Skip to main content
Rettungsfahrzeug fährt durch die gebildete Rettungsgasse zu einem Unfall mit Verletzten. Personen sind auf der Fahrbahn unterwegs. - By Usien (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons Rettungsfahrzeug fährt durch die gebildete Rettungsgasse zu einem Unfall mit Verletzten. Personen sind auf der Fahrbahn unterwegs. - By Usien (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Muss man wirklich die Rettungsgasse neu definieren?

Eine Autobahn. Ein schwerer Unfall. Stau. Von hinten Rettungsfahrzeuge. Und die stehen auch im Stau. Das ist Deutschland 2017. Muss das denn sein? Ich dachte, ich höre nicht richtig, als ich in den Nachrichten mitbekam, dass die Rettungsgasse neu definiert wurde. Denn die war – Achtung, Leute! – nicht deutlich genug erklärt. Wollt ihr mich verarschen? Wollt ihr mir wirklich erzählen, dass das bisher niemandem klar war? Ich meine, wenn man sich einen Stau nach einem Unfall ansieht, könnte man das tatsächlich denken. Aber war das so?

Als ich vor einem knappen viertel Jahrhundert meine Fahrschule gemacht habe, wurde mir beigebracht, wie das mit den Unfällen ist. Mir wurde erklärt, dass man eine Gasse bilden muss. Die linke Spur muss weiter nach links heraus rücken, möglichst nah an die mittlere Leitplanke. Die Spuren rechts davon müssen möglichst weit rechts heraus rücken. Und ich kann mich noch erinnern, dass damals die Rede davon war, dass die „Standspur“ auch dafür benutzt werden sollte.

Jetzt ist mir nicht ganz klar, ob das nur die Auffassung meines Fahrlehrers damals war, oder ob das Ganze schon mal eine Verkehrsregel war. Jedenfalls habe ich danach immer mal einen Verkehrsunfall auf einer Autobahn mitbekommen „dürfen“. Und dabei habe ich gesehen, dass das offenbar häufig so gemacht wurde, wie ich es eben beschrieben habe. Es kann auch einfach nur Glück gewesen sein. Aber ich habe es nun einmal so erlebt. Und dann kamen irgendwie die 2000er.

Irgendwie wurde es Mode, bei einem Stau versetzt zu fahren / kriechen / stehen. Jeder wollte irgendwie aus seinem in Schrittgeschwindigkeit rollenden Auto heraus sehen, was 20 Kilometer weiter passiert ist. Und wenn der Verkehr völlig zum Erliegen kam, stand man halt versetzt. Und man tanzte auf der nun zugestellten Fahrbahn herum. Rettungsfahrzeuge? Die kommen schon irgendwie durch. Nein, kamen sie nicht. Und jeder wunderte sich, wieso der Stau auch nach Stunden noch bestand.

Wie gesagt, ich kann das Alles nur schildern, wie ich es erlebt habe. Wenn ich mal in einem Stau stehe, schaue ich immer wieder in den Rückspiegel, ob nicht doch mal ein Rettungsfahrzeug durch will. Und wenn ja, schaue ich immer, ob genügend Platz ist. Denn ich habe es auch schon mal gehört, dass Abschlepp-Lkw durchaus auch einfach „draufzu“ fahren. Ohne Rücksicht auf Verluste. Jetzt soll die Rettungsgasse Pflicht werden. Aber selbst wenn nicht: Wenn die Rettungswagen ohne Rücksicht auf Verluste fahren sollten, habe ich doch selbst genügend Interesse daran, dass die Gasse groß genug ist.

Jetzt gibt es im Internet jede Menge Videos und Anleitungen, wie eine Rettungsgasse richtig geht. Und ich habe gedacht, dass sich die Zivilisation weiter entwickelt hat. Da habe ich mich wohl getäuscht. Ich sehe weiterhin zu, dass ich mich so verhalte, wie ich es vor rund 25 Jahren gelernt habe. Denn das ist ungefähr das, was man nun „neu geregelt“ hat.

Verteilen Sie diese Erkenntnis doch einfach wie 6 andere auch

Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.