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Faking News: Facebook will stärker gegen Falschmeldungen vorgehen

Es ist lästig, wenn schon wieder irgendwelche angeblichen Nachrichten über raubmordende Migranten-Banden umhergeschickt werden. Das ist alles Lüge. Oder wie man eben heutzutage sagt: Das sind Fake News. Hier will Facebook offenbar etwas dagegen tun und hat sich die Organisation Correctiv.org ins Haus geholt. Denn es besteht die begründete Sorge von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, dass in Deutschland die bevorstehenden Bundestagswahlen durch Falschmeldungen entschieden werden.

Es ist erst einmal gut, dass so etwas endlich mal gemacht wird. Dieser ganze Lug und Trug über marodierende Asylanten, die Leute überfallen, ist ja nicht mehr zum Aushalten. Vor allem, wenn nachweisbar ist, dass die erzählte Geschichte so gar nicht stattgefunden hat. Ich bin sehr dafür, dass energisch eingegriffen wird, wenn Unrecht geschieht. Aber das geht eben nicht nur von Migranten, Flüchtlingen und Co. aus. Und hier wird viel falscher Mist erzählt. Und deshalb würde ich es gut finden, wenn das Vorhaben glücken würde.

Ich hatte mal eine Reportage gesehen, die da zwei Amerikaner thematisiert hatte. Die waren vielleicht 16, 17 Jahre alt. Und die verdienten ein Vermögen damit, bewussten Unsinn auf ihrer Webseite zu verbreiten. Die Webseite hatte tausende und abertausende Abonnenten, sodass die Werbeeinnahmen garantiert waren. Und es wurde sonst welcher hanebüchener Schwachsinn verbreitet. Und die Leser haben diesen Quatsch geglaubt. Die Betreiber der Seite hatten keine Ahnung davon, dass man ihnen jemals vorwerfen konnte, sie hätten mit zum Ausgang der US-Wahl beigetragen. Denn sie wollten nur Spaß machen, niemals Ernst.

Wenn ich mir vorstelle, dass es solche Webseiten ja auch im deutschsprachigen Raum gibt, wird mir schlecht. Hier, wo eh nur noch polarisiert wird, können durchaus solche Seiten Wahlen beeinflussen und die Stimmung der Gesellschaft in eine bestimmte Richtung lenken. Und deshalb finde ich es gut, dass nun ernsthaft das Vorhaben verfolgt wird, gegen Fake News vorzugehen. Aber wie soll das denn gehen? Correctiv.org will aufpassen, welche Einträge und Meldungen als Fake von den Nutzern klassifiziert werden und dann überprüfen, ob das denn wirklich stimmt.

Nun ja, das ist ein Weg. Aber ist das der beste Weg? Wenn man eine Seite nicht mag, stuft man dann eben alles mögliche von denen als Fake ein. Und dann wird aus einer vielleicht seriösen Seite schnell mal eine Fake News Seite. Ist das das Ziel? Und wie ist das mit Satire? Über das Beitragsmenü kann ich alles mögliche dann entsprechend einstufen. Und wenn genügend mitmachen, wird da schon was passieren. Aber ich weiß nicht, ob man nicht eventuell mit genügend deutschen Muttersprachlern selbst die Meldungen hätte einstufen können.

Aber Facebook zahlt Correctiv.org erstmal nichts. Und das ist das Problem. So wird diese ganze Fake News Untersuchung eine Farce, eine Light-Version eines guten Gedankens. Ob das dann den gewünschten Effekt hat, wage ich doch dann zu bezweifeln. Hätte man anständig Geld in die Hand genommen, hätte man Fake News wirklich bekämpfen können. Aber so? Ich weiß nicht.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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