Skip to main content
Wetter-Kapriolen - (C) Jan-Mallander CC0 via Pixabay.de Wetter-Kapriolen - (C) Jan-Mallander CC0 via Pixabay.de

Wetter extrem – Werden wir jetzt alle sterben?

Haben Sie den Jahreswechsel bemerkt? Der ging in Sachen Wetter ziemlich ab. Ob nun Überschwemmungen, Stürme oder extrem hohe Temperaturen. Es ist an sich für jeden etwas dabei gewesen, um die These zu untermauern, dass es mit der Welt zu Ende geht und die Menschheit sich am Abgrund befindet. Mich würde es nicht wundern, wenn alles derzeit mit einem einzigen Wetter-Phänomen zusammenhängt, das zur Weihnachtszeit auftritt und in Lateinamerika El Niño genannt wird. Und das wollen wir uns mal anschauen.

El Niño ist der spanische Begriff für „das Kind“ oder „der Junge“ im Allgemeinen. Da das Ganze – wenn überhaupt – rund um die Weihnachtszeit auftritt, spricht man vom „Christuskind“ bei dem Wetter-Phänomen. Und zum Jahreswechsel 2015 auf 2016 war wohl ein ziemlich starker El Niño, sodass durchaus viele Fachleute daher kommen und vom „Super El Niño“ sprechen. War El Niño 2015 heftiger als der von 1998, als halb Mittelamerika geflutet wurde, was weltweit anerkannte und namhafte DJs zu einer gigantischen Hilfsaktion anstiftete?

El Niño tobt sich immer über dem mittleren Pazifik aus. Es heißt, dass zu dieser Zeit die Wassertemperatur im Pazifik vor Indonesien etwa 28 °C und vor Peru 24 °C beträgt. Durch Wind kommt es zum Auftrieb von Kaltwasser aus der Tiefsee. Bei El Niño ist der Auftrieb geringer, weshalb der Kaltwasserstrom zum Erliegen kommt. Dadurch erwärmt sich das Oberflächenwasser vor Peru derart, dass dieses nicht mehr mit Tiefenwasser durchmischt wird und dadurch Planton abstirbt und Nahrungsketten zusammenbrechen.

Der Pazifik erwärmt sich vor Südamerika und kühlt sich vor Australien ab. Dadurch fällt der Luftdruck, und im kälteren Bereich kommt es zu einem Hochdruckgebiet, weshalb bodennahe Ostwinde entstehen, die das warme Oberflächenwasser Richtung Indonesien schieben. Wenn El Niño herrscht, wird das Alles umgekehrt, und der Wasserstand vor Peru erhöht sich um 30 cm. Und dies kann fatale Auswirkungen haben. Und das hat man zum Jahreswechsel durchaus beobachten können.

Jetzt ist also wieder El Niño in Südamerika. Irgendwie sind derzeit viele Experten und Beobachter dabei, alles mögliche in einen Topf zu werfen. Die Überschwemmungen in Südamerika zählen natürlich zu dem Wetter-Phänomen. Aber auch das den halben Dezember durch sehr kräftige Azoren-Hoch, das die feuchtkalte Atlantik-Luft nicht nach Mitteleuropa, sondern wesentlich weiter nördlich gelenkt hat? Auch die starken Regenfälle, die Mittelengland zum Jahresende unter Wasser gesetzt haben? Auch die starken tropischen Strömungen, die der Arktis um 30 bis 40 °C höhere Temperaturen gebracht haben?

El Niño 1997 / 1998 führte zu heftigen Wetter-Kapriolen rund um den Globus. Die Vorhersage-Modelle sagten ein sehr starkes El Niño Ereignis vorher, das sich wohl erst im späten Frühling oder gar erst im Sommer abschwächen wird. Und es deutete im Jahr 2015 vieles darauf hin, dass das genannte Ereignis vom diesmaligen El Niño übertroffen werden kann. Da das Wetter-Phänomen nicht mehr ganz so agiert wie noch vor Jahren, werden allerdings Vorhersagen über Dauer, Stärke und dergleichen höchst spekulativ.

El Niño nimmt Einfluss auf das globale Wetter. Das verändert sich zur Zeit des Auftretens und wirkt nicht mehr so wie gewöhnlich zur Jahreszeit. Das ist hier sehr eindrucksvoll aufgeschrieben. Wie sich das „Christuskind“ allerdings in einem wärmeren Weltklima verhalten wird, ist nicht erforscht. Er könnte häufiger auftreten oder sich insgesamt abschwächen. Ausgelöst wurde das Phänomen aber nicht durch den Klimawandel. Es ist auch nicht erwiesen, dass die starke tropische Strömung, die rund um Weihnachten am Nordpol aufgelaufen ist, irgendwas mit El Niño zu tun haben könnte.

Das Wetter ändert sich. Ja, es gibt eine globale Erwärmung. Wetterphänomene werden gehäuft auftreten. Das ist nun einmal so, wenn der Wechsel von Eiszeitalter zu Warmklima erfolgt. Extreme Wetterlagen werden wohl zukünftig häufiger beobachtet werden können. Und El Niño wird wohl immer wieder eine zentrale Rolle dabei spielen.

Verteilen Sie diese Erkenntnis doch einfach wie 0 andere auch

Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

Ein Gedanke zu „Wetter extrem – Werden wir jetzt alle sterben?

  1. huch wir werden alle sterben? ok, dann geh ich mal in den nächsten jahren mein begräbnis planen – so für den fall der fälle :)

    p.s ein gutes neues jahr

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.