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PEGIDA-Bewegung vor dem Aus?

Gestern fand ja die LEGIDA-Demonstration in Leipzig statt. Es waren aber weit weniger Leute anwesend, als man vermutet hatte. Was heißt das? LEGIDA ist ja der Leipziger Ableger der Dresdner PEGIDA-Kundgebungen. Wenn nun gefühlt kaum jemand in Leipzig seiner Wut freien Lauf gelassen hat, ist nun PEGIDA am Ende?

Naja, nicht unbedingt wegen der schwindenden Teilnehmer-Zahlen. Es wurden ja gestern um die 40000 Leute erwartet. Letztlich waren es wohl 15000, wenn das denn überhaupt stimmt. Immernoch eine stattliche Anzahl von Leuten, die unter der Flagge von PEGIDA auf die Straße gehen und gegen die angebliche Islamisierung, gegen die GEZ-Gebühren, gegen den Winter und was weiß ich, was alles noch, demonstrieren. Aber eben nicht so viele, wie man erwartet hatte.

Es mag auch daran gelegen haben, dass man die PEGIDA-Gallionsfigur Lutz Bachmann nicht mehr an Bord hat. Der trat ja zurück, wie man weiß. Vielleicht dämmerte es gestern schon einigen Teilnehmern, dass die PEGIDA und all ihre Ableger nicht so das richtige Forum ist, um gegen den Umgang der Politik mit dem Bürger zu protestieren. Aber bedeutet das dann auch, dass sich nun PEGIDA in Wohlgefallen auflösen wird?

Jan Garvert vom Hessischen Rundfunk geht gar davon aus, dass PEGIDA von vornherein zum Scheitern verurteilt war. Man hat nicht wirklich ein Konzept, man ist erst einmal kategorisch dagegen, wogegen auch immer. Nur löst man damit nichts. Und bald werden das auch die vielen Bürger, die sich gegen die Umweltverschmutzung stark machen, erkannt haben. Und dann ist hoffentlich die Bewegung eine andere oder am Ende.

Klar, es bleibt die angebliche Lügenpresse. Nur wird das doch nicht besser, wenn man unqualifiziert irgendwelche halbseidenen Parolen in die Nacht brüllt. Das wird vielen klar werden. Spätestens seit gestern. Und dann wird man sich fragen, wofür man das Alles machen sollte. Übrig bleiben werden wohl einige gewaltbereite Unverbesserliche. Aber das wird es dann wohl gewesen sein.

Nicht falsch verstehen: Protest gegen aktuelle Umstände halte ich nach wie vor für richtig. Aber ich halte es nicht für richtig, dass man sich gegen eine Minderheit verschwört und mit Kanonen auf Spatzen schießt. Man erreicht nichts, wenn man all das Leid der Welt auf eine kleine, schutzlose Minderheit projiziert. Am Ende kann man nur hoffen, dass das gestern eine längst überfällige Notbremsung war. Sonst wäre der Laden hier noch richtig an die Wand gefahren.

Bildquelle: Foto einer PEGIDA-Veranstaltung – (CC BY-SA 3.0 DE) – by indymedia.org

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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