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Hört auf mit dem Gejammer über Windows 10

Am 29. Juli ist es endlich vorbei: Wer bis dahin sein Windows nicht kostenlos aktualisiert hat, wird es nicht mehr auf die Art machen. Gott sei dank! Freude! Das Gejammer rund um das Upgrade auf Windows 10 wird deshalb vermutlich aufhören, wenn dass Microsoft mit einem Windows 10 um die Ecke kommt, wofür man bezahlen muss. Und dann möchte ich mal die ganzen selbsternannten Experten sehen. Schauen wir mal, was alles so behauptet wird.

Mein Windows funktioniert doch noch, ich brauche Windows 10 nicht

Jau, das Totschlagsargument schlechthin. Da trauen sich Nutzer von Windows 2000 oder Windows XP wirklich noch ins Internet, um bei Facebook und Co. so etwas zu hinterlassen. Entschuldigung, aber darüber muss ich regelmäßig lachen. Wie kann man so etwas behaupten? Ja, Windows XP hatte seine grandiose Zeit, aber die ist ja bekanntlich abgelaufen. So wird das auch mit den nachfolgenden Ausgaben passieren. Na gut, Windows Vista hat sich aus etlichen Gründen nicht durchgesetzt. Wie auch Windows 8.0. Aber sowohl Windows 7, als auch Windows 8.1 waren gut unterwegs. Aber Windows 10 soll sie alle ersetzen.

Nein, Windows 7 bringt lange nicht die Funktionen mit, die Windows 10 mitbringt. Windows 8.1 ist auf einem guten Weg, aber eben nicht durchdacht genug. Und wer jetzt denkt, man bräuchte eh kein Cortana oder Edge oder sonstwas, wird unter Umständen falsch liegen. Mit Windows 10 werden einige Dinge gemacht, die bis dahin undenkbar waren. Mal abgesehen davon, dass Windows 10 einfach mal funktioniert.

Windows 10 verrät mich an die Geheimdienste

Natürlich schnüffelt Windows 10 den Benutzer aus und sendet seine Ergebnisse an NSA, BND und an die Galaktische Allianz und sonstwem, der es wissen will. Da haben allesamt die Medien kräftig drauf gehauen. Windows 10 ist die reine Schnüffel-Software. Da gab es sogar kunstvoll ausgestaltete Grafiken und eigens dafür kreierte Webseiten und all das. Jaja, Windows 10 ist reinstes Teufelszeug. Wenn es nicht die Geheimdienste sind, dann vielleicht die Werbeindustrie? Oder alternativ vielleicht Donald Trump oder Wladimir Putin.

Jeder, der vielleicht mit einem Aluhut vor dem Upgrade auf Windows 10 herum sitzt und sich der Schnüffel-Frage stellt, sollte vielleicht wissen, dass Windows 10 zum Teil auf die Cloud setzt. Und da gehört es einfach mal dazu, dass über eine gesicherte Verbindung zwischen OneDrive-Account und Benutzerkonto auf dem Computer die Daten synchronisiert werden. Nichts mit Schnüffeln. Nur einfach die zentrale Bereitstellung der eigenen Nutzerdaten. Und wer freut sich nicht darüber, nicht mehr überall die externe Festplatte mit hinschleppen zu müssen?

Und die ganzen Nutzererfahrungen, die da Windows gern einsammeln möchte, helfen der Weiterentwicklung. Man kann ja darüber schimpfen und die Schnüffel-Keule herausholen. Man kann es aber auch genauso gut abschalten. Das ist sogar schneller erledigt, als dass man sich darüber aufregt. Man kann für die Deaktivierung gern irgendwelche herbei gezauberten Wunder-Programme hernehmen. Man kann auch in den Einstellungen und in der Systemsteuerung diverse Dinge abschalten. Aber wer vertraut schon Microsoft?

Die Datenschutzbestimmungen des Todes!einself!11!

Gefühlt zwünfunddrölfzig Warnungen wurden ausgesprochen, dass man sich vor den Datenschutzbestimmungen von Microsoft in Acht nehmen muss. Ich schrieb es bereits, dass bei Windows 10 über die Daten des Nutzers Daten erhoben werden. Das steht in den Datenschutzbestimmungen. Und immer wieder kommen Schlauberger um die Ecke und behaupten allen Ernstes, dass das Microsoft „heimlich, still und leise“ machen würde. Diese Verbrecher! Nein, das machen sie nicht heimlich. Es ist klar und deutlich mit fetten Buchstaben schriftlich festgehalten.

Natürlich wird der Schlüssel zum Verschlüsseln der Festplatte mit BitLocker im Klartext übertragen. Und das passiert hinter dem Rücken des Nutzers. Tut es das wirklich? Oder ist es nicht vielmehr so, dass diese Festplatten-Verschlüsselung die Auswahl zwischen Speichern (an einem beliebigen Speicherort), Ausdrucken und der optionalen Übertragung nach OneDrive bietet? Hat jemand, der sich darüber aufregt, schon einmal unter Windows 10 seine Festplatte verschlüsselt? Oder stellt man hier nur zum Spaß eine wilde Behauptung auf?

Und nebenbei bemerkt: Ist das nicht bei der Konkurrenz genau so? Wie ist das mit der Festplatten-Verschlüsselung von Mac OSX? Gibt es da nicht ein ganz ähnlich aufgebautes Auswahlfeld, das ein optionales Speichern des Schlüssels in der iCloud anbietet? Aber bei Microsoft ist das natürlich alles böse und schlimm umgesetzt, oder?

Was Windows 10 tatsächlich ist

Microsoft hat sich immer Vorwürfe gefallen lassen müssen, dass mit zentralisierten Dingen nicht gearbeitet werden kann, wenn man ein Windows nutzt. Nun hat man die direkte Zusammenarbeit zwischen OneDrive und Windows 10, dann passt das auch wieder niemandem in den Kram. Ja, wie soll es denn gehen? Windows 10 lässt sich mit Abstand am besten und am feinsten einstellen. Fast jedem Bedürfnis wird Rechnung getragen. Vorbei sind die Zeiten, in denen man ein Produkt vorgesetzt bekam. Windows 10 ist ein Bauchladen, in dem man sich nahezu alles nach seinem Gusto zusammenstellen kann.

Das, was man bei der Konkurrenz seit Jahren schätzt, hat Microsoft jetzt nur auch eingeführt. Das ist alles. Wenn ich nicht will, dass meine Daten in die Cloud wandern, brauche ich das nicht zu nutzen. Das klappt bei meiner Freundin bestens. Wenn ich nicht will, dass Windows ständig mithört, verzichte ich eben auf Cortana. Klar, man ist dann eingeschränkt unterwegs. Aber Windows funktioniert deshalb trotzdem wunderbar.

Auch das noch: Die allermeiste Hardware funktioniert mit Windows 10. Einfach so. Wie von Zauberhand. Da hat sicherlich die NSA irgendwas gedreht, oder? Nein, Windows 10 ist einfach mal kompatibel. Wenn eine Hardware nicht funktioniert, wie ich es bei einem Kontakt von – sagen wir mal – 50 gehört habe, dann könnte das auch an der Unwilligkeit des Herstellers liegen, mit Microsoft am Code für den Treiber zu arbeiten oder so. Dann aber wäre doch der Gedanke angebracht, auf Hardware dieses Herstellers zu verzichten, wenn der so wenig Lust auf Microsoft hat. Was wäre denn da bei einem 1000-Euro-Notebook, das man neu kauft und dann nicht mit Windows 10 betreiben kann, weil ein Hersteller herum zickt?

Windows 10 geht in die Zukunft

Hardware und Software müssen immer weiter entwickelt werden. Und mit Windows 10 hat es Microsoft geschafft, endlich mit Apple gleich zu ziehen. Das Ökosystem Windows nimmt konkrete Gestalt an. Wir schimpfen über ein ausgebliebenes Android-Update und twittern das von einem Windows-Vista-Rechner. So soll es nicht mehr sein. Microsoft hat hier gelernt. Und sie haben Windows homogenisiert. Das macht es den Herstellern einfacher, die passende Treiber-Software auszuliefern. Das ist einfach dem Umstand geschuldet, dass das System auf den unterschiedlichsten Plattformen läuft.

Und wenn ich Dienste wie Office 365, Azure, OneDrive, was auch immer nutzen will, muss das System schon dazu in der Lage sein. Einerseits schimpfen wir über Microsoft und Windows 10, andererseits wollen wir aber auch alle Vorzüge dieser neuen Welt haben. Und das immer zack-zack. Diese Vorzüge müssen auch in Zukunft abgesichert werden. Und deshalb gibt es Windows 10. Und deshalb gibt es noch knapp 2 Monate lang das kostenlose Upgrade. Windows 10 ist nicht mehr nur ein Werkzeug, sondern wird Teil des Lebens. Denn schließlich wird es mit der Zeit dazu lernen.

Ich habe das Alles selbst erlebt. Man kann hinter allem natürlich bösen Willen und eine neue Weltordnung vermuten. Aber wenn wir ehrlich sind, ist das Alles Quatsch. Und wenn Hardware nach dem Update nicht mehr funktioniert, dann könnte das daran liegen, dass der Hersteller keine Lust auf ein Treiber-Update hat oder das Teil einfach mal kaputt ist. Das passiert. Das sind aber alles keine Gründe, mit denen man über Windows 10 herziehen sollte. Fehlfunktionen passieren auch mit allem anderen, dazu braucht man kein Windows 10. Aber wer will schon auf dem Weg in die Zukunft abgehängt werden?

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

3 Gedanken zu „Hört auf mit dem Gejammer über Windows 10

  1. Solange du darüber jammerst, dass andere über das Windows 10-Update jammern, jammere ich über das Windows 10 Update! :-P

    Windows 10 bietet mir keinen Mehrwert.
    Ich bin mit Windows 7 zufrieden.
    Bis 2020 gibt es (für fast alle ) Windows 7 Support.
    Die Penetranz, mit der mir Microsoft weismachen will, dass ich ganz unbedingt das Update installieren soll, kotzt mich an.

    Und ja – ich hätte gern, dass mein annodazumals sauteurer noch wunderbar funktionierender Dia-Scanner auch weiterhin seinen Dienst tut. Die Schuld hierfür kann man natürlich auch den Hardware-Herstellern in die Schuhe schieben. Oder eben Microsoft, die keinen Kompatibilitätsmodus wie bei XP damals hinbekommen.

    Grüße,
    Torsten

  2. Das ganze Misstrauen gegenüber Microsoft, NSA, usw. kommt halt nicht von ungefähr, sondern es sind schlechte Erfahrungen, die dazu geführt haben. Man kann diesen Firmen und Organisationen nicht trauen. Das hat die Geschichte gelehrt.

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