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Solidarisierung mit #CharlieHebdo

Man weiß noch nicht, ob die gemutmaßten Brüder für den Anschlag auf Charlie Hebdo verantwortlich sind, aber man hätte es gern. Dann nämlich wäre die Geschichte schon zu Ende. Aber man darf nicht vergessen, dass die Attentäter vermummt waren. Derweil hatten sich allerlei Leute mit dem Satiremagazin solidarisiert. Und das finde ich gut.

Das ist Humor: Durch die Dinge durchsehen, wie wenn sie aus Glas wären„, schrieb einmal Kurt Tucholsky in einem Brief. Ich denke, Charlie Hebdo waren nie platt. Sie mussten ja die Dinge sehen, wie sie waren, sonnst hätten sie nie so direkt sein können. Mit ihren Karikaturen haben sie es geschafft, den Leuten den Spiegel vorzuhalten.

Ob es die katholische Kirche war, die Politik, der Islam – niemand wurde verschont. Und das braucht ja auch die Welt. Wunderbar fand ich nach dem Anschlag, dass viele Zeitungen Karikaturen abdruckten. So zeigte man den Verantwortlichen der abscheulichen Tat, dass der Stift nicht erlegt werden kann. Schade, dass dann gestern Verlagshäuser Polizeischutz benötigten.

Aber die weltweite Solidarisierung mit dem kleinen, aber einflussreichen Satireblatt ist beeindruckend. Satiriker und Karikaturisten weltweit verneigen sich vor den Franzosen. Wie Uderzo, der Macher von Asterix und Obelix, der gestern sein beide Helden gemeinsam mit Hündchen Idefix mit einer tiefen Verbeugung zeichnete.

Man darf sich nicht den Mund verbieten lassen. Charlie Hebdo wird weitermachen und bekommt viel Unterstützung aus der Branche. Man sagt sich nach dem schlimmen Vorfall „Jetzt erst recht“. Und so machen auch deutsche Satire-Organe mit. Das Magazin „Titanic“ schickt seinen Chefredakteur ins Rennen, der schreibt „Es lebe der Witz“ und erklärt, dass Komik ein wichtiges Mittel ist, um dem erdrückenden Ernst des Lebens Herr zu werden. Ungewöhnlich scharf kommt dabei der bissige „Postillon mit gleich zwei Artikeln daher (1 / 2).

Es lebe der Witz, wie die „Titanic“ schrieb. Lachen ist gesund, lachen befreit. Aber lachen ist auch eine der schärfsten Waffen. Es darf nicht geschehen, dass Satire und Humor verboten wird und sich die Autoren in die Ecke drängen lassen. „Jetzt erst recht“ ist die richtige Reaktion. Keine Macht darf den Humor zum Schweigen bringen.

Ob es tatsächlich die beiden Brüder waren, die die entsetzliche Tat verübten, ist nicht raus. Klar, einer der beiden soll seinen Ausweis im ersten Fluchfahrzeug liegen lassen haben. Aber irgendwie ist mir das zu einfach. Mich würde es nicht wundern, wenn die Geschichte der Einfachheit halber so gelenkt wird, um den Fall schnell abzuschließen.

Aber wenn es die beiden waren, gilt nach wie vor: Das war sehr wahrscheinlich ein islamistischer Anschlag. Mit den Muslimen und erst recht mit dem Koran hat eine solche Tat nichts zu tun. Das müssen auch diejenigen einschätzen, die gegen den Islam wettern.

Ich fasse nach wie vor nicht, was da in Paris abgelaufen ist. Ich würde es aber begrüßen, wenn niemand flügelschlagend Rache fordern würde. Marie LePen vom französischen Front National könnte da aber durchaus treibende Kraft sein. Und das kann es dann auch nicht sein.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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