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Die Diskussion um die Wichtigkeit von Blogs

Mir ist klar, dass ich schon öfter über die Wichtigkeit von Blogs philosophiert habe. Aber die seit einiger Zeit ablaufende Diskussion in der berühmten Blogosphäre reizt mich dann schon, nochmal an dem Thema dranzubleiben. Ich habe ein paar Artikel gefunden, die meiner Meinung nach gedanklich nochmal aufgegriffen gehören. Und das möchte ich einfach mal tun.

Ich bin ja immernoch der Meinung, dass ein Blog ein Werk ist. Und ein Werk ist immer etwas wertvolles. Davon habe ich im März bereits geschrieben. Ich habe in dem eben verlinkten Artikel darüber geschrieben, dass ein Blogger seine Meinung schreibt und zu dieser steht. Andere Leute behaupten ja immer wieder, dass jemand hauptsächlich nach Themen sucht, die möglichst viele Klicks bringen. Aber das würde doch in letzter Konsequenz bedeuten, dass ich mich Dogmen ausliefern würde. Das wäre dann ein Taktieren, das nicht mehr meins wäre. Darüber habe ich erst Ende August wieder geschrieben. Das zu akzeptieren, gehört zur Fairness, die man als Blogger erwartet. Denn man ist je selbst fair gegenüber den Besuchern.

(So, jetzt habe ich erstmal innerhalb meines Blogs wichtigerweise verlinkt. Mancher wird darüber die Nase rümpfen, denn man soll ja fleißig AUF ANDERE verlinken. Aber Leute, jeder, der irgendwelche SEO-optimierten Seiten besucht, der bekommt zu erfahren, dass man den Leser möglichst lang auf der eigenen Seite halten soll. Und prinzipiell ist jede Diskussion in diese Richtung völliger Unsinn, weil das den jeweiligen Besucher eher weniger interessiert.)

Wenn man jetzt über die Wichtigkeit von Blogs ein paar Sekunden nachdenkt, dann fällt auf, dass Blogs tatsächlich immer wichtiger werden. Blogs sind immernoch Webseiten, auf denen die eigene Meinung vertreten wird. Inwiefern die richtig oder falsch ist, sei einmal dahingestellt. Aber es ist eben Meinung. Und wie das eben so ist mit der verfluchten Meinung, sie muss nicht akzeptiert werden.

Als ich zum Beispiel jüngst über die Piraten geschrieben habe, habe ich eigentlich einen so genannten Shitstorm erwartet. Das passierte nicht. Stattdessen habe ich mit einem anhaltinischen Piraten über die Partei diskutiert. Ich glaube nach dieser Diskussion, dass die Piraten wahrscheinlich doch die richtige Partei für mich als Stimmberechtigter wären. Aber die Art und Weise der Meinungsfindung, die wird noch einiges an Übung von mir abverlangen. Auch andere kommentieren meine Ansichten zu den Piraten. Ich will’s mal unterm Strich so ausdrücken: Die Partei muss ich länger beobachten, als mir lieb ist. Aber vielleicht ist das unterm Strich sogar das Positivste an der ganzen Partei. Jedenfalls hatte ich da die Diskussion, die man sich als Blogger unbedingt wünscht.

Man will ja nun nicht die Welt verändern, wenn man bloggt. OK, ein wenig schon, aber man erwartet nicht, dass mit einem Artikel dann gleich die Welt anders tickt. Wenn aber das Gegenüber, also der Leser, mit dem Autor interagiert, kommt es zu dem in unserer Gesellschaft so wichtigen Meinungsaustausch. Ich habe immer geschrieben, dass ich nicht alles wissen kann. Ich kann nur meine bescheidene Meinung äußern. Und vieles klärt sich dann vielleicht sogar auf, wenn es zur Interaktion kommt. So hoffe ich doch auch, dass ich dem anhaltinischen Piraten erschöpfend erklären konnte, dass es nicht darauf ankommt, möglichst viele Klicks zu haben, sondern dass der Leser einen Mehrwert durch den Besuch im Blog hat.

Jedenfalls kam so eine Diskussion um die Wichtigkeit von Blogs auch im Sommer, zum Monatswechsel Juli / August, auf. Es kristallisiert sich nämlich allmählich heraus, welche Blogs von Interesse und Wichtigkeit sind. Waren es mal die Blogs, die seitenlang über die Optimierung von Webseiten für Suchmaschinen philosophiert haben, die das Internet überschwemmt haben, oder die Blogs, die nach den Worten von Mike Speier „über den angefressenen Apfel“ geschrieben haben, so wird doch langsam klar: Lieber eine Diskussion über gesellschaftliche Themen haben und die eigene Meinung vertreten.

Und diese Meinung wird dann auch noch geklaut. Ich weiß, es klingt jetzt ganz nach Effekthascherei. Aber ich habe neulich unmittelbar vor einem Computerabsturz einen Artikel in irgendeinem der alten Medien gefunden, in dem ein ganzer Absatz von mir zitiert war, und das ohne Angabe von Quellen. Als dann mein Computer wieder lief, fand ich den Artikel nicht mehr. Aber das zeigte mir, dass die Medien doch auf die Meinung von uns Bloggern setzen. Dann dürfen sie ruhig auch das Urheberrecht befolgen und auch den Blogger als Quelle angeben, wenn man schon von einem zitiert. Und wisst ihr Medien auch warum?

Wisst ihr Medien, wie schwer es für einen Blogger ist, geeignete Quellen für irgendetwas zu finden? Wir schreiben nämlich nicht von Nachrichtenagenturen ab, so wie es die Medien im Gleichschritt machen. Ein Blogger sucht sich selbst seine Quellen. Und da muss er recherchieren, weil er nämlich mit seinem Namen für das Geschriebene steht. Darum dürft ihr uns zitieren, wenn ihr schon von uns abschreibt.

Viele außenstehenden denken ja immernoch, dass ein Blog maßgeblich aus einer Aneinanderreihung von „Mein schönster Tag“-Schreibereien ist. Sicher, es gibt Blogs, die reine Privatblogs sind, und das ist gut und richtig so. Aber viele Blogs beschäftigen sich mit einer gewissen Materie und gehen dabei recht tief ins Eingemachte. Ich für meinen Teil wollte immer über Themen berichten, die mich interessieren. Wenn Leute auch diese Interessen haben, ist das schön. Und wenn ich mir dann doch irgendwelche Analysetools ansehe, dann sind das zu meiner eigenen Überraschung recht viele. Es freut mich, wenn man mich besucht. Und es freut mich, wenn ich weiterhelfen kann. Soweit ich weiß, ist das so.

Insofern sehe ich Blogger durchaus als wichtig an: Man kann Unterstützung geben, man kann Themen unter Umständen tiefer beleuchten, man kann die Diskussion in Gang bringen oder am Laufen halten. Und nicht zuletzt hat sich durch eine Vielzahl von Bloggern ein stückweit die gesellschaftliche Wahrnehmung verändert. Ob das nun den Medien und der Politik gefällt oder nicht.

Robert Basic hat in einem Blogartikel zu eben diesem Thema eine treffende Aussage gemacht, die ich mit unterschreiben möchte:

Ich bin Blogger und ich scheiße auf die Unwichtig-Fraktion, die weder Respekt zeigen noch die Eier haben. Ich nehme mich wichtig genug, um mich nicht unwichtig nehmen zu lassen.

Lassen Sie uns einfach gemeinsam diskutieren, so richtig oder falsch manche Aussagen in Blogartikeln (auch in meinen) vielleicht sein mögen. Man kann doch eigentlich nur etwas bewegen, wenn man zunächst einmal darüber redet.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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