So, nun hat es mich erwischt. Ich bin fast vom Stuhl gefallen, als ich las, was mir die KSP Kanzlei Dr. Seegers, Dr. Frankenheim Rechtsanwaltsgesellschaft mbH per Email zuschickte. Postalisch hatte es wohl nicht geklappt, aber dazu im weiteren Verlauf mehr.
Zunächst einmal die vollständige Email der Kanzlei. Adressen mache ich hierbei unkenntlich. Auch möge die KSP es mir nachsehen, dass ich diesen Vorgang veröffentliche.
Forderungsangelegenheit dapd nachrichtenagentur GmbH
Sehr geehrter Herr Uhle,
in der vorbezeichneten Angelegenheit hatten wir Sie unter der Anschrift xxxxxxxxxxxxxxxx angeschrieben.
Dieses Schreiben kam nunmehr mit dem Vermerk der Post “unzustellbar” zurück. Wir bitten Sie daher, zur Vermeidung von Ermittlungskosten, sich mit uns bis zum
04.08.2011
in Verbindung zu setzen und uns Ihre aktuellen Kontaktdaten mitzuteilen, entweder telefonisch unter 040 / 4 50 65 – 732 oder unter Angabe Ihres Az. AUSGEDACHT per Mail dapd@ksp.de oder über www.serviceportal@ksp.de unter “Mitteilung hinterlassen”.
Die aktuell ausstehende Gesamtforderung beträgt EUR 448,05.
Mit freundlichen Grüßen
KSP
RechtsanwälteDieses Schreiben ist maschinell erstellt und ohne Unterschrift gültig.
KSP Kanzlei Dr. Seegers
Dr. Frankenheim Rechtsanwaltsgesellschaft mbH
Kaiser-Wilhelm-Straße 40
20355 HamburgAmtsgericht Hamburg HRB 110678
Tel.: 040 / 4 50 65 – 732
Bankverbindung: Hamburger Sparkasse, BLZ 20050550, Konto 1234567890
Bankverbindung international: IBAN AUSGEDACHT, BIC-Code HASPDEHHXXX
Warum konnte mich die Kanzlei postalisch nicht erreichen? Im Leben vieler Menschen kommt es dazu, dass hier und da mal ein Umzug ansteht. So war das auch bei mir. Das Einwohnermeldeamt weiß davon.
Nun ja, die Kanzlei schrieb mich – der Email zufolge – über meine alte Anschrift an und bekam die Post zurück. Also nahmen sie Kontakt per Email auf. Welche Adresse nahmen sie hier? Eine veraltete, die ich nur noch verwende, wenn ich mich irgendwo registrieren muss, wo ich Spam vermute.
Bei meiner monatlichen Überprüfung dieser Email-Adresse, ob nicht doch unter dem vielen Spam etwas brauchbares vorkommt, fiel mir diese Email auf. Selbst dort war sie als Spam ausgefiltert. Besuche ich nun die Webseite der Kanzlei, schreit mir WOT ins Gesicht, dass die Seite einen schlechten Ruf habe. Besuche ich die Seite dann doch, werde ich vor lauter Flash-Animation erschlagen.
Was sagt nun die Netzwelt zur Kanzlei KSP? Nichts gutes. Der Infopirat stellt fest, dass dieses Vorgehen infrage gestellt werden kann. Grenzradio911 gar spricht von Nötigung und Erpressung. Teezeeh findet es bodenlos, dass sich kleine Blogger mit solchen Schikanen herumschlagen müssen. Mario Göttsche beschreibt die Dubiosität des Vorgehens. Und der Affiliate auf Weltreise berichtet von seinem Leiden mit KSP und präsentiert eine wahre Linksammlung zum Thema, die höchst interessant ist.
Was werde ich nun tun? Ich habe erst einmal Kontakt mit KSP aufgenommen, um eventuelle Ermittlungskosten nicht noch um die Ohren gehauen zu bekommen:
Sehr geehrte Damen und Herren,
vorbehaltlich der Rechtmäßigkeit Ihrer angeblichen Forderung, mache ich Sie auf folgenden Artikel in Anwalt.de aufmerksam:
Ich mache Sie weiter darauf aufmerksam, dass ich in keinerlei Verhältnis zu DAPD stehe. Des Weiteren möchte ich gern die Rechtmäßigkeit Ihrer Forderung überprüfen. Daher übersenden Sie mir bitte Ihre vollständige Forderung in PDF-Form, digital signiert und mit Lesebestätigung.
Sie haben eine Frist bis 04.08.2011 gesetzt. Innerhalb dieser Zeit erwarte ich elektronische Antwort. Andernfalls erübrigt sich jedwede weitere Kommunikation. Den Vorgang werde ich dann prüfen lassen.
Mit freundlichen Grüßen
Henning Uhle
Jetzt warte ich mal ab, was passiert. Das Interessante ist, dass DAPD selbst erst seit September 2010 existiert. Insofern schränkt sich die Anzahl der eventuell zu prüfenden Artikel stark ein.
Es wird im Laufe der nächsten Zeit immer wieder Artikel zum gleichen Thema geben, als eine Art Fortsetzungsgeschichte. Daher ist dieser Artikel mit “Teil 1″ bezeichnet.

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Ich habe ja auch genau das selbe bekommen, habe die Frist aber verstreichen lassen, dann kam 2 Wochen später wieder der selbe Brief.
Bei mir ging es um einen Artikel aus dem Jahre 2005 über das “Wetter”
Ich soll dafür 400 Euro zahlen
Danke für die Informationen, Angelo. Ich werde KSP im Auge behalten.
Soso, das Thema “Wetter” ist also geistiges Eigentum irgendeiner Nachrichtenagentur. Das finde ich sehr spannend.
Ja das habe ich mir auch gedacht, ich wußte nicht das “Wetter” einer DAPD gehört. Aber ich bin mal gespannt was da noch auf mich zu kommt. Die wollen 400 Euro von mir…ich werde nicht zahlen.
Ja, das Schreiben, habe ich auch erhalten. Es sind wohl auf meiner privaten Homepage 4 Zitate aufgetaucht. Die Forderung, fast 2000 €…
Hallo…ich habe heute Post von denen bekommen. Meine Seite ist seit Monaten gar nicht mehr online…wie soll ich mich verhalten?
Wie ist die Sache bei Euch ausgegangen?
Danke für Hilfe
Hallo Silvia,
die “Sache” ist noch in der Schwebe. Ausgegangen ist hier noch nichts. Aber die Fortsetzungsgeschichte wird fortgeschrieben. Es muss nur Neuigkeiten dazu geben.
Viele Grüße.