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Telefonieren mit Apple - (C) bea_marques via pixabay.de Telefonieren mit Apple - (C) bea_marques via pixabay.de

Apple, zahlt endlich eure Steuern!

Ich mag diesen ganzen Kram rund um Apple nicht. Ich habe geschäftlich ein iPhone, das mir so lala zusagt, aber damit hat es eigentlich auch schon. Ich kann auch diesen völlig unsinnigen Hype um den angebissenen Apfel nicht verstehen. Und ich verstehe es noch viel weniger, dass viele Europäer wegen fehlender Steuern heftigen Ärger bekommen und Strafen notfalls absitzen müssen, Apple aber einfach mal müde lächelnd Nachzahlungsforderungen aussitzt. Apple bringt Europa um Milliarden. Und die hat die Bude einfach mal nachzuzahlen.

Europäische Finanzbehörden haben errechnet, dass Apple der Europäischen Union 13 Milliarden Euro schuldet. Die EU-Kommission und Irland haben errechnet, wie sich das Alles zusammensetzt. Die Rechnung hat nun auch das An Roinn Airgeadais aufstellen können. Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager wirft dem angeblichen Saubermann der IT-Industrie vor, 13 Milliarden Euro plus Zinsen an Steuerschuld zu haben. Der Konzern hat jahrelang zu wenig Steuern gezahlt, weil Irland illegal Subventionen ermöglicht hatte.

Apple befindet sich allerdings in guter Gesellschaft. In Cupertino, wo der Hauptsitz der Bude ist, befinden sich auch die Hauptsitze Trend Micro, Zend Technologies, Seagate und so weiter und so fort, nebst den Dependancen von IBM, Olivetti, Oracle und etlicher weiterer Weltkonzerne. Aber im Mai letzten Jahres beklagte Barry Chang, der Bürgermeister von Cupertino, dass ihm Steuereinnahmen fehlen, um die Kosten für den Erhalt und den Ausbau der städtischen Infrastruktur aufrechterhalten zu können.

Wie bitte? Eine Stadt voller Milliardenunternehmen, und die können die Schlaglöcher nicht reparieren? Und wir wundern uns in Europa, warum hier auch Infrastrukturprojekte auf die lange Bank geschoben werden. Barry Chang hat das gestiegene Verkehrsaufkommen in Verbindung mit den häufig genutzten Modellen zur – elegant ausgedrückt – Steuervermeidung als Ursache ausgemacht. Ehrlich? Da platzt mir die Hutschnur. Die Konzerne stellen sich in den Werbefilmchen immer als heilige Samariter hin und kommen nicht mal ihrer Mindest-Pflicht zur Steuerzahlung nach? Was sind das nur für Läden?

Jedenfalls haben die EU-Kommission und der irische Finanzminister Noonan Apple am Wickel. Sie werden weiter prüfen. Derweil hat der Obsthändler aus Cupertino den ersten Zahlungstermin verstreichen lassen. Das halte ich für hochgradig frech. Und was macht die EU-Kommission? Die will erstmal verhandeln. Wenn US-Präsident Strafzölle auf europäische Produkte einführen will, kann das doch Europa bei säumigen US-Buden auch so machen. Was spricht denn um Himmels Willen dagegen? Man muss es eigentlich nur machen.

Wenn man es genau nimmt, sind die Buden in Cupertino mit ihren Steuertricks einfach nur Läden, die man wegen bandenmäßigem Betrug schließen müsste. Ja, ich mache es mir einfach. Aber wenn diese Läden nicht dazu in der Lage sind, ihre Pflicht zu erfüllen, und andererseits Kindergärten, Krankenhäuser und Schulen fehlen, habe ich nicht das geringste Verständnis für Apple. Darum: Apple, zahlt endlich eure Steuern!

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

2 Gedanken zu „Apple, zahlt endlich eure Steuern!

  1. Ich bin ganz bei dir. Leider interessiert das den Kunden halt null, sonst würden sie nicht ständig neue Verkaufsrekorde aufstellen. Der Verbraucher ist halt doch dumm. So leid es mir tut.

    1. Hallo Robert, das stimmt: Apple ist hip, Apple ist geil, deshalb wird Apple gekauft. Egal, was die in der Presse über sie erzählen. Aber ein paar meiner Bekannten haben bereits umgedacht. Vielleicht nicht aus diesem Grund. Der Konzern ist halt in allem reichlich unverschämt, und dieses Spiel spielen sie nicht mehr mit.

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