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Ein paar hundert Euro - frei aus morgueFile Ein paar hundert Euro - frei aus morgueFile

Quantitive Easing – Die Bazooka der EZB

Wie Ihnen bekannt ist, hat die Europäische Zentralbank in dieser Woche die Bazooka aus dem Schrank geholt und sie Quantitive Easing genannt. Die Deutsche Bundesbank war dagegen. Aber was hat die Zentralbank der größten Wirtschaftskraft der Europäischen Union schon zu sagen? Stattdessen lässt man sich lieber von einem Spitzenkandidaten in Griechenland die Pistole auf die Brust setzen. Frage: Was zählt mehr?

Ja, man soll in einer Gemeinschaft nicht einen gegen den anderen ausspielen. Das macht man eben auch nicht in der Europäischen Union. Aber wie kommt das, dass kleinere Kräfte in dieser Gemeinschaft mehr Gewicht hatten als größere Kräfte? Ich denke, es ist müßig, darüber zu diskutieren. Aber was ist denn in dieser Woche passiert?

Vor ein paar Jahren waren die USA – und speziell deren Wirtschaftsunternehmen – wirtschaftlich ziemlich unter Druck. Vor diesem Hintergrund hatte sich der Chef der US-Notenbank Ben Bernanke hingestellt und gesagt, dass man Geld unter die Leute bringen muss und dieses dann notfalls auch aus dem Helikopter abwerfen müsste. So ungefähr. Das hatte ihm den Beinamen „Helicopter Ben“ eingebracht.

Nun also „Bazooka Mario“. Der Chef der Europäischen Zentralbank Mario Draghi führt nun also Eurobonds ein. Freilich, das wird anders genannt. Beim Bankhaus Rott habe ich gelesen, dass man das nun „Quantitive Easing“ nennt. Aber im Prinzip ist es nichts anderes. Man wird den europäischen Banken notleidende Kredite der europäischen Staaten abkaufen. Also das Geld mit einer Bazooka herauspusten.

Das Problem: Weder Helicopter Ben noch (viele Jahre vor ihm) die japanische Notenbank hat mit einer Geldflutung irgendwas erreicht. Mit anderen Worten: In den USA und in Japan (an denen man sich ja orientieren möchte) hat man erfolgreich Unmassen von Geld vernichtet, indem man solche Maßnahmen durchgezogen hat. Genützt hatten solche Dinge eher wenig. Das weiß ich, weil ich solche Dinge in den Medien immer wieder verfolge.

Man hat es also in Kauf genommen, den Euro abzuwerten. Für Deutschland bedeutet das, um bei eher komischen Bildern zu bleiben: Stahl (Ja, die D-Mark) hat man für Kaugummi eingetauscht. Und politisch heißt das doch auch, dass das Wasser auf die Mühlen von Euroskeptikern ist. Man konnte ja bereits hellhörig werden, als vor kurzem die Schweiz die Euro-Franken-Bindung aufhob. Und kurz drauf diese Geldfontäne der EZB.

Ach, Sie wundern sich, warum sie davon nicht allzu viel mitbekommen haben? Nein, wundern Sie sich nicht. Die Berichterstattung wurde ja nahezu zu 100% auf PEGIDA, NOPEGIDA, LEGIDA, NOLEGIDA, BÄRGIDA, NOBÄRGIDA, MAGIDA, NOMAGIDA und wie sie nicht alle heißen gelenkt. Den EZB-Schnellschuss hat man – wen man Glück und Interesse hatte –  in Börsenberichten mitbekommen.

Wie gesagt: Die Deutsche Bundesbank, in Person von Präsident Axel Weidmann, hatte davor gewarnt, ähnliches zu machen wie die Federal Reserve Bank in den USA. Es kam mir aber so vor, als hätte man die Bundesbank als Spielverderber auf der großen EZB_Party hingestellt. Nun werden wir mal sehen, was passiert. Ich nehme an, irgendwann wird man feststellen, dass man wieder mehr Geld braucht. Irgendwann wird man feststellen, dass die gezückte Bazooka einen Schuss ins Nichts abgeliefert hatte. Aber was wird man dann tun?

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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