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Schwiegertochter gesucht – eine ganze Sendung entlarvt

Eigentlich unsinnige Sendung auf dem Kuschelsender RTL – „Schwiegertochter gesucht“ – wurde vorgeführt und entlarvt. Damit trat Jan Böhmermann in Erscheinung. Unter dem Hashtag #verafake wurde das Ganze gestern der Öffentlichkeit präsentiert und damit der Kölner Sender derbe bloß gestellt. Ich schreibe mal ein paar Takte dazu.

Dieser ganze Scripted-Reality-Kram interessiert mich eigentlich überhaupt nicht. Aber selbstverständlich hat man mal die Namen der Sendungen gehört. Die RTL-Gruppe ist da ja ganz vorn mit dabei. Ob es „Frauentausch“ oder „Verklag mich doch“ oder eben jenes „Schwiegertochter gesucht“ oder „Bauer sucht Frau“ ist – die Sendungen laufen eigentlich immer so ab, dass man sich als Außenstehender fragt: Wer macht bei so etwas mit? Und sind die Teilnehmer wirklich so, oder werden ihnen irgendwelche Dinge in den Mund gelegt?

Wenn ich mich an die Sache mit den beiden Schnuckelchen Beate und Irene erinnere, über die ich beim Zappen immer mal gestolpert bin, dann kann man eigentlich gar nicht daran denken, dass die Teilnehmer tatsächlich so bekloppt sind, wie sie teilweise in den Sendungen dargestellt werden. Und tatsächlich: Denen werden Dinge vorgesetzt, die sie aufsagen müssen. Ja, das war ja auch irgendwie klar. Aber ich verstehe nicht, was die Teilnehmer dazu treibt, sich vor einem Millionen-Publikum zum Deppen zu machen.

Und hier hakt nun eben jener Jan Böhmermann ein. Das Team von „Neo Magazin Royal“ hat selbst mit an „Schwiegertochter gesucht“ teilgenommen. Und Sie können sich vorstellen, wenn bitterböse Satiriker an ausgerechnet so einer Sendung teilnehmen. Das Team von „Schwiegertochter gesucht“ rund um Moderatorin Vera int-Veen erfuhr erst während der Sendung davon, dass Jan Böhmermann einen falschen Kandidaten in die Sendung geschleust hat. Unter #verafake kann man das Alles wunderbar nachlesen. Und das ist das Video dazu:

Der Sender wollte sich als erstes mit dem Produzenten auseinander setzen. Ist ja auch klar. Es wurden derartige Unsinnigkeiten für die Sendung dort fabriziert. Eigentlich denkt man sich, dass das im deutschen Fernsehen gar nicht so weit gehen kann. Einen eigentlich schon total bekloppt dargestellten Kandidaten hat nach Aussage Böhmermanns der Sender „auf eine neue Ebene“ gehoben. Und die Frechheiten, die sich das Produktionsteams geleistet hat, waren schon ziemlich eklatant.

Das Netz jubelt, die versammelte Presse lacht sich halb tot. Aber RTL ist stumm. Wenigstens ist der falsche Kandidat von der Facebook-Seite der Sendung verschwunden. Aber am Ende fragen sich so viele Macher von Sendungen, in die man irgendwelche Kandidaten einbauen kann, wo Jan Böhmermann noch überall irgendwelche Leute eingeschleust hat. Das war großes Kino.

Denn am Ende ist es so, dass bei solchen Sendungen wie „Schwiegertochter gesucht“ scharenweise Kandidaten verbraten werden, von denen ein großer Teil gar nicht mitbekommt, wie man da veralbert wird. Bevor irgendwas gemacht wird, muss ein Vertrag unterschrieben werden, werden irgendwelche Tatsachen gebeugt. Und es gibt für x Drehtage 150 Euro Entschädigung. Bei einer Sendung, wo die Werbeminute knapp 100000 Euro kostet.

Nein, Leute, wir meiden mal kollektiv alle diese Sendungen. Die Sender müssen spüren, dass sich das, was sie da anrichten, einfach nicht gehört. Ich meine, wenn wir ehrlich sind, haben die wenigsten daran geglaubt, dass da alles mit rechten Dingen zugeht. Dass sich aber derartige Abgründe auftun, das hätten wohl die wenigsten gedacht. Nun schauen wir mal, wie sich der Senderkonzern RTL weiter verhält. Die Webseite des Senders zeigt sich jedenfalls um 10:35 Uhr recht schweigsam zu „Neo Magazin Royal“.

Was sagen Sie denn zu dem Coup von Jan Böhmermann? Ich finde, er ist immer am besten, wenn man nicht mit so etwas rechnet. Jeder hat ja damit geliebäugelt, dass er weiter auf der Erdogan-Geschichte herum reitet oder irgendwie abgeschwächte Witze reißen würde. Mit der Geschichte um die Kuppler-Sendung hat er einen riesigen Staub aufgewirbelt. Und das ist auch gut so. Oder?

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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