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Eine sowjetische Su-27 Flanker und eine US-amerikanische F-16A Fighting Falcon im August 1990 - (C) By TSgt. Fernando Serna [Public domain], via Wikimedia Commons Eine sowjetische Su-27 Flanker und eine US-amerikanische F-16A Fighting Falcon im August 1990 - (C) By TSgt. Fernando Serna [Public domain], via Wikimedia Commons

Neuer kalter Krieg

Man kann es den Mächten dieser Welt nicht anders nachsagen: Sie machen es wirklich spannend. Es besteht die große Sorge, dass ein neuer Kalter Krieg ausbrechen könnte. Es gibt Beobachter, die sogar sagen, dass wir uns bereits mittendrin befinden. Aber was nun wirklich gehauen und gestochen ist, das wagt niemand mit abschließender Sicherheit zu sagen.

Fakt ist: Wenn ein neuer Kalter Krieg ausbrechen würde oder bereits ausgebrochen ist, dann würde der Eiserne Vorhang nicht etwa wieder quer durch Deutschland verlaufen, sondern zwischen Russland und Polen, sowie quer durch die Ukraine. Man liest immer wieder, dass die Gefahr durchaus besteht.<

Nein, so wie bis vor 25 Jahren wird er wohl nicht ablaufen. Man steht sich ja nicht mit zwei unterschiedlichen Ideologien gegenüber. Es ist nicht so, dass da an einer echten oder gedachten Grenze Sozialismus gegen Kapitalismus zu finden wären. Es geht um wichtigeres. Um Macht, um Geld, um Einfluss. Es geht darum, wer die Nummer eins in der Welt ist: Die USA mit Europa oder Russland mit Asien.

Es geht darum, wer die Hand über die Ukraine hält. Putin nicht, der kommt vielen wie eine Marionette vor. Gesteuert wird er durch eine wüste Bewegung namens Nowa Rossija. Man will die ursprüngliche Rus wiederbeleben. Und man will sich vom Westen abwenden. Ein Plan, der gar nicht zu Putin passen würde. Tja, und Obama auch nicht. Wenn, dann die Lobbyisten in den USA. Übrigens auch wie in Europa. In Asien ist das immer noch etwas anderes. Aber mit China hat Russland eben einen starken Partner.

Gestern hat der ultraliberale Michail Gobatschow anlässlich des Mauerfalls vor 25 Jahren gesprochen. Ich denke, Russland hat es nie verwunden, dass er den Weg zu einem weltoffenen Mütterchen Russland frei gemacht hatte. Man wäre gern der Gigant, der sich nicht in die Karten schauen lässt. Und das klappt mehr und mehr. Und man will zu früherer Stärke zurückfinden. Man hat sich zu oft die Butter vom Brot nehmen lassen.

Nun ist die Sache mit dem Donbass und der gesamten Ostukraine. Die Putin-Regierung gibt gern zu bedenken, dass sie nicht direkt mit den Aktionen dort in Verbindung steht. Das glaube ich sogar. Es werden wohl – ich schrieb es bereits mal – Verfolger der historischen Rus sein, die das Ganze steuern und finanzieren. Man braucht den Donbass für die eigene Stärke. Nie wieder will man um Almosen betteln.

Ich gehe davon aus, dass neben der Ukraine auch Weißrussland stark gefährdet ist, wieder unter russische Fittiche zu geraten. Sicher, die Situation ist da eine ganz andere. Schließlich hat man dort noch eine totalitäre Regierung, wie  es immer heißt. Wenn aber solche Zustände wie in Kiew auch in Minsk stattfinden, dann wird die neue Grenze des Kalten Kriegs neu gezogen: Zwischen Polen und (Weiß-)Russland.

Ehemalige Sowjetrepubliken sind drauf und dran, von Russland wieder eingefangen zu werden. Am schwersten wird das wohl mit dem gesamten Baltikum werden. Zu sehr sind Estland, Lettland und Litauen mit der EU verbunden. Dinge, die es eben bei Weißrussland oder der Ukraine nicht gibt.

Jedenfalls denke ich, dass ein neuer Kalter Krieg möglich sein kann. Verbale Muskelspiele finden ja bereits statt. Und irgendwie rollen auch Kriegsgeräte hin und her. Mich würde es nicht wundern, wenn das alles nach und nach stärker wird. Der Kalte Krieg hatte ja damals auch funktioniert, indem man Drohkulissen aufgebaut hatte und den Gegner ausspioniert hatte. Die Kulisse schafft man derzeit, und die Überwachungstechnik hat man bereits.

Finden Sie, ich übertreibe? Ich denke, man sollte die Gefahr nicht unterschätzen. Ich gehe davon, dass das der so genannten „globalen Gemeinschaft“ in keiner Weise weiterhilft. Oder was meinen Sie?

Bildquelle: Eine sowjetische Su-27 Flanker und eine US-amerikanische F-16A Fighting Falcon im August 1990 – (C) By TSgt. Fernando Serna [Public domain], via Wikimedia Commons

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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