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Blog - (C) inspirexpressmiami CC0 via Pixabay.de Blog - (C) inspirexpressmiami CC0 via Pixabay.de

Bloggererkenntnisse

Manches erkennt man erst, wenn man einige Zeit mit etwas zu tun hat. Das nennt man dann Erkenntnis. So hat man auch als Blogger Erkenntnisse. Die kann man gern mal teilen. Oder mitteilen. Es muss ja niemand der gleichen Meinung sein wie ich. Ich schreibe einfach mal auf, was mich da so auf den Pfad der Erkenntnis brachte. Es mag vielleicht jemanden geben, der daraus seine Erkenntnis zieht.

Ich muss es niemandem recht machen

Abnicker und Ja-Sager haben wir eigentlich genug in unserer Gesellschaft. Ich fühle mich recht gut damit, wenn ich mich nicht allzu weit verbiegen muss. Leute, ich bin auch nicht mehr der Jüngste. Wenn man sich verbiegt, kann das aufs Kreuz gehen. Und ich lasse mich nicht mehr aufs Kreuz legen. Deshalb ziehe ich meinen Stiefel durch.

Ich werde mich allenfalls an gesetzliche und rechtliche Vorgaben halten. Das muss ich ja, sonst gibt es Ärger. Aber ich werde einen Teufel tun und mir verbieten lassen, mich zu den Dingen auszulassen, die mich so beschäftigen. Ich habe so mitbekommen, dass das meine Leser auch ganz gut finden. Ich bin zwar nach wie vor keine große Flamme. Aber das muss ich ja auch nicht sein, oder?

Nur keine zu engen Grenzen

Ich habe oft genug bei irgendwelchen SEO-Fritzen gelesen, dass es doch wahnsinnig klug und super und all das wäre, wenn man sich möglichst weit spezialisiert beim Bloggen. Ja, es gibt Blogs über den Jakobsweg oder die Dresdner Fledermaus namens Kleine Hufeisennase. Ja, toll. Das sind alles Geschichten, die erzählt werden wollen. Ehrlich, da habe ich überhaupt nichts dagegen. Aber mir wäre das so gefühlt: Nichts.

Ich habe es oft schon anklingen lassen: Ich will mich da nicht einengen. Ich schreibe, worüber ich etwas schreiben will und wobei ich mich gut fühle. Und wenn dabei auch mal die Hufeisennase vorkommt, ist das gut. Aber das muss es nicht. Dann lieber mein Bauchladen. Denn Abwechslung macht es doch spannend, finde ich.

Kritik er- und vertragen

Es gibt ja Blogger, die durchaus ausrasten, wenn man denen auf den Schlips oder auf die Schleppe tritt. Na, sollen sie mal machen. Aber als Blogger muss man doch eh ein dickes Fell haben. Also kann man auch mal Kritik einstecken. Vielleicht hat ja der eine oder andere Kritiker ja auch Recht? Man muss da schon mal drüber nachdenken. Meistens kommt die Kritik ja nicht von ungefähr, vermute ich.

Was man dabei aber unterscheiden muss, ist Kritik und Keiferei. Ich habe es mir abgewöhnt, auf Sonderlinge Acht zu geben, die einfach mal ihren Modder bei mir abkippen müssen. Ich beachte das gar nicht mehr. Und Dinge wie „Du bist doof“ zählen für mich nicht als Kritik. Ich lebe damit seit langer Zeit ziemlich entspannt. Und ich denke, mit dieser Strategie kann ich gut weitermachen.

Nie auslernen

Als Blogger musst du es der Welt zeigen. Du muss der Welt vorleben können, dass man sich immer weiterbilden muss. Egal zu welchem Thema. Ich habe ein paar tolle Kochrezept-Blogs gesehen, deren Autoren sich immer wieder zu irgendwelchen Zubereitungsdingen belesen haben und das auch immer gleich ausprobiert haben. Und das kann man doch auf alle möglichen Themengebiete ausbreiten.

Es heißt ja nicht umsonst, dass man fürs Leben lernt. Und für einen Blogger ist der Blog Teil des Lebens. Insofern muss man immer weiter lernen, will man den Blog spannend und interessant halten. Ich meine, was wäre das denn für ein Blog, der immer wieder das gleiche Ding durchkaut? Irgendwie passiert ja immer wieder was neues. Und das kann man durchaus auch als Lernen mitnehmen.

Leben

Stellen Sie sich doch mal vor, dass ein Blogger immernoch von der Außenwelt abgeschirmt im Keller hocken würde und sein krudes Zeug schreiben würde. Bloggen wäre dann aber sowas von out geblieben. Nein, Blogger leben auch. Und zwar meistens ein ziemlich normales Leben. Und das auch mit allen möglichen Entbehrungen, Krankheiten, Verlusten und all das.

Leben kann man auch wunderbar verbloggen. Ein Blog ist ja schließlich so etwas wie ein Tagebuch. Selbst Schicksalsschläge und Dinge, die man warum auch immer nicht ändern kann, können den Blog beeinflussen. Und das ist doch das, was einen richtigen Blog lebendig werden lässt. Wir Blogger sind nicht einfach halbtote Wesen, die vor sich hin torkeln, wenn sie mal frische Luft abbekommen.

Erkenntnis

Insofern ist meine Erkenntnis: Wer sich nicht verbiegen lässt und sein Leben annimmt und lebt und dabei immer wieder neues lernt, der kann mit Kritik umgehen und auch entsprechend darauf reagieren. Aber ist das nicht bei jedem Menschen gleich? Also können wir festhalten: Ein Blogger ist ein stinknormaler Mensch. Und das muss man sich als Blogger auch immer bewahren. Sonst kann man sich gleich ins nächste Erdloch einbuddeln und die Welt Welt sein lassen. Oder sehe ich das irgendwie falsch?

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

2 Gedanken zu „Bloggererkenntnisse

  1. Ja, die ganzen Profis, die einem erzählen, dass man sich auf ein Thema spezialisieren soll, erinnern ein bisserl an die ganzen Erfolgscoaches, die einem glaubhaft machen wollen, dass man mit dem festen Willen es zu schaffen, Millionär werden kann. Natürlich haben diese Coaches Bücher geschrieben – mir hat eine Bekannte sogar mal eines geschenkt (Ja, war keine gute Bekannte)von so einem Überfuzzi. Habe das Teil nach dem ersten Kapitel in die Altpapiertonne geworfen: von der ersten Seite an nur Quark – mal ehrlich, wenn ein Kapitel heißt: „sei ein Adler“ und dann nur Geschwafel kommt – sorry. Und das Beste kommt noch: dieser Superdupermegaerfolgstyp ist wegen Insolvenzverschleppung seiner so erfolgreichen Beraterfirma und anderer Dinge verurteilt worden. Na Glückwunsch.
    Vor einigen Monaten bot sich ein weiterer „Guru“ in den sozialen Netzwerken an, den eigenen Blog zu checken und dann 3 Verbesserungsvorschläge zu machen. Spaßeshalber machte ich mit. Nach 3! Monaten (ca 100 Blogs hatten sich prüfen lassen – und ich war so knapp im ersten Drittel der Angemeldeten – was vermuten lässt, dass der letzte schon verstorben ist, bis er endlich erfährt, warum sein Blog nicht gelesen wird) bekam ich dann ein Feedback. War wie vermutet: 1. Theme zu unübersichtlich (rein zufällig hat er aber einen Bekannten, der aktuell Sonderpreise für tolle Themes hat – die Themes sahen alle bis auf wenige Unterschiede gleich aus und zwar total Kacke, wenn ich diesen Begriff mal benutzen darf.)
    2. Weg von den Multithemen – hin zu einem zentralen Thema. Gurus reden ja gern in Phrasen. Hier kam dann auch eine: „wer für Alle schreibt, schreibt für Keinen“. Tja, meiner Meinung nach heißt die Phrase aber: „wer für Alle schreibt, schreibt für Jeden!“.
    3. ein Goodie für die Besucher ist ein Muss. Ein kostenloses selbstgeschriebenes Buch zum Download, oder etwas ähnliches. Hallo? Geht’s noch? Außerdem habe in meinem Shop schon mehrere Sachen, die kostenlos sind. Downloads bisher = 0.
    Ach ja, dieser Guru coacht auch persönlich – kostet einen dann knapp 100 Euro die Stunde – wenn’s zu weit zur Anreise ist, dann gerne per Telefon. So einfach möchte ich auch mein Geld mal verdienen. So ist das, wenn ein Wolf ins Tal der ahnungslosen Lämmer kommt. Letztlich war die Kernaussage: mache es genauso wie ich und Du wirst mit deinem Blog viel Geld verdienen. Der einzige, der Geld verdient, ist dieser Clown, der der die ganzen Möchtegern „Reich durch bloggen“ Spinner ausnimmt, wie eine Weihnachtsgans.
    Deshalb wird mein Blog auch genau das bleiben was er immer war: ein Multithemen-Magazin, mit einem Theme was genau dazu passt.

    1. Ich sehe, wir sind vom Ansatz her gar nicht so verschieden. Diese ganzen Gurus kann man sich eigentlich sparen. Oder wenn, dann kann man es zur Kenntnis nehmen. Aber die meisten erzählen ungefähr das Gleiche.
      „Sei ein Adler“ – jetzt weiß ich, warum ich auf diesen Kommentar noch nicht geantwortet habe. Ich habe mir vorgestellt, wie es wäre, wenn ich die Schwingen ausbreiten würde. Wäre ich dann wie Ikarus? Würde ich der Sonne zu nah kommen? Nee, nee, lasst mal gut sein, ich fühle mich ganz wohl so. Und reich wird man doch mit dem Bloggen eh nicht.
      Was sollen denn die Belehrungen zu dem eingesetzten Theme? Das ist doch eh meistens Geschmackssache. Und wenn ich mir die Blogs von dem einen oder anderen SEO angucke, dann kommt mir auch das kalte Grausen. Mein Blog ist alles andere als fehlerfrei. Der wird auch neu aufgesetzt – irgendwann. Aber ich habe noch nicht erfahren, dass man sich so gar nicht zurecht findet. Das ist bei den SEOs oftmals anders, wenn man die ganzen Bettel-Overlays geschlossen hat, oder?

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