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Blogpause vorbei – oder: Es geht auch ohne Profilneurose

Leute, ich habe meine Blogpause genossen. Das wurde auch verdammt nochmal Zeit. Nun geht es wieder los. Und ich habe gleich was wichtiges. Es geht um Profilneurosen. Während meiner Blogpause habe ich natürlich nicht aufgehört, in Blogs zu lesen. Und dabei ist mir etwas aufgefallen: Es gibt einen ganzen Sack voller Blogger, die denken, dass sie die größten Eier – respektive die schönsten Brüste – haben. Sie wissen, was ich meine: Es gibt Schreiberlinge, die die Weisheit für sich gepachtet haben und keine Gelegenheit auslassen, das allen wissen zu lassen.

Wer geltungssüchtig ist, will der Welt auf-Teufel-komm-raus zeigen, wie wichtig man ist. Ja, es gibt Blogger, die wirklich etwas auf dem Kasten haben, was andere nicht haben. Aber es gibt eben auch Blogger, die einfach so tun, als würden sie irgendwas besser machen. Dieses „Nur ich zeige euch den richtigen Weg“ in manchen Blogs kann man doch oftmals nicht ernst nehmen. Am schlimmsten ist es dann noch, wenn das, was diese Leute als vermeintliche neue Erkenntnis präsentieren, auch nur woanders abgeschrieben wurde.

Die Wikipedia definiert Geltungssucht oder eben Profilneurose so, dass man das Bestreben hat, Beachtung und Anerkennung zu erfahren. Damit werden aber eigentlich Minderwertigkeitskomplexe kompensiert. Das ist doch so wie bei Teenagern, die sich wie im Krieg bemalen – also schminken – oder so, um ihre Akne zu verbergen. Bei Medien und Blogs ist es eben so etwas wie „die einzig wahren Nachrichten“ oder so etwas in der Art. Und das nervt. Das muss doch auch anders gehen, denke ich.

Es kann sein, dass ich auch hier und da mal einen solchen Anflug hatte. Davor ist niemand gefeit. Man kann sich nur immer wieder selbst ermahnen, sich das durch den Kopf gehen zu lassen, was man da abgelassen hat. Das ist mir in meiner Blogpause klar geworden. Ich werde tunlichst vermeiden, von mir zu behaupten, ich sei derjenige, der alles besser wüsste. Die Zeit der Akne ist ja auch bei mir lange vorbei. Ich muss mich nicht mehr hinter einer übersteigerten Maskerade verstecken.

Da gibt es eine spannende Frage, die man da klären muss: Sind etwa alle Blogger in gewisser Weise Profilneurotiker? Nun ja, man kann so etwas schon sagen. Denn mit einer Profilneurose will man sich ja in den Vordergrund spielen. Das machen ja Blogger, wenn sie Artikel ins Internet kippen. Aber nicht jeder Blogger sagt von sich, dass nur sein Geschmiere das einzig richtige ist. Und da gibt es Hoffnung, oder nicht?

Im Prinzip hat ja jeder, der irgendwas im Internet treibt, eine Profilneurose. Ob es nun die unzähligen Facebook-Nutzer sind, die uns mit einem Duckface auf ihrem Profil empfangen. Ob es die Instagram-Nutzer(innen) sind, die uns ihre trainierten Körper oder ihr Essen zeigen wollen. Ob es Nutzer von Fitness-Apps sind, die über Twitter „angefeuert“ werden wollen. Jeder will zeigen, dass er oder sie der oder die Geilste ist. Das muss ja nicht jeder gut finden und mitmachen, aber es ist nun einmal irgendein komischer Trend zurzeit.

Nein, ich mache diesen Quatsch so wenig wie möglich mit. Das habe ich bisher auch weitgehend vermieden. Ich schrieb oben, dass man nicht davor gefeit ist. Aber man kann daran arbeiten, dass es nicht so ausufert. Mögen andere ihre Profilneurosen ausleben. Ich kann auch ganz gut ohne klarkommen. Das wird mich auch weiter umtreiben. Denn ich bin nicht wichtig genug. Das wird auch weiter meine Art zu bloggen beeinflussen. Damit willkommen zurück nach meiner Osterpause.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

3 Gedanken zu „Blogpause vorbei – oder: Es geht auch ohne Profilneurose

  1. Hallo Henning und willkommen zurück in dem Blogger-Alltag. Ich bleibe als Blogger wie ich bin und muss mich nicht als so wichtig bezeichnen. Man verbloggt halt sachlich eigene Themen und versucht, die Leserschaft zu unterhalten oder eben mit der zu kommunizieren. Nicht mehr und nicht weniger!!

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