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Hass - (C) johnhain CC0 via Pixabay.de Hass - (C) johnhain CC0 via Pixabay.de

Hassreden – Wenn Trolle einfach mal sterben gehen sollen

Nein, ich kann nicht jeden leiden. Und ich finde auch nicht alles gut. Aber muss man denn gleich irgendwen mit Hass übergießen? Einfach so? Die so genannte Hate Speech – also die Hassrede – macht immer mal wieder von sich Reden. Ich meine, wer mag es denn, wenn man beschimpft und bedroht wird? Niemand. Manche wissen gar nichts von ihrem Glück. Aber Hate Speech ist durchaus gefährlich.

Es geht um Himmels Willen nicht um die Meinungsfreiheit. Die muss gewahrt werden. Schließlich wird sie ja auch qua Verfassung zugesichert. Na klar, da kommen jetzt wieder die Polemisierer und erzählen mir einen, dass a) Deutschland keine Verfassung habe (weil „besetzt“ und dann auch noch „nur“ ein Grundgesetz) und b) hier ja auch nur die Meinung Freiheit genießt, die dem System passen würde. Ich will da gar nicht darauf herumreiten. Es ist einfach so. Und ein paar Betonschädeln kann man solche Dinge einfach auch nicht austreiben.

Hate Speech findet überall statt. Natürlich ist es Debattenkultur. Und natürlich gehört es zur Meinungsfreiheit dazu. Aber muss es denn sein, dass vermeintlich „ärmere“, „benachteiligte“ oder sonstwelche „Randgruppen“ dann auch noch beschimpft werden? Ja, das wird jetzt hart. Niemand braucht jemanden zu beschimpfen, nur weil sie oder er die „falsche“ sexuelle Orientierung oder Herkunft hat oder sich mit irgendwelchen körperlichen Gebrechen herumschlägt. Und niemand muss irgendwen beschimpfen, der irgendwen beschimpft. Den Mechanismus dazu beschreibt man mit „Gewalt erzeugt Gegengewalt“.

Wenn ich mich auf der Suche nach interessanten Dingen erst immer durch unzählige Absonderungen kämpfen muss, wie „beschissen“ jemand sein muss und wie „beschissen“ jemand sein muss, der jemanden als „beschissen“ einordnet, und so weiter, dann will ich mich gar nicht mehr durch das Internet kämpfen. Natürlich vereinheitliche ich hier, was die ganze Sache unpräzise und schwer analysierbar macht. Aber ich hätte viel zu tun, wenn jede Hassrede auch noch irgendwie klassifizieren müsste. Ich will es einfach nicht lesen. Punkt.

Den Boden haut es aber aus dem Fass, wenn jetzt Tweets bezahlt werden, um vermeintliche Werbeanzeigen zu schalten, die vom angeblichen Aussterben der „weißen Rasse“ künden. Da sind Trolle am Werk, die unsäglicher nicht sein können. Und da die Tweets gesponsert sind, können diese nicht mal stumm geschaltet oder blockiert werden, da dies nur für Standard-Nachrichten gilt.

Auch gibt es jede Menge Blogs, die dem Leser erzählen, dass sie doch die „einzig wahren Nachrichten“ produzieren, und die dann über Flüchtlinge, Homosexuelle und / oder Kranke herledern als „abartige Minderheiten“. Das ist Hate Speech, die ich einfach nur verabscheuungswürdig finde. Sie werden in meinem Blog keine Verweise auf derartige Blogs finden. Ich denke aber darüber nach, die Mittel des Internet zu nutzen. Man kann ja alles irgendwo melden, nicht wahr?

Jedenfalls ist Hate Speech eine gefährliche Kiste. Aber es geht auch völlig anders. Da bekommt man nichtsahnend über das Kontaktformular eine Nachricht zugestellt, die einfach nur amüsiert. Ich hatte überlegt, den „Jonas E.“ anzuzeigen. Aber das ist mir die Sache dann doch nicht wert:

kommentarspamWas sagen Sie zu Hassreden und die verhassten Reaktionen auf Hassreden? Wollen wir nicht einfach mal versuchen, die Schwätzer, die mit ihren Hassreden irgendein Publikum ansprechen wollen, links oder rechts liegen zu lassen? Wenn die kein Publikum finden, lassen die das vielleicht sein. Was meinen Sie?

Also: Geht sterben, liebe Hassredner. Solches Gesäusel braucht niemand.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

4 Gedanken zu „Hassreden – Wenn Trolle einfach mal sterben gehen sollen

  1. Hate-Speech – die Wölfe im Schafspelz tummeln sich mehr als penetrant im WWW rum. Hass ist nicht tolerierbar. Man müsste viel rigoroser dagegen vorgehen (können). Ein wirklich gefährliches Problem.

    Die Grenzen der Meinungsäußerungsfreiheit werden für mich spätestens dann überschritten, wenn Diskriminierung, Rassismus, Feindseligkeit, Fremdenhass und Gewaltandrohung gegen Personen im Spiel sind. Das hat meiner Meinung nach wenig bis gar nichts mit Diskussions- oder Debattenkultur zu tun. Jeder soll und darf seine Meinung haben, die er im Rahmen gesellschaftlicher Spielregeln menschenwürdig äußern darf.

    Den Ausdruck Hassrede hatte ich bei Erstellung des „ABC gegen Hass“ im Rahmen von BloGeHa doch tatsächlich nicht auf dem Film. Werde ich mal mit Erwähnung ergänzen Ich darf davon ausgehen, dass dafür grünes Licht erteilt ist. ;-)

    HG Hans

    1. Hallo Hans,

      natürlich hast du da grünes Licht. Das muss so gut wie möglich dokumentiert werden. Denn sowas muss irgendwie bekämpft werden. Ich weiß nicht, ob man es mit „Don’t feed the trolls“ halten soll. Im Prinzip stimmen wir völlig überein. Nur das Instrument muss sehr bedacht sein.

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