Skip to main content
Eine Dose Red Bull - (C) sterntaler62 / pixelio.de Eine Dose Red Bull - (C) sterntaler62 / pixelio.de

Red Bull und der Tanz um Servus TV

Servus TV – ein Sender, den ich nicht so großartig sehe. Aber irgendwie ist mir da eine ziemlich schräge Geschichte dazu untergekommen, als ich im Urlaub war. Deshalb erzähle ich nur mal eben meine Eindrücke dazu. Denn hier wurde eine Glanzleistung vollbracht. Von den Sender-Verantwortlichen und vom Eigentümer. Der Sender ist eng mit Red Bull verflochten und sollte einfach mal so geschlossen werden.

Stellen Sie sich vor, dass Ihr Arbeitgeber ein Teil eines größeren Konzerns ist. In diesem Konzern gibt es keine wirklichen Arbeitnehmer-Vertreter, trotzdem ist es an sich ein gutes Arbeiten. Dann entschließen sich Teile der Belegschaft Ihres Arbeitgebers dazu, einen Betriebsrat zu gründen, um die Arbeitnehmer-Interessen wahr zu nehmen. Dazu hat aber der Konzern keine Lust und kündigt an, die Firma, die Ihr Arbeitgeber ist, zu schließen. Klingt verworren? Ist aber so im Red Bull Konzern bei Servus TV passiert.

Der Sender ging 2009 aus dem Lokalsender Salzburg TV hervor. Der Konzern Red Bull hat sich die kleine TV-Klitsche einverleibt und daraus einen europaweit sendenden Kultsender gemacht. Exklusiv berichtet der Sender von allen möglichen Veranstaltungen von Red Bull, es werden Nachrichten, Reportagen und Filme gezeigt. Und irgendwie ist der Sender beliebt. Auch wegen seiner Fußball-Talks rund um Red Bull Salzburg und RB Leipzig.

Und dieser Sender wird gewaltig von Red Bull gestützt. Es heißt, dass Servus TV nach wie vor defizitär arbeitet. Und dann wollten die ca. 240 Angestellten auch noch einen Betriebsrat gründen. Das war wohl der Stein des Anstoßes, der Dietrich Mateschitz darüber laut nachdenken ließ, den Sender zu schließen. Denn der Sender ist zwar beliebt, aber eben nach wie vor ein Nischenkanal. Und selbst mit Kooperationen hat sich daran nichts geändert. Servus TV ist und bleibt wirtschaftlich untragbar.

Allerdings hat Servus TV wohl noch mal eine Gnadenfrist bekommen. In der Konzernzentrale von Red Bull trafen sich wohl Konzernvertreter und Arbeitnehmer-Vertreter und einigten sich wohl auf einen Kompromiss. Als erstes fiel wohl der Plan eines Betriebsrat dem Kompromiss zum Opfer. Bereits ausgesprochene Kündigungen werden zurückgenommen. Und der Programmbetrieb bleibt bestehen.

Irgendwie ist das ein fatales Zeichen. Einerseits für einen von einem Investor besessenen Sender, dem aufgezeigt wird, dass der Investor das gnadenlose Sagen hat. Andererseits auch für andere Sparten. So auch für die Fußballclubs. Wer aufmuckt, dem wird gezeigt, wer der Herr im Haus ist. Red Bull hat auch bei RB Leipzig das große Sagen. Und man könnte jetzt mal Spekulationen anstellen, was passieren würde, wenn die Spieler einen Spielerrat oder so etwas gründen würden, um irgendwas durchzusetzen.

Es gibt ja eine Spieler-Gewerkschaft. Ist dort auch nur ein Spieler von RB Leipzig Mitglied? Und wenn ja, was sagt Red Bull dazu? Jetzt ging es „nur“ um einen hoch defizitären Sender, der eh ums Überleben kämpft. Aber die Posse um Servus TV zeigt auch, dass Konzerne wie Red Bull dann auch gern mal die Muskeln spielen lassen können. Denken Sie nicht auch?

Verteilen Sie diese Erkenntnis doch einfach wie 0 andere auch

Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

Ein Gedanke zu „Red Bull und der Tanz um Servus TV

  1. Red Bull ist bei mir unten durch, seit der Werbe-Fallschirmspringer in ein Hochhaus geflogen ist und dann starb. Red Bull gibt Unmengen an Geld für Sportler aus, die solche „Szene“-Sportarten betreiben. Zwar sagt jeder Sportler, dass sie keinen Druck haben, aber das glaube ich nicht. Was passiert mit einem Sportler, der bei einer Red Bull Veranstaltung nicht springen will, weil Wind weht? Richtig, der springt nie wieder und sein Werbevertrag wird auch auslaufen.
    Red Bull kann Druck ausüben und das machen sie auch. Sie sind ja kein gemeinnütziger Verein, sondern ein Unternehmen, dass sich knallhart am Gewinn beurteilt. Sollte es mit RB Leipzig Probleme machen, werden Vor- und Nachteile abgewogen und dann entschieden. Schlussendlich geht es bei allen Red Bull Beteiligungen nur ums Geld. Wenn sie bei der Formel 1 nur hinterher fahren, weil sie es nicht geschafft haben, bei den Autos mit Mercedes Schritt zu halten, wird auch überlegt auszusteigen. Denen sind Mitarbeiter völlig egal…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.