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Wladimir Putin 2014 in Sewastopol - Kremlin.ru [CC BY 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons Wladimir Putin 2014 in Sewastopol - Kremlin.ru [CC BY 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons

Hackerangriffe: From Russia with Love

Hackerangriffe auf westliche Politiker und politische Einrichtungen häufen sich. Prominente Beispiele finden sich zuhauf. Russland soll dahinter stecken. Vielmehr „der Kreml“. Ob es nun die unsägliche Email-Affäre von Hillary Clinton während des Wahlkampfes zur US-Präsidentschaft war, die gemutmaßte Beeinflussung der französischen Präsidentschaftswahl oder gar der Einbruch – oder so – in die IT des Bundestags: Es wird immer konkreter, dass das Ganze irgendwie durch Russland gesteuert ist. Und schon heißt es, dass Putin schuld sei.

Es ist ungefähr auf den Tag genau zwei Jahre her, dass der Bundestag etliche Tage lang von einer beispiellosen Hacker-Attacke erschüttert wurde. Damals tappte man völlig im Dunkeln, was wohl die Hintergründe des Angriffs betraf. Man beschuldigte die Geheimdienste der USA, Israels, Russlands und Chinas. Auch waren Terroristen und Wirtschaftskriminelle möglich. Mittlerweile sind halt zwei Jahre ins Land gegangen, und es wurden Unmassen von Daten ausgewertet, Hintergründe recherchiert und Erkenntnisse gewonnen.

Man ist inzwischen so weit, dass man behauptet, das Hacker-Kollektiv „Fancy Bear“ würde dahinter stecken. Und sie wären es auch, die hinter den Angriffen auf Frankreich, den USA und Großbritannien stecken würden. Der Name ist keine Erfindung der Gruppe, sondern er wurde ihr mehr oder weniger verpasst. Andere Namen sind Sofacy Group, APT 28 (Advanced Persistent Threat) oder Operation Pawn Storm. Es ist bekannt, dass diese Gruppe seit 2007 aktiv ist. Und wenn man Sicherheitsexperten in Deutschland befragt, dann stecken ihrer Meinung nach die russischen Geheimdienste FSB und GRU dahinter.

So steht das Alles in einem Wikipedia-Artikel, der am 07. Mai 2017 zuletzt aktualisiert wurde, wie ich am 12.05. gelesen habe. Über Phishing-Angriffe, bei denen über gefälschte Webseiten, Emails und dergleichen unzählige Daten erbeutet werden, wurden zum Beispiel Attacken gegen Georgien gefahren. Und das unmittelbar vor dem Kaukasuskrieg 2008. Und sie stehen eben auch in direktem Verdacht, für Angriffe auf westliche Einrichtungen verantwortlich zu sein. Das kann man aber alles im Einzelnen nachlesen, so lang der verlinkte Artikel nicht eventuell manipuliert wurde.

Was den Hackerangriff auf den Deutschen Bundestag betrifft, so wurde eine mögliche Verbindung zu den russischen Geheimdiensten immer wieder als schnöde Verschwörungstheorie abgetan. Man hat aber auch umfangreich rekonstruieren können, was an der Sache dran ist. Ach, ich weiß schon: Das ist ja die Systempresse, die hier Lügen über das hach-so nette Russland verbreitet. Dann gucken wir uns halt mal um und sehen folgendes:

So könnte ich unzählige Artikel aufzählen. Es muss also etwas dran sein. Das Ziel Russlands könnte sein, einen Informationsvorsprung zu haben. Wenn durch solche Attacken Desinformation und Verunsicherung gestreut werden, werden Regierungen geschwächt und ggf. Russland-freundlicheres Personal bevorzugt. Es geht um Kontrolle, um Macht, Einfluss und natürlich auch um Geld. Wenn die EU geschwächt ist, weil EU-feindliche Kräfte stark geworden sind, bringt das für die Russische Föderation immense Vorteile. Wer die dicksten Eier hat, bekommt die schönsten Bräute, habe ich dazu mal irgendwo gelesen.

Und Russland weiß, dass es für diesen Schlag gegen die innere Sicherheit vor zwei Jahren keine Vergeltung von deutscher Seite her geben wird. Die Souveränität des Landes wurde verletzt. So, wie auch die Souveränität Frankreichs und der USA verletzt wurde. Auf der anderen Seite des Atlantiks hat Putin alles erreicht, da dort Donald Trump installiert werden konnte. Deutschland aber ist zu schwach, um sich ernsthaft zu wehren. Es ist möglich, dass der Angriff vor zwei Jahren nicht der einzige bleibt, sondern unmittelbar vor der Bundestagswahl noch einmal etwas passiert.

Wenn Deutschland nun aber zu schwach für Vergeltung ist, weil niemand weiß, wie dann Putin reagiert, muss ja hierzulande etwas anderes erfolgen. Was denn da? Mehr digitale Mauern, mehr Überwachung, mehr Einschränkung? Oder soll man lieber aufklären? 1963 erschien der James-Bond-Film „Liebesgrüße aus Moskau“, in dem es auch um Spionage und Gegenspionage ging. Der Film gilt bis heute als einer der besten Filme der Reihe. Ich denke, die Liebesgrüße sind bereits unterwegs. Wir dürfen nicht alles öffnen, wo „From Russia with Love“ drauf steht.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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