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Babyfüße - (C) Nina-81 CC0 via Pixabay.de Babyfüße - (C) Nina-81 CC0 via Pixabay.de

Datenschutz für Kinder bei Facebook

Kinder sind etwas herrliches. Gern zeigt man der Welt, wie sich das eigene Kind entwickelt. Man lässt die Welt an der Krankheit teilhaben. Und man stellt Fotos zur Verfügung. Klar, als Eltern ist man stolz auf den Nachwuchs. Aber hat schon mal jemand darüber nachgedacht, wie das die Kinder sehen, wenn sie dann mal alt genug dafür sind? Und kann es denn sein, dass ihnen Nachteile entstehen, wenn ihre Daten durch die Weltgeschichte taumeln? Ich denke, manche Eltern nehmen es nicht so genau damit, dass Kinder auch Datenschutz genießen. Und das muss sich ändern.

Ich habe ein gespaltenes Verhältnis dazu, wenn Eltern Fotos der Kinder ins Internet stellen. Ja, das tun sie meistens in sozialen Netzwerken. Aber gefällt das denn dann später auch den Kindern? Was würden die Kids denn sagen, wenn ihnen Jahre später bekannt wird, dass Mama ein Foto von ihnen auf dem Töpfchen bei den mehr oder weniger nahe stehenden Freunden breit getreten hat? Es gibt so viele Menschen, die genervt davon sind, wenn der neuen Partnerin, dem neuen Partner Fotos aus Kindertagen unter die Nase gehalten werden. Also mögen wir das nicht. Unsere Kinder aber auch nicht.

Wenn ich mal meine Tochter beobachte, wie das bei ihr ist, dann stelle ich eins fest: Fotos dürfen schon mal generell nicht häufig gemacht werden. Und sie sagte mal, dass sie es nicht möchte, dass Bilder von ihr in den sozialen Netzwerken herum geistern. Mal abgesehen davon, dass ich denke, dass sie ja selbst ein Persönlichkeitsrecht und das Recht am eigenen Bild hat, ist sie einfach noch viel zu jung, als dass sie im Internet herum gezeigt werden muss. Das halte ich konsequent so, und daran wird sich auch nichts ändern.

Jetzt kommt es ja auch so, dass es viele Eltern gibt, die der Meinung sind, das gesamte Gefolge auf Facebook oder wo auch immer am Krankheitsverlauf des Kindes teilhaben zu lassen. Das zum Beispiel könnte richtige Folgen haben. Was, wenn die Krankenversicherung mal auf die Idee kommt, wenn das ausgewachsene Kind dann später mal eine neue Versicherung haben will, die sozialen Netzwerke zu durchsuchen und auf die Krankengeschichte stößt? Wir sollten alle bedenken, dass so ein Tun in den sozialen Netzwerken immer Folgen haben könnte.

Alle Welt redet davon, dass man seine Daten nicht so leicht den sozialen Netzwerken gegenüber „preisgeben“ darf. Schaut man nach, was das Wort bedeutet, steht man schnell neben „aufgeben“ auch bei „verraten“ und „ausliefern“ parat. Mit anderen Worten: Zeigen wir unsere Kinder auf dem Töpfchen und klagen darüber, dass der blöde Durchfall partout nicht weggehen will, verraten wir unsere Kinder und liefern sie der Industrie aus. Über solche Mechanismen muss sich jeder im Klaren sein, der seine Kinder in den sozialen Netzwerken herumzeigt.

Ja, Kinder haben keine große Lobby. Und sie können lange Zeit nicht selbst entscheiden, was sie wem und wo und mit welcher Intention erzählen. Gerade dann sind aber Eltern in der Pflicht, dass Kinder nicht im Internet herumgezeigt werden. Kinder kommen ganz gut ohne Computer und Co. klar. Und es hilft dabei, dass sie sich freier entfalten können. Nicht zuletzt hat das Alles aber auch mit Datenhygiene zu tun. Es muss nicht jeder alles über den Nachwuchs wissen. Oftmals steht man ja auch nicht allen Kontakten gleich nahe. Daher dürfen sich Eltern durchaus in Sorgfalt üben. Finden Sie nicht auch?

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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