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Die Netzneutralität wurde hergeschenkt

Stellen Sie sich vor, dass das Internet einfach in zwei Klassen unterteilt wird. Wer nicht kann, wird von Angeboten einfach ausgeschlossen. Zukünftig dürfen Telekommunikationsunternehmen ohne irgendwelche Konsequenzen irgendwelche Dienste und Angebote als Spezialdienste anpreisen und vermarkten und die dann besonders schnell transportieren. Da Kabel nur eine bestimmte – nun ja – Kapazität aufnehmen können, werden die nicht-eigenen Dienste eben hintenan gestellt. Es sei denn, diese nicht-eigenen Dienste legen Geld auf den Tisch.

Gestern haben die Leute, die da im Europäischen Parlament ihr Dasein fristen, das für eine gute Idee gehalten, dass Telekommunikationsfirmen sich nun hinstellen dürfen und unterscheiden dürfen, wessen Angebote und Daten sie transportieren und wessen nicht. So könnte sich beispielsweise die Deutsche Telekom hinstellen und den quasi eigenen Musik-Streaming-Dienst Spotify bevorzugt und in hoher Geschwindigkeit anbieten, aber Apple müsste mit iTunes oder Google mit Google Music sehen, wo sie bleiben.

Das ist das, was die Netzneutralität beschädigt. Sie wird sogar hergeschenkt. Und die edlen Ritter in Brüssel halten das für eine gute Idee? Wer hat denen nur eingeredet, dass das irgendwas mit Internet zu tun hat? Im Internet sollen alle Dienste erst einmal die gleiche Chance zur Verbreitung haben. Wenn aber Konkurrenten mit einem Netzbetreiber einen Deal machen müssen, um im Internet präsent zu sein, ist das erst einmal entgegengesetzt zur Chancengleichheit.

Wenn denn nur wenigstens alles geregelt wäre, dann könnten Dienste-Anbieter wenigstens dagegen vorgehen. So aber ist das Alles recht schwammig gehalten. Und damit wird dann eben auch noch wunderbar erreicht, dass eben keinerlei Rechtssicherheit besteht. Wenn denn nur irgendwer in dem tollen Parlament in irgendeiner Realität wohnen würde. Aber das tun sie nicht. Was man so sieht, liest und hört, bedeutet eigentlich nur, dass die Parlamentarier mehr oder weniger nur den kleinsten gemeinsamen Nenner gesucht haben.

Damit haben sie niemandem einen Gefallen getan. Obwohl, wenn ich mir das so richtig überlege, dann haben die Herrschaften in Brüssel genau einer Kaste einen Gefallen getan: Den Telekommunikationsunternehmen, die nun ihre Dienste bevorzugen können und andere und konkurrierende Dienste aussperren und / oder verlangsamen können, wenn diese anderen Dienste keine „Maut“ bezahlen. Und ehrlich, das hat nichts mit Internet zu tun. Oder sehen Sie das anders?

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

3 Gedanken zu „Die Netzneutralität wurde hergeschenkt

  1. Rein technisch ist QoS doch gerade in großen Organisationen schon lange gang und gebe. Auch wenn das mit der ‚allgemeinen’/’öffentlichen Netzneutralität nicht wirklich was zu tun hat.

    Eventuell könntest Du für Deine Leser noch ein bisschen mehr in die (technische) Tiefe gehen und nebenbei noch Deep Packet Inspection erläutern und einen Bogen zur #VDS schlagen?

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