinn.
      Bloß gut, dass alle gleich sind. Es wäre ja schlimm, wenn man sich nicht unterscheiden würde. Und das ist doch das Gute am Menschen.

  2. Ich denke, dass in der Theorie sich immer alles Super anhört…doch die meisten Gesetze sind in der heutigen Zeit nicht mehr anzuwenden…oder halt auch nicht zeitgemäß

    1. In der Theorie hört sich doch alles sehr gut an. Ich habe aber eben den Eindruck, dass viele Voraussetzungen gar nicht (mehr) gegeben sind. Davon abgesehen, meckert der Deutsche doch eh gern vor sich hin.

  3. Hallo Henning,
    danke für diesen Artikel und ich finde es schön, dass du dich mit solchen Fragen wie „Was ist typisch deutsch“ auseinandergesetzt hast und diese auch ansprichst.
    Ich bin eine Deutsche mit asiatischen Wurzeln und ich sehe mich tatsächlich auch als Deutsche an. Wie du schon geschrieben hast, gibt es den typischen Mitteleuropäer nicht mehr und da stimme ich dir auf jeden Fall zu. Leider gibt es Leute, die das noch immer nicht kapiert haben. Ebenfalls habe ich schon oft mit Rassismus sowie mit Vorurteilen zu kämpfen gehabt. Deswegen kann ich es auch nicht verstehen, wieso manche Menschen so rassistisch eingestellt sind.

    Wegen der von Armin angesprochenen Frauen- und der Behindertenquote: Frauen und Behinderte werden oft benachteiligt. Der Sinn hinter so einer Quote ist es daher, bestehende Benachteiligung (z.B. bei der Rekrutierung) auszugleichen. Das heißt jedoch nicht, dass man bei einer Frau oder bei einer Behinderten nicht mehr auf ihre Qualifikationen achtet.

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