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Privat - (C) Antranias CC0 via Pixabay.de Privat - (C) Antranias CC0 via Pixabay.de

Internet: Hier nur privat unterwegs – und was ich davon halte

Haben Sie mal Profilinformationen in sozialen Netzwerken gelesen? <XYZ> schreibt hier nur privat. Oder Webseiten, die Blogger privat füllen. Ich meine, nicht dass irgendwas im Verborgenen bleiben soll. Aber es ist eben die „private Meinung“ oder so. Und damit packen sich Leute ein Feigenblättchen vor den entblößten Schoss und denken, dass sie sich damit alles erlauben dürfen. Es ist ja nur privat. Nein, ist es nicht.

Was soll denn diese nutzlose Information, dass dies alles nur privat ist? Was hat der Leser dieser Information davon? Es gibt unzählige Artikel und Meinungen zu diesem Thema. Aber es gibt nach wie vor ebenso unzählige Leute, die meinen, mit nur privat können die sich alles erlauben und sämtlichen auch falschen Mist einfach mal unreflektiert ins Internet kübeln, ohne dass das Konsequenzen hat. Wieso ist denn so eine Meinung so weit verbreitet, dass dieses Verhalten richtig ist?

Da sehe ich Politiker, Journalisten und was auch immer, wie sie in die sozialen Netzwerke dieser Welt den schmutzigsten Dreck unter den Fingernägeln kippen. Völlig unreflektiert und ohne stichhaltige Nachweise. Im Gegenteil: Werden ihnen dann Nachweise geliefert, dass deren Bodensatz eindeutig falsch sind, werden die auch noch ausfallend. Und die denken auch noch, dass das richtig so ist. Denn in den Profilinformationen steht ja schließlich: Hier nur privat unterwegs.

In Blogs das gleiche Theater. Da steht irgendwo im Blog, dass das der rein private Blog von Lieschen Müller sei. Und dann denkt der jeweilige Autor, dass der Auswurf, der da dem Leser entgegen gespuckt wird, so sein darf, weil das ja alles rein privat ist. So gibt es jede Menge Webseiten, die da mit einem solchen Feigenblättchen unterwegs sind und die Meinung vertreten, dass das schon alles so gemacht werden kann. Aber hier nur privat unterwegs ist eben nicht privat.

Wenn ich irgendwas öffentlich zugänglich mache, habe ich mich an gewisse gesetzliche Vorschriften zu halten. Beleidigungen, üble Nachrede, Hetze und all das kann unter Umständen schon eine gewisse rechtliche Folgeerscheinung nach sich ziehen, wenn ich mich eben über Leute aufrege und dabei den Ton nicht wahre. Da kann ich noch so sehr rein privat drüber schreiben. Das ist dann völlig egal. Denn öffentlich zugängliche Meinung muss trotzdem mit dem Gesetz konform gehen.

Und öffentlich zugänglich heißt eben auch, dass es über die sozialen Netzwerke zu lesen ist. Wie privat das Alles gemeint ist, ist dabei völlig egal. Wenn ich eben meinen Bodensatz nur einer kleinen Schar von Menschen zur Verfügung stellen will, dann muss ich das so einstellen. Und wenn ich einen Artikel nicht für jeden zugänglich machen will, dann stelle ich das in WordPress entsprechend ein. Alles kein Hexenwerk. Aber alles andere ist nicht privat, sondern öffentlich.

Wer sich nun in einem sozialen Netzwerk öffentlich mit Hetze befleißigen möchte, darf sich nicht wundern, wenn dann eine Reaktion kommt wie „Der hat aber nen kleinen“ oder so. Das Feigenblättchen nur privat zählt dann nämlich nicht. Also wäre ich doch der Meinung, dass die Information nur privat völliger Unsinn ist, wenn die Dinge, die man so von sich gibt, eh von jedermann einsehbar sind. Ich halte da „nur persönliche Meinung“ oder etwas in der Art für besser. Und bei Blogs dann eben „Mein Blog mit persönlicher Meinung“ oder so. Aber auch die sind dann eben nicht privat. Das geht ja nur, wenn ich den Nutzerkreis einschränke. Oder sehe ich das falsch?

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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