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Ein altes Telefonbuch - von HTO (Eigenes Werk (own photo)) [Public domain], via Wikimedia Commons Ein altes Telefonbuch - von HTO (Eigenes Werk (own photo)) [Public domain], via Wikimedia Commons

Der Mobilfunk-Markt ist kaputt

Warum soll ich einen Handyvertrag abschließen, bei dem ich für das Handy viel Geld bezahlen soll, wenn es um die Ecke ähnliches für 1 € gibt? Ja, der Mobilfunk-Markt ist kaputt, weil sich die Händler mit den Preisen gegenseitig unterbieten und die Kunden eben genau diese Erwartungshaltung haben. Warum denn mehr bezahlen? Zeigen Sie mir einen Kunden, der anders denkt.

Ich weiß nicht mehr, wie das angefangen hat. Irgendwann ging das mal los, dass man bei E-Plus, O2, Vodafone oder bei der Telekom irgendwelche Mond-Verträge abschließen konnte und das Handy für einen oder sogar für gar keinen Euro hinterher geworfen bekam. Und nachdem man heutzutage für einen stinknormalen Vertrag ein Smartphone nehmen soll oder dazu bekommt, hat es sich natürlich auch so fortgesetzt. Klar, der Kunde hat dann natürlich auch die Erwartungshaltung, dass man für einen neuen Vertrag unbedingt ein Smartphone braucht und dann eben wieder nur 1 € symbolischen Kaufpreis bezahlen muss.

Das Blöde ist ja nur, wenn wie im Falle des Samsung Galaxy S6 Edge das Smartphone in der Maximal-Variante über 1000 € kostet. Geht das denn dann auch noch mit dem Auf-1-€-runter-Subventionieren? Der Kunde denkt: Klar, das war doch immer so. Aber der Händler oder Anbieter kommt dabei ins Schwitzen. Denn der Kunde will ja auch keine horrenden Summen pro Monat zahlen. Aber da das immer so war, fühlt sich der Kunde richtig verortet. Stimmt’s? Sie sehen das nicht anders. Ich ja auch nicht. Der Anbieter reibt mir da ein Angebot unter die Nase, was sehr interessant klingt, weil es billig ist. Wenn ich einen neuen Vertrag will, würde mich das da schon zum Abschluss treiben.

Noch besser finde ich allerdings diejenigen, die in diesem ominösen Internet einen Vertrag abgeschlossen haben. Ich habe es so oft mitbekommen, wie es da Leute gibt, die einen Vertrag bei irgendeinem reinen Online-Anbieter abgeschlossen haben und dann bei Problemen in das Geschäft um die Ecke gehen und kostenlose Beratung wollen. Ja, auf dem Smartphone-Display steht vielleicht irgendein Netzanbieter-Name, und der steht vielleicht auch auf dem Geschäft drauf. Trotzdem sind ja Verträge im Netz viel über Provider, die nichts mit dem lokalen Geschäft zu tun haben. Ich kann da doch nicht einfach hinrennen und eine umfangreiche Beratung oder gar einen Umtausch verlangen. Aber genau das erwarten die Kunden.

Und wenn das Smartphone perfekt funktioniert, will man natürlich auch an den Apps sparen. Ich habe bisher hier und da mal eine Kleinigkeit für eine App bezahlt. Aber es gibt genügend Experten, die der Meinung sind, dass auch das nicht notwendig ist. Die saugen sich irgendeine geknackte App aus irgendeiner fragwürdigen Quelle anstatt aus dem vorgesehenen App Store. Und dann wundern die sich, dass das System auf dem Handy komisch reagiert oder die Handyrechnung unermesslich hoch ist. Wo rennen die dann hin, um das Ganze zu klären? Genau, ins Ladengeschäft um die Ecke.

Nee, Freunde. Wer einen Vertrag im Internet abschließt, wird vielleicht den einen oder anderen Euro sparen. Aber für diesen Kunden ist der Laden um die Ecke nicht zuständig. Wenn, dann die Hotline des Providers. Und wer sich sein Smartphone durch eine App aus einer fragwürdigen Quelle zerschießt, der hat Pech. Es gibt nicht ohne Grund die Stores. Und das Entwickeln einer App kostet nun einmal, dafür will der Entwickler entweder durch das Einblenden von Werbung oder durch das Entrichten eines Kaufpreises entlohnt werden.

Der Mirko Müller hat mal seine Gedanken dazu raus gelassen. Man muss sich eben darüber im Klaren sein, welchen Service man möchte. Und man muss sich die Frage stellen, ob es der Service oder eine spezifische App nicht wert ist, etwas dafür zu bezahlen. Ich halte da ziemlich viel davon. Aber gerade bei den Verträgen sind eben nicht nur die Kunden schuld. Die Anbieter haben sich doch gegenseitig zu Tode unterboten, und der Kunde hat es mitgenommen. Oder sehen Sie da anders?

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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