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Information - (C) Geralt Altmann CC0 via Pixabay.de Information - (C) Geralt Altmann CC0 via Pixabay.de

Bei jedem Anschwärzen stirbt ein kleines Kätzchen

Ich habe die Nase voll von eurer Debatte über die Flüchtlinge, die ja keine Debatte mehr ist, sondern nur noch ein jämmerlicher Grabenkampf. Der eine wirft eine Handgranate, der andere antwortet mit einer solchen. Argumente haben doch längst versagt. Ihr wollt doch alle die Flüchtlingsproblematik gar nicht sinnvoll lösen, ihr wollt euch mit Steinen bewerfen. Und nun werden die einen von den anderen beim Arbeitgeber angeschwärzt. Und bei jedem Anschwärzen stirbt ein kleines Kätzchen.

Ich weiß nicht, inwieweit das juristisch relevant ist, dass es Nutzer in sozialen Netzwerken gibt, die einfach mal Parolen in die Runde werfen, dass Flüchtlinge vergast gehören. Ich denke schon, dass das den Tatbestand der Hetze erfüllt. Aber das habe nicht ich zu klären oder andere Facebook-Nutzer, sondern Gerichte und Juristen. Ebenso wenig weiß ich, ob es juristisch relevant ist, wenn irgendwer das kopiert und per Screenshot festhält, was jemand anderes absondert, und das dann zusammen mit allen möglichen Informationen (wie den Arbeitgeber) öffentlich zur Schau stellt.

Ich finde es gut und richtig, dass gegen Hetze vorgegangen wird. Das kann nicht entschieden genug passieren. Aber was da gerade in dem einen Blog, den ich aus gutem Grund nicht verlinke, passiert, hat nichts mehr mit besonnenem Vorgehen zu tun. Das ist einfach nur Selbstjustiz. Und da stelle ich mal die Frage in den Raum, ob das nicht auch ein Straftatbestand ist. In meinen Augen ist das einfach nur noch ein Anschwärzen, und sämtliche Argumentation ist gestorben. Es wird nicht einen Flüchtling geben, der nun sagt: Hurra, die verkloppen sich gegenseitig mit Nicht-Argumenten, da habe ich wenigstens meine Ruhe.

Nein, ich bin bei dem ganzen Krieg, den Einheimische auf dem Rücken der Flüchtlinge austragen, ausgestiegen. Ich bin einfach nicht mehr dabei. Noch einmal, es ist gut und richtig, gegen Hetze vorzugehen. Aber genau genommen, hetzen doch Rechte gegen Flüchtlinge, Rechte gegen Linke, Linke gegen Rechte und – ich habe es doch selbst gelesen – Linke gegen Flüchtlinge. Und wenn Sie mich fragen, wo man das denn nachlesen kann: Diesen ganzen Quatsch werde ich nicht verlinken. Da müssen Sie schon selbst schauen. Tut mir leid, aber diesen ganzen Kram unterstütze ich nicht auch noch mit einem Link.

Irgendwann werden wir mal eben nebenbei feststellen, dass die Demokratie gestorben ist. Damit meine ich nicht, dass zur Demokratie die freie Meinungsäußerung gehört. Das halte ich für das höchste aller Güte. Aber die Hetze, die macht die Demokratie kaputt. Und schon vor über 40 Jahren war bekannt, dass die Weimarer Republik durch ganz weit links und ganz weit rechts bedroht wurde. Was daraus geworden ist, ist hinlänglich bekannt.

Aber macht ihr mal weiter so. Wenn es denn bei Argumenten geblieben wäre. So aber zünden Chaoten aus dem mutmaßlich rechten Spektrum Flüchtlingsheime an, und Chaoten aus dem mutmaßlich linken Spektrum werfen Steine in Richtung rechter Demonstranten. Die Sache wird dadurch aber nicht gelöst. Aber das wisst ihr ja alle. Und wenn man sich nun gegenseitig auch noch anschwärzt, ist ein weiterer Stein aus der Mauer gelöst, der die Demokratie vor einem Bürgerkrieg bewahrt. Aber das wisst ihr ja alle besser. Bravo.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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