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Google Suchmaschine - (C) Simon via pixabay.de Google Suchmaschine - (C) Simon via pixabay.de

In eigener Sache – „Manuelle Maßnahmen“ von Google führt zu Urlaubsabbruch

Eigentlich hatte ich geplant, noch bis zum Ende dieser Woche mein Handwerk sein zu lassen und einfach mal meine Ruhe zu genießen. Das hatte auch bis heute gut funktioniert. Aber ich bin stinksauer. Denn ich musste meine Blogpause unterbrechen, vielleicht sogar abbrechen, je nachdem, was noch passiert. Aber mal langsam.

Ich erhielt eine Email von Google. Dort war die Rede die Rede von unnatürlichen Links. Und ich würde damit wohl gegen die „Richtlinien für Webmaster“ verstoßen. Aufgrund dieses Problems wären wohl „manuelle Maßnahmen“ gegen diese Webseite verhängt worden. Und da musste ich tätig werden. Denn wer weiß, vielleicht würde es ja noch dicker für diese Seite kommen. Also bin ich aus meinem Lunger-Dasein erwacht und habe gehandelt. Denn das war alles, was mir Google erzählte:

Google hat auf Seiten dieser Website unnatürliche, betrügerische oder manipulative externe Links entdeckt. Dies ist möglicherweise auf den Verkauf von Links, die PageRank weitergeben, oder auf die Teilnahme an Linktauschprogrammen zurückzuführen.

Weiterführende Informationen waren auch geboten, aber die waren mehr oder weniger nichtssagend. Woher sollte ich wissen, was da schief gegangen ist? Also habe ich mich erst einmal umgesehen, was da los gewesen sein kann. Und mir fiel folgendes ein:

  • Hin und wieder muss ich ja auch für diese Webseite Geld bezahlen. Und um hier eine Refinanzierung zu haben, habe ich hier und da mal einen Link in einem Artikel, für den ich ein bisschen Geld bekam. Dies könnte ein Grund sein. Die Links habe ich selbst eingebaut.
  • Nebenher hatte ich irgendwann mal mit einem Backlink-Händler experimentiert. Das Resultat zeigte sich immer ganz unten unter allem auf der Webseite in Form von automatisch eingebauten Links. Und hier fielen auch mal ein paar Cents ab. Das Ganze wurde von einem Script gesteuert.

Es könnte sein, dass genau diese beiden Gründe eine Rolle spielten für die Strafe. Wobei ich nicht einmal weiß, ob es sich wirklich um eine Strafe handelt, Google erzählt ja nichts. Aber ich habe gehandelt. Wahrscheinlich kurzschlusshaft, aber das war mir relativ egal.

  • Ich habe erst einmal angefangen, in den Artikeln, von denen ich wusste, die Links mit dem Attribut „NoFollow“ zu versehen. Das sagt Suchmaschinen, dass es hinter dem Link nichts zu sehen gibt. Aber ich wollte sicher sein und setze daher vorerst das Plugin „NoFollow for external link“ ein, von dem ich hier das erste Mal las.
  • Das Script, das automatisch Links einbaut, habe ich rigoros entfernt. Ich vermute dieses als Hauptgrund. Meinen Benutzer bei dem Anbieter habe ich im Nachgang dann auch gelöscht. Ich dachte mir: Sicher ist sicher. Man weiß ja nicht, ob das irgendwas nach sich zieht.

Ich bin da derzeit nicht ganz allein. Offenbar greift Google derzeit durch, um Spam zu bekämpfen. Das ist grundsätzlich einmal zu begrüßen. Wenigstens bin ich bei Google nicht so sehr in Ungnade gefallen, da ich ja nun keine so genannte „Link-Schleuder“ betreibe und auch alles andere als Spam verbreite. Oder hatten Sie auch nur eine Sekunde jemals einen solchen Eindruck?

Jedenfalls geht derzeit das Gerücht, dass Google wohl die Anbieter Backlinkseller, Teliad, Rankseller und Co. ins Visier genommen haben soll. Gerade für Blogger sind solche Anbieter lukrativ, um die eigene Webseite zu refinanzieren. Gerade was Teliad und Rankseller betrifft, streiten sich aber die Geister, ob es sich um Linknetzwerke handelt. Die sind jedenfalls erst einmal nicht im Google-Index zu sehen. Bei Backlinkseller, bei denen man automatisiert Links einbinden lassen kann, soll es wohl anders laufen, weshalb die wohl noch im Index zu finden sind. Aber denkbar ist, dass gerade hierdurch die „Maßnahmen“ von Google ausgesprochen wurden.

Wie geht es nun weiter? Naja, ich habe meine Arbeiten durchgeführt und um eine erneute Überprüfung gebeten. Laut Alexander Liebrecht geht das Ganze wohl recht schnell. Und in den Kommentaren fand ich plausible Erklärungen, wie es zu einer solchen Maßnahme kommen konnte. Also scheint mir der Backlinkseller der sicherste Kandidat zu sein, warum mir eine „Maßnahme“ ausgesprochen wurde.

Werde ich denn meinen Rang behalten, oder muss ich von vorn anfangen? Also soweit ich las, ist es wohl so, dass der Rang erstmal nicht gilt. Aber wenn ich das richtig verstanden habe, erhält man den schnell zurück. Ich sehe das wie eine Zeitstrafe beim Eishockey. Es wird wohl ein paar Tage dauern, dann ist wieder alles in Ordnung. Denn wirklich schlimmes habe ich nicht gemacht. Ich habe nicht mit Links gehandelt, ich habe niemandem etwas vorgegaukelt, ich habe „nur“ dieses Script eingebaut und ein wenig was für die Refinanzierung der Seite getan, denn mit Werbung kommt man nun einmal nicht weit.

Wie wird sich zukünftig die Finanzierung dieser Seite gestalten? Schwierig, das vorherzusagen. Ich sträube mich dagegen, wesentlich mehr Werbung zu schalten. Sagen Sie es mir doch einfach, was Sie für Vorschläge hätten, wie sich die Seite bezahlen soll. Jedenfalls wird es diese automatisierten Links ganz unten nicht mehr geben, und bezahlte Artikel wird es wohl auch keine mehr geben, wenn ich alle ausgehenden Links auf „NoFollow“ stelle. Wobei: Es war ja alles wirklich nicht der große Kracher. Da wollen wir mal die Kirche im Dorf lassen.

Wenn ich alles in allem vielleicht 100 – 200 € im Jahr Einnahmen hatte, dann ist das relativ realistisch. Ich habe diese Seite nie wegen des Geldes betrieben. Das wird auch weiter so bleiben. Aber diese Einnahmen möchte ich gern auch zukünftig haben. Aber das wird mit Werbung nicht funktionieren. Flattr und Paypal haben sich auch als Trugschluss erwiesen. Also wie soll es funktionieren?

Aber das ist erst einmal nicht die vordringliche Frage. Mich beschäftigt, möglichst konform zu den Richtlinien von Google zu arbeiten. Und ich vermute, ich kann das auch jedem anderen empfehlen. Und es scheint so, als ob Blogger derzeit besonders ins Visier gerückt sind. Das mag ein subjektiver Eindruck sein. Aber große Medien sind keine Abnehmer von diesen abgestraften Diensten, die ich oben nannte. Insofern könnte es sich dann doch um einen Schlag gegen die Blogger handeln. Aber das wäre zu weit dahergesponnen.

So, jetzt hoffe ich, dass ich noch ein paar Tage frei machen kann. Wenn Sie auch betroffen sind von einer solchen Maßnahme, bleiben Sie auf jeden Fall erstmal ruhig. Arbeiten Sie das ab, was denkbar ist, und beantragen Sie eine neue Überprüfung. Google hat doch eh Recht. Und ich mache mich jetzt erstmal wieder vom Acker.

Bildquelle: Google Suchmaschine – (C) Simon via pixabay.de

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

10 Gedanken zu „In eigener Sache – „Manuelle Maßnahmen“ von Google führt zu Urlaubsabbruch

  1. Also aktuell ist eines gewiss. Der Pagerank ist zwar weg aber die Rankings stehen noch.

    Mein AV100 ist auch betroffen.
    Ich dachte zwar das ich da nichts gemacht habe mit Rankseller und Teliad und das habe ich beim Antrag auch so angegeben.
    Doch bei nachschauen in den Annalen der Seite muss ich sehen das ich mich Anfang des Jahres habe hinreißen lassen zwei Teliad Aufträge ausgeführt zu haben.
    Die 100 € dafür waren dann doch wohl zu verlockend :-)

    Wenn die Rankings bleiben lasse ich die beiden Artikel drauf bis die Laufzeit vorbei ist und dann hau ich die runter und stelle den Antrag.

    Teliad selber sagt in einem Newsletter das es nicht sein könnte das Google Teliad Daten hat da alles vollkommend anonymisiert ist.

    Man will es ja nicht aussprechen was man denken könnte. Von daher lasse ich es auch.

    Ich drücke Dir die Daumen Henning das der PR wieder kommt. Im Prinzip gehts ja nur um den Pagerank solange die Rankings stehen. Und den Pagerank braucht man ja eigentlich nicht.

    Grüße
    Lothar

  2. Ich bekomme auf meiner Seite nicht allzu viele Kommentare, aber viele Betroffene haben mir berichtet, dass nach der Abstrafung auf ihrem Blog die Besucher viel weniger kommentiert haben, als vorher. Man könnte ja als Mitglied eines „unnatürlichen Netzwerks“ gelten. Und das finde ich schon ziemlich übel – schlimmer fast, als die Denunziererei …
    LG
    Sabienes

  3. Ich habe das Plugin „Nofollow for external links“ eingesetzt, kann aber einzelne nofollow-Links in einzelnen Beiträgen nicht mehr entfernen und auf dofollow setzen.

    Ist das bei Dir auch so?

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