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Luther war hier - (C) hansbenn CC0 via Pixabay.de Luther war hier - (C) hansbenn CC0 via Pixabay.de

Wider den Ablass – Was geschah vor 499 Jahren?

Der Theologe Martin Luther schlug seine 95 bekannten Thesen an die Schlosskirche von Wittenberg. Wie kam es dazu? Jedenfalls feiert man das heute. Denn am 31. Oktober wird in vielen Bundesländern Deutschlands der Reformationstag begangen. Der gesamte Osten Deutschlands liegt heute brach. Und nächstes Jahr ist der 500. Reformationstag, an dem auch in katholischen Bundesländern Feiertag ist. Der Tag ist ziemlich wichtig. Auch für nichtgläubige Menschen wie mich. Und zwar nicht nur wegen des zusätzlichen freien Tages.

Im Mittelalter war es üblich, dass die katholische Kirche einen Ablasshandel betrieb. Als Ablass wurden Gnadenakte der katholischen Kirche bezeichnet. Bei begangenen Sünden konnten so die Gläubigen die Kirche milde stimmen, indem sie an Wallfahrten und Gottesdienstbesuchen und bestimmten Gebeten teilnahmen. Hatte man die Kirche milde gestimmt, bekam man ein Schriftstück, den so genannten Ablassbrief. In dem stand drin, welchen Nachlass an auferlegten Strafen für begangene Sünden man erhielt.

Das Blöde an der ganzen Sache war, dass ein reger Handel mit diesen Briefen entstand. Viele Bischöfe und andere geistige Würdenträger waren korrupt. Und die verkauften auch gern mal solche Briefe, wenn die Gläubigen nur genügend auf den Tisch zu legen bereit waren. So galten sozusagen vielleicht 4 Ziegen als Kaufpreis für ein erlassenes Vaterunser oder so etwas. Und dagegen konnte man gern etwas haben. Der Gelehrte und Theologe Martin Luther hatte ganz entschieden etwas dagegen. Er fand den Ablasshandel nicht korrekt im Sinne der Kirche.

Die Thesentür an der Schlosskirche Wittenberg - von Wang7 in der Wikipedia auf Chinesisch (Eigenes Werk) [Public domain], via Wikimedia Commons
Die Thesentür an der Schlosskirche Wittenberg – von Wang7 in der Wikipedia auf Chinesisch (Eigenes Werk) [Public domain], via Wikimedia Commons
Er gab die bekannten 95 Thesen als Anlage zu einem Brief an den Erzbischof von Mainz und Magdeburg erstmals weiter, erhielt aber keine Antwort darauf. So gab er die Thesen einigen Bekannten weiter. Und er soll sie an die damalige Eingangstür zur Schlosskirche von Wittenberg geschlagen haben. Das ist aber nicht genau geklärt. Aber es ist eine schöne Anekdote. Und wer hat nicht alles schon von dieser Geschichte gehört? Die 95 Thesen jedenfalls wurden im obigen Brief erstmals am 31. Oktober 1517 in Umlauf gebracht.

Die Thesen, die Luther da aufgeschrieben hat, sollten auch bis heute gelten. Denn es ist nun einmal so, dass die heutige Politik mindestens genau so korrupt ist wie die katholische Kirche damals. Da werden irgendwelche gesetzlichen und rechtlichen Hürden niedriger, wenn dem entscheidenden Politiker nach seinem Amt ein führender Posten bei einem Konzern winkt. Da gelten weniger strenge Strafen, wenn der Konzern den nächsten Wahlkampf fördert. Und so weiter und so fort. So sehr viel anders zum Ablasshandel des Mittelalters ist das gar nicht. Und hier haben wir es mit Politikern zu tun, die aufgrund ihrer Geschichte eher katholisch geprägt sind.

Vielleicht sollte es mal einen neuen Thesenanschlag geben. Vielleicht am Deutschen Bundestag. Vielleicht am Bundeswirtschaftsministerium. Wer weiß? Martin Luther war überzeugter Theologe und Christ. So wie viele von uns überzeugte Demokraten sind. Aber Luther war eben auch unzufrieden mit den Zuständen und der Korruption. Dagegen sind heutzutage auch viele Demokraten. Daher sollte man vielleicht so etwas in der Art machen. Denn was Luther da gemacht hat, führte ja in der Endkonsequenz zu einer reformiertenn Kirche, der evangelischen, soweit ich weiß. Vielleicht bekommen wir auch eine reformierte Politik?

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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