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Facebook-Logo mit Maus - (C) Simon CC0 via Pixabay.de Facebook-Logo mit Maus - (C) Simon CC0 via Pixabay.de

Facebook Instant Articles – Warum ich es für falsch halte

In etwa einem Monat können deutsche Schreiberlinge ihre Artikel bei Facebook als Instant Article veröffentlichen. So mit allem drum und dran. Es gibt nicht wenig Wortbuden, die darin ihr neues Seelenheil sehen. Denn Facebook hat nun einmal die Reichweite und all den Kram in Sachen Vermarktung. Mit jeder Veröffentlichung kann ich somit eine siebenstellige Anzahl an Nutzern erreichen. Trotzdem halte ich es nach wie vor für falsch. Warum, werde ich mal kurz darlegen.

Wir müssen dahin, wo unsere Leser sind.

Meine Güte, wie oft ich das schon gelesen habe! Aber soll ich Ihnen mal sagen, woher meine Leser kommen? Ich habe da nämlich mal geschaut, woher die Besucher bei mir auf der Webseite kommen. Sie werden sehen: zu allererst über die stinknormale Google-Suche. Und über direkte Links. Dann kommen sie über Twitter. Und dann erst über Facebook. 1,7 % aller Besuche seit der Einführung von Google Analytics hier im Blog kommen über Facebook. Sitzen da also meine Leser? Auch, aber eben nicht nur.

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Also zieht das Hauptargument in meinem Fall schon einmal nicht. Ach, das ist nur, weil ich hier eine Google Analytics Grafik am Start habe? Dann muss ja Google weit vorn sein? OK, das lasse ich gelten. Aber wie sieht es denn mit den WordPress-Statistiken aus? Auch hier kann man ablesen, dass Facebook in meinem Fall nicht das Maß aller Dinge ist:

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Klar, ich könnte jetzt hergehen und meine Facebook-Seite zu einer Community entwickeln. Mag sein, dass dann dort die Abonnenten-Zahlen explodieren. Aber das große Problem ist doch, dass es dann nicht mehr vollständig meins ist. Ich will komplett der Herr im Hause sein. Ich gehe weiterhin davon aus, dass das Internet nur geborgt ist, wenn man sich auf Facebook zentriert. Das ändert sich auch nicht, wenn man nun einen auf Instant Articles macht. Das ist hier immer noch die gleiche Meinung wie vor fast einem Jahr.

Das Merkwürdige an der ganzen Sache ist in meinen Augen ja nach wie vor, dass sich die Medien über die Anrisstexte in der Google-Sucher beschwert haben und nun wie bekloppt bei Facebook publizieren wollen. Facebook vermarktet hier. Facebook generiert ohne eigenes Zutun Einnahmen. Wo bleibt denn hier der Aufschrei? Ach, der verreckt, weil die Medien ja 70% der Werbeeinnahmen, die durch die Facebook-Werbung dort generiert werden, behalten können. Das ist doch schon ein wenig ambivalent. Aber es ist eben nicht mein Bier.

Und dann kommen große Techblogs daher und erzählen den Lesern, dass sie den kompletten Inhalt ihrer Blogs zu Facebook in die Instant Articles kippen wollen. Ich weiß nicht so recht, wie ich das finden soll. Aber die Techblogs stellen sich ja immer so hin, als wären sie besonders blickig. In Sachen Instant Articles überwiegt aber bei mir die Skepsis. Und die kann mir irgendwie keiner nehmen. Denn es ist nach wie vor so, dass ich nur hier in meinem Internet-Wohnzimmer voll und ganz Herr im Hause bin.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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