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Als ob man als Blogger die Webseite trimmen muss

Gut gemeinte Ratschläge von irgendwelchen Hanseln gibt es viele, nur wenige sind praktikabel. Und manches ist nur aufgesetzt oberlehrerhaft. Da hört man immer wieder unwahrscheinlich klug klingendes Zeug, was da mit „Unique Content“ überschrieben ist. Als ob man als Blogger seine Webseite trimmen muss, um irgendwas darzustellen. Da gibt es die Darsteller, die sonstwas veranstalten, um gut zu „ranken“, womit nicht einmal Weinreben gemeint sind. Dabei ist das doch gar nicht so schwer.

Vorgeschichte

Nein, das wird kein ewig langer Sermon, den ich reinkippe. Ich will ja auch niemanden langweilen. Aber so etwas kann bei langen Blogartikeln schon mal passieren. Wer weiß, vielleicht ist das Ihnen ja auch schon bei meinen Artikeln passiert, wenn sie recht lang geworden sind. Dabei habe ich mich ja nur an die Empfehlungen gehalten, die man da immer wieder vor die Füße gehauen bekommt:

  • Sei ausführlich
  • Kurze Artikel sind Mist
  • Steige in das Thema tief ein

Das sind so die Gründe, weshalb ich jetzt schon bei über 150 Wörtern bin. Habe ich da jetzt schon eine Aussage getroffen? Wenn ich mir das so ansehe: Nein. Aber ich habe die Empfehlungen vieler angeblicher SEO-Experten erfüllt. Denn so, wie sich das bei vielen liest, muss man nur viel Wortmüll produzieren, um vorn in den Suchergebnissen zu landen.

Aber wer weiß, vielleicht ist das ja auch kein Anspruch für jeden. Vielleicht gibt es auch genügend Blogger, die einfach nur des Schreibens wegen schreiben. Deren Blogs sind oftmals besser, als wenn die Artikel technisch perfekt sind. Und da muss ich mal ganz einfach darauf eingehen. Ich glaub, ich mach das einfach mal. Also genug der Worthülsen.

Sei Unique

Ich mach das jetzt hier zu lang, um mich noch auf jedes Wort einzulassen, das der eine oder andere Experte von sich zu geben meint. Die reden von einzigartigen Inhalten und nennen es „Unique Content“, was das gleiche bedeutet. Die brechen sich einen ab, um einem zu erklären, worauf es angeblich am meisten ankommt:

  • Die Länge hatten wir ja schon
  • In der Überschrift das Keyword und eine Zahl
  • Zwischenüberschriften mit Keyword und so etwas
  • Absätze, Aufzählungen, in denen auch das Keyword vorkommt
  • Bilder mit dem Keyword

Worauf aber die meisten nicht eingehen, ist aber das einfachste überhaupt: Der Inhalt. Da faseln die einer großen Gemeinde ihre Liste ins Ohr, und die macht das dann genau so. Wie einzigartig ist das denn dann? Nein, es ist am wichtigsten, wie etwas geschrieben wird. Nicht alles muss bis auf das letzte Wort richtig und exakt sein, so lang es mit Herzblut geschrieben wurde, sodass der Autor voll und ganz dahinter stehen kann und damit die Leser einfach durch die eigene Leidenschaft mitnimmt.

Unique heißt einzigartig. Jeder, der so schreibt, wie er es für richtig erachtet, verfasst einzigartige Inhalte. Und es ist dabei höchst egal, ob dabei Zwischenüberschriften mit irgendeinem Keyword verwendet werden oder nicht. Das mache ich doch verdammt nochmal auch nicht. Ich will aber auch nicht die Suchmaschinen dominieren. Ich will nur hier meinen Kram niederschreiben. Wenn das ein paar Leuten gefällt, ist das gar nicht so schlecht. Und das tut es offenbar, und zwar nicht nur ein paar Leuten.

Es ist so einfach

Nein, ich habe kein „Kochrezept“ oder ähnliches Zeug. Wenn jemand bloggt und sich darüber wundert, dass die Besucher – und damit oftmals auch die Werbeeinnahmen – ausbleiben, dann wäre es höchstwahrscheinlich anders, wenn man sich damit auseinandersetzen würde:

  1. Blogs lesen und Inhalte verstehen
  2. Wenn das Thema fasziniert, schreibt man es auf
  3. Haltung bewahren, niemand soll sich für einen Artikel verbiegen
  4. Ist der Artikel fertig, muss ein Artikelbild her, das zum Inhalt passt
  5. Der Artikel muss unbedingt Korrektur gelesen werden, bevor er veröffentlicht wird
  6. Dann wird er veröffentlicht und die sozialen Netzwerke mit einbezogen
  7. Reaktionen auf den Artikel sollte man bearbeiten und im Auge behalten

Gerade bei Punkt 5 bin ich skeptisch, dass das jeder beherzigt. Gerade Technik-Blogs, die jedem Trend hinterher hecheln, pappen Worte aneinander, die vielleicht mit korrekter Interpunktion und richtig eingesetztem Satzbau und Orthographie von diesem Planeten auch einen Sinn ergeben würden. Tun sie aber nicht, wenn man vorschnell publiziert.

Punkt 7 habe ich mir ja auf die Fahnen geschrieben, wie meine Stammleser wissen. Seit neuestem lege ich da wieder erhöhtes Augenmerk darauf. Aber ansonsten schreibe ich immer frei von der Leber weg. Warum auch nicht? Solche technischen Kriterien, die den Leser eigentlich so gar nicht interessieren, sind vielleicht erwiesen, aber für mich weniger relevant als Themen, die mich beschäftigen.

Es muss nicht schwierig sein

Ich bin ja auf das Thema gestoßen, nachdem ich hier etwas darüber gelesen habe, wie man am besten mit seinem „Unique Content“ auffallen kann. Aber am individuellsten ist es meiner Meinung nach, wenn man so schreibt, wie man ist. Man muss nicht überall der große Auskenner sein, so lang man da ehrlich ist. Unwissen oder so etwas durch technische Tricksereien zu kaschieren („3 Gründe, warum du nach dem Toilettengang spülen solltest“, zum Beispiel), halte ich nicht für gut.

Es muss nicht schwierig sein, Artikel zu schreiben, mit denen der Autor einverstanden ist und mit denen die Leser gut klar kommen. Wer sich einfach nicht verstellt, kommt meiner Meinung nach am weitesten. Es ist einfach Unsinn, nur auf die technischen Tricks zu setzen, das Herzblut spielt eine für mich viel höhere Rolle. Da darf man auch gern zu dem einen oder anderen Thema Mut zur Lücke zeigen.

Und wer wirklich in letzter Konsequenz auf „Unique Content“ setzen will, der verbreitet ausschließlich seine Meinung. Das ist das individuellste, das es gibt. Wichtig ist, dass der Leser das verstehen kann, was der Autor schreibt, weshalb für mich die Korrektur in Sachen Orthographie und Grammatik sehr wichtig ist. Aber das ist alles nur meine Meinung.

Ich muss nicht Recht haben. Will ich auch gar nicht. Es gibt großartige SEO-Hinweise. Es ist sicherlich immer etwas dabei, was man umsetzen kann. Es gibt aber auch viel Kroppzeug, das einfach nur auf „Setze meine 497 unwiderstehlichen Tipps ein, um auf Seite 1 zu landen“ pochen. Aber unterm Strich hat niemand darauf gewartet, dass irgendwer irgendwas absondert. Da muss man schon selbst überzeugen, dass das gut ist, wenn der Leser diesen Artikel liest. Und das schafft man in meinen Augen nicht durch Tricks, sondern durch Individualität und Verständlichkeit.

Und nun höre ich auf. Das ist ja wieder lang geworden.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

3 Gedanken zu „Als ob man als Blogger die Webseite trimmen muss

  1. Hallo Henning,

    nach deinem Hinweis auf diesen Artikel, bin ich natürlich dem Link gefolgt.

    Zunächst bedanke ich mich bei dir für die Verlinkung zu meinem Artikel ;)

    Ich stimme dir auf jeden Fall zu: Sei du selbst!
    Denn ehrlich währt ja bekannterweise am längsten…

    Außerdem finde ich den von dir genannten Aspekt wichtig, dass man sich auf den Content konzentrieren soll. Schließlich muss dieser einzigartig sein, um überhaupt wahrgenommen zu werden.

    Insgesamt: Danke für diesen Artikel und deine Anregungen zu dem Thema „Unique Content“.

    Liebe Grüße
    Alexa

    1. Na, aber gern geschehen. Was nützt es denn, wenn man pausenlos irgendwo abschreibt? So ist das mit den Fußstapfen. Tritt in niemandes Fußstapfen, damit du selbst Spuren hinterlässt. Und wenn man das erreicht hat, schafft man es vielleicht auch noch, sich auf das zu konzentrieren, was wirklich wichtig ist. Und dann klappt das auch mit dem Inhalt.

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