Skip to main content
Facebook-Logo mit Maus - (C) Simon CC0 via Pixabay.de Facebook-Logo mit Maus - (C) Simon CC0 via Pixabay.de

Facebook und die Haltung zur Flüchtlingshetze

Halb oder total entblößte Intimbereiche oder Brüste sind ein Grund für Blockierungen und Löschungen, Hassbotschaften nicht. Das ist Facebook. Zumindest hat man den Eindruck, wenn man so bei Facebook herumschaut. Aus diesem Grund habe ich auch keine Lust mehr, mich so groß bei Facebook herumzutreiben. Nun hat sich das soziale Netzwerk selbst zu Wort gemeldet. Und das liest sich schon merkwürdig.

Wenn Hassbotschaften die Runde machen, werden die auch mal gemeldet. Oft genug erhält der meldende Nutzer dann die Nachricht von Facebook, dass der gemeldete Eintrag nicht gegen die Gemeinschaftsstandards des Netzwerks verstoßen würde. Deshalb steht das Netzwerk unter breitem Beschuss. Auch von den Medien. Und deshalb hat das Unternehmen zu einem Roundtable eingeladen und sich dazu geäußert.

Nein, Rassismus hat keinen Platz auf Facebook. Aber man hat Fehler gemacht. Das Problem ist, dass Hatespeech nicht klar definiert ist. Laut t3n handele es sich in den Augen von Facebook oftmals „nur um Flamespeech“, also Äußerungen, die verächtlich seien und beleidigen sollen. Und Facebook suchte wohl bei dem Roundtable nach Ausflüchten, wie mir scheint. Man wird es nicht so machen, dass man Menschen „das Sprachrohr“ nehmen würde, man wolle sich aber der Sache annehmen und genauer hinschauen.

Hintergrund ist wohl auch, dass sich Facebook mit Zensur und ähnlichem ohnehin schwer tut. Anderswo auf der Welt ist Nacktheit eben ein großes Problem und gilt als anstößig. Und ausgerechnet dort will Facebook wachsen. Und da greift die unternehmerische Entscheidung, die Nacktheit zu unterbinden. Im Gegensatz zu Hassbotschaften. Hier greift die in den USA, woher das Unternehmen ja stammt, weitaus breiter ausgelegte Meinungsfreiheit. Und hier muss Facebook eben abwägen.

Es ist egal, wie man es dreht und wendet: Facebook muss hier den Spagat zwischen Hassbotschaften und Volksverhetzung auf der einen Seite und Meinungsfreiheit auf der anderen Seite schaffen. Dazu muss das Unternehmen lernen, was erlaubt ist und was nicht. Man will wohl auch lernen. So haben sie es jedenfalls in Berlin gestern erzählt. Und dazu kann ich nur sagen:

Facebook, ich habe ein Auge auf dich. Noch glaube ich dir nicht, dass du etwas ändern willst. Aber ich habe nun einmal keine Lust mehr, diesen Meinungsdurchfall zu ertragen. Und so geht es mir nicht allein. Im Sinne der Nutzergemeinschaft musst du energischer reagieren. Sonst wird das nichts mit dauerhaft „mehr als eine Milliarde Nutzer pro Tag“.

Verteilen Sie diese Erkenntnis doch einfach wie 0 andere auch

Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.