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Sex - (C) stux CC0 via Pixabay.de Sex - (C) stux CC0 via Pixabay.de

Datenschutz: der öffentliche Intimbereich

Stellen Sich sich vor, dass neuerdings auch Vibratoren gehackt werden können. Damit wird das Spiel im Intimbereich zum nahezu öffentlichen Ereignis. Es gibt ja die seltsamsten Dinge in Sachen Sex. Und so können auch Vibratoren „smart“ sein und über das eigene Smartphone gesteuert werden. Damit bekommt der Vibrationsalarm eine ganz neue Bedeutung, finden Sie nicht auch? Jedenfalls ist es möglich, dass diese Vibratoren angegriffen werden können.

Australische Sicherheitsforscher haben auf der Hackerkonferenz DEF-CON vorgeführt, dass es ganz einfach möglich ist, dass Vibratoren, die per Smartphone-App gesteuert werden, gehackt werden können. In diesem Zusammenhang haben sie auch aufgezeigt, was diese Dinger alles so aufzeichnen. Jetzt könnte man anfangen und dämliche Witze darüber in die Runde hauen. Aber das ist wirklich ein riesiges Problem, wie ich finde.

Die beiden Forscher haben anhand eines „smarten“ Vibrators namens „We-Vibe“ demonstrieren können, dass sie die Kontrolle über den Lustspender übernehmen konnten. Der nämlich ist per App bedienbar und über Bluetooth mit dem Smartphone verbunden. Darüber muss eine Meldung bei der US-Regulierungsbehörde für die Telekommunikation erfolgen. Und genau hier haben sich die Experten eingeklinkt.

Der Bluetooth-Chip ist miserabel gesichert, und so konnten sie sich von einem PC aus Zugang zum Chip verschaffen. Und mit diesem Zugang konnten sie auslesen, was der Vibrator alles so aufzeichnet und an die App sendet. Darüber hinaus war es über genau diesen Weg möglich, dass das Ding manipuliert werden konnte. Es war für die Forscher sehr leicht möglich, die Befehle zu entschlüsseln und somit beispielsweise den Vibrationsmodus zu verändern.

Das eigentlich erschreckende ist aber, was alles mitgeschnitten wird: der Modus der Vibration, die Temperatur, die Uhrzeit, die Dauer und so weiter und so fort. All das sendet dann die App an Server beim Hersteller. Wer die App mitsamt dem Vibrator installiert hat, hat auch die Nutzungsbedingungen akzeptiert, in denen genau das steht. Zudem steht dort auch, dass bei Bedarf diese Daten an Behörden weitergegeben werden können.

Ich weiß, dass Vibratoren und andere „Spielzeuge“ sehr beliebt sind. Aber müssen diese Dinger „smart“ sein und mit dem Handy interagieren? Ist es notwendig, das Teil mit einem Handy fernzusteuern? Da können die Hersteller noch sehr aufgefordert werden, die Sicherheit dieser Sexspielzeuge zu verbessern. Mir stellt sich die Frage, ob man denn so etwas wirklich benutzen muss.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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